Luxemburg - Großregion

Esch-sur-Alzette beherbergt das erste grenzüberschreitende „Living Lab“ für Stadtplanung

Anfang November lud das Laboratoire de recherche pour l’intelligence territoriale (Lati) die Bürgerinnen und Bürger zur Veranstaltung „Den Lebensraum bewohnen – den Wandel erleben“ im stadtnahen Waldgebiet von Ellergronn ein. Gemeinsam dachten sie darüber nach, wie das „Ziel der zéro artificialisation nette" im französisch-luxemburgischen Raum erreicht werden kann.

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© Tom Becker.

Dialog und Spiel, um besser nachzudenken. Wissenschaftler, die sich im neuen Interreg-Projekt Lati (Forschungslabor für territoriale Intelligenz) zusammengeschlossen haben, organisierten am 8. November ein Bürgertreffen im stadtnahen Wald von Ellergronn in Esch-sur-Alzette. Mit Fokus auf die Bevölkerung ermöglichte dieses erste „Living Lab“, das Thema des Ziels der „zéro artificialisation nette" (ZAN) auf grenzüberschreitender Ebene auf persönliche und spielerische Weise zu behandeln.

Die Veranstaltung fand mitten in den luxemburgischen Schulferien statt und brachte zwar nur rund 25 Teilnehmende zusammen, doch die Organisatoren zeigten sich sehr zufrieden.

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Tom Becker, Forscher an der Universität Luxemburg und Koordinator des Projekts. © Université du Luxembourg.

Wichtiger als die Zahl ist die Qualität des Austauschs. Die Teilnehmenden traten sofort miteinander in Interaktion und wir konnten unsere Living-Lab-Methode weiter verfeinern“, erklärt Tom Becker, Forscher für Stadtgeographie und Raumplanung an der Universität Luxemburg und Koordinator des Projekts.

Aquarium-Diskussionen

In einer ersten praktischen Übung erklärten die Teilnehmer, in welcher Art von Wohnungen sie lebten. Die Lebenswege ähneln sich – vom kleinen Studentenzimmer über verschiedene Wohnungen bis hin zum Einfamilienhaus. Anschließend ermöglichte ein Planungs­spiel, das Entwicklungspotenzial der grenzüberschreitenden Region zwischen Luxemburg-Stadt und Boulange (Moselle) kurz-, mittel- und langfristig zu erkunden. Mobilitätsfragen, die in der grenzüberschreitenden Stadtplanung eine zentrale Rolle spielen, wurden sofort sichtbar. Danach diskutierten die Teilnehmenden in einer „Aquarium“-Runde, bei der zwei Kreise eine abwechselnde Zuschauer- oder Sprecherrolle ermöglichen.

Wissenschaft, Politik und Verwaltung

Das Lati wird von der Universität der Großregion geleitet und verfügt über ein Budget von 4,7 Millionen Euro. Innerhalb von drei Jahren soll die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik und Verwaltung zugunsten einer nachhaltigen Raumentwicklung in der Großregion verbessert werden. „Über den Flächenverbrauch auf nationaler oder regionaler Ebene nachzudenken reicht nicht aus – wir müssen ihn grenzüberschreitend betrachten. Ein neues Lernziel besteht darin zu zeigen, wie die verschiedenen Politiken der zéro artificialisation nette miteinander interagieren. Heute berücksichtigen die Akteure der Raumplanung beiderseits der Grenze diese Dimension im Alltag kaum“, beobachtet Tom Becker.

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