Infobest 4.0 wird um zwei Jahre verlängert und stärkt die digitale Beratung weiter
Das überarbeitete Modell der Beratungsstruktur für grenzüberschreitende Angelegenheiten des täglichen Lebens, das mehr Digitalisierung einführt, wird bis 2028 verlängert. Damit geht es über die Testphase hinaus, die nächstes Jahr endet.

„Infobest 4.0 | Service Zentrum am Oberrhein” wurde im Oktober 2023 ins Leben gerufen. Das Interreg-Projekt hat neue digitale Werkzeuge und Dienstleistungen zu den vielen bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten hinzugefügt. Diese richten sich an die Bevölkerung der Grenzregionen und umfassten im letzten Jahr rund 25.000 Anfragen.
Die vier Standorte des Infobest-Netzwerks am Oberrhein in Lauterbourg (Pamina), Kehl-Straßburg, Breisach-Vogelgrun und Village-Neuf (Palmrain) unterstützen seit den 1990er Jahren die Einwohner bei den binationalen Formalitäten, sei es in Bezug auf die Rente oder die Steuern von Grenzgängern, die Erstattung von Gesundheitskosten oder andere rechtliche und administrative Verfahren.
Das neue Projekt nutzt nun viel häufiger Online-Formulare. Etwa 1.200 Anfragen wurden bisher digital eingereicht. Außerdem wurden Informationskanäle auf Instagram und LinkedIn eingerichtet. Ab Anfang 2026 kann man dort den Stand seiner Anfrage verfolgen und mit den Infobest-Beratern kommunizieren, selbstverständlich gemäß den Datenschutzregeln.
Zwei neu eingestellte Beraterinnen
Zuerst sollte sich die erste Interreg-Finanzierung über drei Jahre strecken. Die Verlängerung um zwei Jahre bis Ende September 2028 wurde bereits am 26. November vom Begleitausschuss des Interreg-Programms Oberrhein genehmigt. Infobest 4.0 hat außerdem zwei Kundenberaterinnen in das Netzwerk von etwa zwanzig Personen aufgenommen, die seit Anfang 2024 Sprechstunden zu Fragen der Rentenanträge und Familienleistungen anbieten, ein wichtiger Anteil der behandelten Themen. Die positive Bilanz von etwa 1.200 unterstützen Bürgern hat ebenfalls dazu beigetragen, das Projekt fortzusetzen.

Felicia Herr, Kommunikationsbeauftragte des Infobest-Netzwerks am Oberrhein. © Infobest
„Das Ziel besteht darin, bei der persönlichen Beratung genauso gut wie bisher zu sein, die externe Kommunikation und die Koordination zwischen unseren Standorten noch weiter zu verbessern und die digitale Umsetzung fortzusetzen, um bei relevanten Schritten zu helfen“, erklärt Felicia Herr, Kommunikationsbeauftragte des Infobest-Netzwerks am Oberrhein.
PC für Nutzer
Für die Nutzer sollen in jeder Infobest-Stelle Computer bereitstehen. Bürger können dort ihre Online-Anfragen erledigen und bei Bedarf die Hilfe der Berater vor Ort nutzen.

Carsten Gabbert, Regierungspräsident Freiburg. © RPF
„Die Verlängerung des Projekts ermöglicht uns, die Zusammenarbeit unserer Bürgerberatung mit Kassen und anderen Stellen zu stärken. Durch die Einstellung zusätzlicher Kundenberaterinnen können wir noch näher zu den Bürgern werden“, kommentiert Carsten Gabbert, Regierungspräsident Freiburg.
Finanziell umfasst die erste Phase ein Budget von 2,4 Millionen Euro, das zu 60 % aus Interreg-Mitteln finanziert wird. Die europäischen Subventionen unterstützen die neue Phase mit 1,4 Millionen Euro, im gleichen Verhältnis. Wie zuvor werden die restlichen 40 % von rund vierzig französischen, deutschen und schweizerischen Partnern (Kommunen, Staat, Industrie- und Handelskammern, Zentrum fûr Europaïschen Verbraucherschutz...) aufgebracht, die sich um den federführenden Partner, das Regierungspräsidium Freiburg, zusammengeschlossen haben.
Renten, Krankenversicherung, Familienleistungen...
Die 25.000 Beratungen, die im letzten Jahr durchgeführt wurden, verteilten sich auf die Themenbereiche Rente (29 %), Krankenversicherung (12 %) und Familienleistungen (11 %), gefolgt von Fragen zu Steuern und Arbeitsrecht. „Die Anfragen zu Home-Office nehmen zu”, beobachtet Felicia Herr.
Diese nützlichen Tipps wurden per E-Mail, per Videokonferenz und vor allem durch persönlichen Kontakt weitergegeben. Je nach Bedarf bietet jeder der vier Standorte des Infobest-Netzwerks monatliche Sprechstunden (Infobest Pamina zu Steuern, Sozialversicherungen und Arbeitsrecht) oder zweimal jährlich Informationstage zu allen Themen in Kehl-Straßburg und Vogelgrun-Breisach an.
Die vier Niederlassungen von Infobest haben im Jahr 2024 insgesamt 25.000 Beratungen durchgeführt. © Infobest