Elsass, Baden-Württemberg, Schweiz

Gute Aussichten für Grenzradler*innen

Die Pandemie hat der Fahrradindustrie einen kräftigen Schwung gegeben. Nun zieht auch die Politik nach und fördert den Radwegausbau so sehr wie noch nie.

Dreilandradregion

Zwischen Kehl und Offenburg soll demnächst ein Radschnellweg, eine Art Fahrrad-Highway, entstehen. Im Dreyeckland werden grenzüberschreitende Fahrradwege überprüft, neu beschildert und touristenfreundlich gestaltet.

Andreas Scheuer

© DR

Corona hat nicht viel Positives, aber etwas Positives sehen wir: Einen Boom beim Fahrrad.“ So stellte es der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im April fest.

Tatsächlich schwingen sich immer mehr Menschen auf den Sattel: 2020 stieg der Umsatz mit Fahrrädern in Deutschland um ganze 61%, in Frankreich um 25%.

Trambrücke

© Annette Lipowsky. Der Radschnellweg wird voraussichtlich über die Brücke zwischen Kehl und Strasbourg führen.

Die Wahl der Brücke

Auf diesen Trend ist nun auch die Politik aufgesprungen. Deutschland und Frankreich wollen ihren Radverkehr bis 2030 verdoppeln und dafür viele neue Radwege bauen. 

Einer davon wird ein Schnellradweg zwischen Straßburg, Kehl und Offenburg werden. Mit einer Breite von rund vier Metern und wenigen Kreuzungen soll der Grenzübergang per Fahrrad attraktiver werden.

„Wir möchten vor allem Pendlerinnen und Pendlern eine schnelle, komfortable, umwelt- und klimafreundliche Alternative zum Auto anbieten“, erklärt Tobias Schick, Pressesprecher des baden-württembergischen Verkehrsministeriums.

Das Bundesland wird die Kosten übernehmen, geplant wird der Weg auf deutscher Seite von dem Ortenaukreis, auf französischer Seite von der Stadt Straßburg. Dabei arbeiten laut Schick beide Länder eng zusammen: „Wir werden die Planung durchgehend mit den Ansprechpartnern der Stadt Straßburg abstimmen. Eines der ersten Themen wird die Wahl der Rheinbrücke sein.“ Bis der komplette Weg fertig gebaut ist, könnte es allerdings noch mehrere Jahre dauern.

Auch etwas weiter südlich, im Dreiländereck Frankreich-Deutschland-Schweiz, sind mehrere Radschnellwege im Gespräch. Zusätzlich werden im Rahmen des Projekts „Dreiland-Radregion“ auch zwei neue touristische Radrouten geplant und beschildert.

Mélissa Chibko

© Dreiland-Radregion

Im Moment haben alle Länder noch ihre eigenen Radwege, die kreuz und quer verlaufen. Unser Ziel ist daher, die drei Länder zu verbinden und einen gut ausgeschilderten Rad-Rundweg anzubieten, “ erklärt die Projektleiterin Mélissa Chibko.

Die größere Runde, die 210 km lang ist, existiert bereits, die kleine, 40km lange Runde soll im Sommer abgeschlossen werden. Die Routen führen durch die Natur über historische Stätten und idyllische Dörfer mit einem Abstecher ins belebte Basel. An dem Projekt beteiligen sich viele verschiedene Partner*innen aus allen drei Ländern. Gemeinsam schaffen sie so eine umweltfreundliche, nachhaltige und lokale Form des Tourismus.

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