Gesundheit, Forschung und Bahn: neue Prioritäten für die Zusammenarbeit
Die Investitionen in den Schienenverkehr nehmen wieder Fahrt auf, Interreg gewährt neue finanzielle Unterstützung, die Mehrsprachigkeit befasst sich mit Regionalsprachen und Fachsprachen... Im Grenzgebiet beginnt das Jahr unter vielversprechenden Vorzeichen.

Milliardenregen für grenzüberschreitende Eisenbahnstrecken
Die Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur fließen in Strömen. Für 2026 plant die Deutsche Bahn 23 Milliarden Euro für die Sanierung der Schienen, ein Rekord, während das Großherzogtum bis 2030 3,4 Milliarden Euro dafür aufwenden wird. Nach einem Anfang November abgeschlossenen Vertrag produziert Saarstahl derzeit 22 Kilometer CO2-freie Schienen für den deutschen Betreiber DB InfraGo für das rheinland-pfälzische Netz. Belgien stellt 3,4 Milliarden Euro für die Erneuerung seiner Flotte bereit und sieht sich mit der Unzufriedenheit der Eisenbahner konfrontiert, die bereits einen Streik vom 26. bis 30. Januar 2026 angekündigt haben.
Im ersten Quartal werden auch die Regiolis TFA ihren Betrieb in Deutschland aufnehmen. In Erwartung einer Zulassung waren die 30 Züge bereits auf den Gleisen des Grand Est im Einsatz. Die ersten betroffenen Strecken sind Straßburg-Offenburg und Mulhouse-Müllheim.
Ein Aufschub für Interreg-B-Projekte in Nordwesteuropa
Das Interreg-B-Programm „Nordwesteuropa“, das Irland, Belgien, die Niederlande, Luxemburg sowie bestimmte Regionen Frankreichs, Deutschlands und der Schweiz umfasst, hat am 16. Dezember letzten Jahres in Luxemburg einen Aufruf zur Kapitalisierung gestartet, um die Finanzierung der bereits für den Zeitraum 2021/2027 ausgewählten Projekte zu verstärken. Die Träger dieser Projekte müssen nachweisen, dass eine zusätzliche Kapitalisierung zu einer besseren Effizienz zugunsten der Gebiete und Einwohner führt. Neue Partner können sich sogar den Projekten anschließen. Diese Ausschreibung mit einem Volumen von 7 Millionen Euro läuft bis zum 26. Mai.
Opla will die Regionalsprachen des Elsass retten
Wird eine neue Struktur ausreichen, um den starken Rückgang der Regionalsprachen im Elsass aufzuhalten? Im Jahr 2026 wird das zu Beginn des Winters gegründete Opla (Office public de la langue régionale d'Alsace, Amt für die Regionalsprache des Elsass) offiziell die Nachfolge des Olca (Office pour la langue et les cultures d'Alsace et de Moselle, Amt für Sprache und Kultur des Elsass und der Moselle) antreten. Dieser von der Europäischen Gemeinschaft des Elsass (CEA) und dem Staat gegründete öffentliche Verband soll nach dem Vorbild ähnlicher Initiativen in der Bretagne, in Okzitanien und im Baskenland eine wirksamere Förderung der Regionalsprachen ermöglichen. Der Grand Est ist der wichtigste Finanzierungspartner dieser Einrichtung, in der die Teams der ehemaligen Olca und der ehemaligen Direktion für Zweisprachigkeit der CEA zusammenarbeiten.
Um die Zahl der Sprecher zu erhöhen, setzt die Opla auf die Vermittlung an ein junges Publikum, die Entwicklung von Ausbildungsangeboten und grenzüberschreitende Beziehungen. Sie will den Regionalsprachen im Alltag wieder mehr Sichtbarkeit verleihen und alle Akteure der Zweisprachigkeit zusammenbringen.
Zweisprachigkeit und grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung
Die Akteure des Projekts Mosaïcs, das vom saarländischen Gesundheitsministerium zur Förderung der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen im Grenzgebiet ins Leben gerufen wurde, konzentrieren sich auf die Frage der Mehrsprachigkeit im Gesundheitswesen. Am 3. Februar wird im Rahmen eines Studientags in Saarbrücken eine Liste spezifischer Instrumente erstellt: auf die Arbeitswelt zugeschnittene Französisch- und Deutschkurse, grenzüberschreitende Ausbildungen und Anerkennung medizinischer Kompetenzen, Online-Sprachangebote.
Mosaïcs wurde im August 2025 genehmigt und mit einem Budget von 1,6 Millionen Euro ausgestattet. Das Projekt soll vier Arbeitsmodule entwickeln, die sich mit der Aufnahme von Patienten, Abrechnungslösungen, medizinischen Schulungen und kartografischen Elementen befassen. Mit Unterstützung des Eurodistrikts Saar-Moselle soll eine Software entwickelt werden, die diese Themenbereiche umfasst.
Eucor feiert 10 Jahre Hochschulkooperationen am Oberrhein
Das Netzwerk Eucor am Oberrhein feiert 2026 sein 10-jähriges Bestehen. Dieser grenzüberschreitende Campus, der die Universitäten Straßburg, Haute-Alsace, Basel, Freiburg im Breisgau und das KIT-Institut in Karlsruhe vereint, begann am 24. Februar 2016 offiziell unter dem Status eines EVTZ (Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit). Sein Jubiläum wird mit einer Reihe von kulturellen Veranstaltungen, Rundtischgesprächen und Studentenkonferenzen gefeiert. Eucor vereint 120.000 Studenten in gemeinsamen Studiengängen, drei europäischen Doktorandenprogrammen und drei Lehrstühlen.