Großregion

Frédérique Seidel, Generalsekretärin der Université de la Grande Région

"Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird auf europäischer Ebene kaum anerkannt".

Frédérique Seidel, Generalsekretärin der Universität der Großregion (UniGR), einem Zusammenschluss von sechs Universitäten der Region, wirft einen Blick auf die Veranstaltungen, die im Herbst auf dem Programm stehen.

Frédérique Seidel

Am Donnerstag, den 4. November, findet das siebte Forum der Großregionen für den grenzüberschreitenden Dialog statt. Zeugt das gewählte Thema, „Sozialer und territorialer Zusammenhalt in der Großregion“ von dem Wunsch der Forscher*innen in der Großregion, aktuelle soziale Fragen stärker zu berücksichtigen?

Ja, das UniGR-Zentrum für Grenzstudien (UniGR-CBS) hat den sozialen und territorialen Zusammenhalt in der Großregion im Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit, grenzüberschreitender Raumplanung und dem Arbeitsmarkt untersucht. Es ist das erste Mal, dass diese heiklen, politischen Fragen in dieser Form gestellt werden. Ziel ist es, herauszufinden, ob es in der Großregion genügend Gemeinsamkeiten gibt, um einen starken Zusammenhalt zu erzeugen und welche Praktiken umgesetzt werden müssen, um ein wirklich kohärentes grenzüberschreitendes Gebiet zu bilden. Die Frage mobilisiert u. a. Forscher aus den Bereichen Geografie, Demografie sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Am 20. November veranstaltet die UniGR ihr erstes E-Sport-Turnier "Battle of the 7 - the UniGR Rocket League Tournament", das den Mitarbeiter*innen und Studierenden der Universität vorbehalten ist. Passt das zu der Ausrichtung der UniGR?

Ja, die Universität hat eine kulturelle, soziale und sportliche Aufgabe. Im Frühjahr organisieren wir traditionell ein Fußballturnier und mehrere Sportveranstaltungen. In den Jahren 2020 und 2021 waren wir aufgrund der Gesundheitssituation nicht in der Lage, dies zu tun. Aus diesem Grund haben wir eine E-Sport-Veranstaltung ins Leben gerufen, die es den Schülern ermöglicht, sich auch aus der Ferne zu treffen.

Am 30. November findet die erste jährliche Hochschulkonferenz der Großregion mit dem Titel "Good fences make good neighbours?“ statt, die sich mit der Frage der interregionalen Unterstützung der Forschung befassen wird. Spiegelt die Frage ein Anliegen wider?

Ja, denn wir stehen an einem Wendepunkt. Die Universitäten der Großregion und des Oberrheins haben sich in ihrem grenzüberschreitenden Ansatz als Pioniere, ja sogar als Visionäre erwiesen. Die Konferenz am 30. November wird Gelegenheit bieten, besonders gut durchgeführte Projekte hervorzuheben. Aber die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird auf europäischer Ebene kaum anerkannt. In der Programmplanung 2021-2027, die der Kohäsions- und Sozialpolitik gewidmet ist, haben wir den Eindruck, im Mittelpunkt eines Ping-Pong-Spiels zu stehen: Wissenschaftliche Projekte werden mal der Abteilung Zusammenarbeit, mal der Abteilung Forschung und Innovation zugewiesen. Die grenzüberschreitende Forschung muss als solche von der sektoralen Politik anerkannt werden.

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