Oberrhein

Von Masken zum Maschinenbau

Zwei Kooperationsprogramme sind im Gange, mit dem Ziel, einen grenzüberschreitenden Markt für Zulieferungen, Dienstleistungen und Technologietransfer zu schaffen. Kurzringverkehr, sichere Versorgung und Verlagerung sind die Schlüsselwörter.

Rhin supérieur

Es ist ein Kind von Covid-19. Die im Entstehen begriffene Oberrheinische Business-Sourcing-Börse will die Dynamik des Zusammenführens von grenzüberschreitendem Angebot und Nachfrage, die im vergangenen Jahr bei der ersten Eindämmung zur Beschaffung von Masken und anderer Schutzausrüstung ausgelöst wurde, auf alle Branchen ausweiten.

Kurze Wege, sichere Versorgung, Verlagerung: Diese Schlagworte inspirieren die Initiative, die derzeit unter der Schirmherrschaft der Industrie- und Handelskammer Elsass-Eurometropole (CCI) gestartet wird.

"Business Sourcing will die Referenzierung von Zuliefer- und Dienstleistungsangeboten über die Grenze hinweg fördern und so den Horizont der Geschäftsströme von Unternehmen in benachbarte Gebiete erweitern", erklärt Frank Rotter, Direktor für grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der IHK Elsass.

Rhin supérieur

© André Faber

Trinationale Treffen von Angesicht zu Angesicht

Die Webplattform, die derzeit fertiggestellt wird, wird es ermöglichen, zweisprachig und kostenlos Angebote in einem eigenen Bereich detailliert zu präsentieren, Nachrichten des Unternehmens über einen Newsfeed zu verbreiten und für Kaufanfragen, die über die CCI laufen, gelistet zu werden. Die Einkäufer ihrerseits können ihre Spezifikationen veröffentlichen und eine multikriterielle Suche nach Lieferanten durchführen.

Zusätzlich zu dieser Online-Aktivität möchte Business Sourcing die Vorteile von persönlichen Treffen hinzufügen. Seine Träger (neben der IHK Alsace Eurométropole, ihren Pendants IHK Freiburg im Breisgau und Karlsruhe sowie den deutsch-französischen und französisch-schweizerischen IHKs, dem Verein Wirtschaftsregion Offenburg und der TechnologieRegion Karlsruhe) wollen ein- oder mehrmals im Jahr trinationale Wirtschaftskongresse veranstalten.

Die versteckten Nuggets ans Licht bringen

Das Projekt mit einem Budget von 439.000 Euro läuft bis Juni 2023 und ist Teil des Interreg-V-Programms, das eine andere Initiative mit ähnlichem Geist kofinanziert, die sich auf den Technologietransfer konzentriert: Titan-E, ein Akronym für das sehr anglizistische "Trinationale Innovations- und Technologiefortschritt-Netzwerk von Unternehmen". Mit einem Budget von 2,5 Millionen Euro fördern die 25 Partner, die sich um die Industrie- und Handelskammer Elsass-Eurometropole versammelt haben, die Verbindung zwischen Forschung und Wirtschaft, seien es Start-ups oder etablierte Unternehmen.

Andreas Doppler

© Regio Basiliensis

"Titan-E soll den Einstieg der oberrheinischen Unternehmen in das Zeitalter von künstlicher Intelligenz, Industrie 4.0 und digitaler Technologie verankern", betont Andreas Doppler, der das Projekt bei der Kooperationsstruktur Regio Basiliensis in Basel betreut.

Auch hier gilt das Prinzip, möglichst viele Labore aufzulisten, die zum Teil in Hochschulen "versteckt" sind und auf der anderen Seite der Grenze ohnehin nicht beachtet werden, um so ein wirklich grenzüberschreitendes Austauschbecken zu schaffen. Ziel von Titan-E ist es, einen trinationalen Wettbewerb für innovative und technologische Unternehmen zu veranstalten. Er basiert auf dem i4Challenge-Wettbewerb in Basel: In der Schweiz sehr beliebt, öffnet er sich für seine Ausgabe 2021 für französische und deutsche Startups jenseits der Grenze.

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