Oberrhein

Originelle Karten von Straßburg bis zur Ortenau

Ein Jahr mit Beiträgen von Bürgern zu Karto-District führte am Ende des ersten Quartals zu einer Reihe von Karten mit außergewöhnlichen Themen, auf dem Maßstab des grenzüberschreitenden Gebiets des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau, der 1 Million Einwohner umfasst.

MapNaturalAreas

Von der Demographie bis zu Naturräumen, Landnutzung und industrieller Beschäftigung hat das Interreg Karto-District-Kleinprojekt (1) dem Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau in 14 Themen neue Blickwinkel ermöglicht.

Wir haben versucht, nicht zu wiederholen, was bereits anderswo gemacht wurde", betont Dr. Benoit Ribon vom CNRS-Labor Image, ville, environnement (LIVE).

Insbesondere bietet bereits GeoRhena, das geographischen Informationssystem (GIS) für den gesamten Oberrhein, zahlreiche Daten an.

Einige zuerst angedachte Themen mussten ausgeschlossen werden. Sie stießen auf das Hindernis von Daten, die naturgemäß auf beiden Seiten der Grenze zu unterschiedlich waren oder in ihrer kartografischen Darstellung zu komplex waren. So hätte zum Beispiel die Darstellung von Pendlerbewegungen einen unübersichtlichen und damit schwer leserlichen Satz von Pfeilen generiert oder aber „im Fall von Gesundheit und Bildung, zu kleine Parzellen oder umgekehrt im Fall von Sportanlagen zu einer Häufung von zu vielen Punkten auf diesem Maßstab geführt", fährt Dr. Benoit Ribon fort.

Gemeinsamer Nenner

Den Partnern ist es gelungen, gemeinsame Nenner für Daten zu finden, die zunächst nicht übereinstimmten, wie z. B. das Risiko von Überschwemmungen, das auf dem Kriterium des 100-jährlichen Hochwassers beruht, oder die Luftqualität, die von der Harmonisierungsarbeit des INTERREG-Projektes Atmo-Vision profitiert hat.

Neue geografische Ressourcen

Lioba Markl-Hummel

© DR

Durch die Einbindung der Wirtschaft kamen Themen hinzu, die wir ursprünglich nicht identifiziert hatten, wie zum Beispiel die Zahl der Patentanmeldungen als relevanter Indikator für Innovation", betont Dr. Lioba Markl-Hummel, im Eurodistrikt für Raumordnungsprojekte zuständig.

Zudem stellte die Bereicherung der Daten durch den Input durch die Bürger die Hauptoriginalität des Projekts Karto-Distrikt dar. Die Bürger wurden aufgefordert, über die kollaborative Plattform OpenStreetMap Punkte einzutragen und dieser Aufruf traf auf gute Resonanz. Das Karto-District-Team ist mit der Anzahl der Einträge, etwa hundert, zufrieden. Dank dieser Beiträge ist es nun möglich, auf einer Karte die Picknicktische des Gebiets, seine Aussichtspunkte oder seine Badestellen zu lokalisieren.

Aus technischer Sicht stützte sich das Projekt somit teilweise stark auf OpenStreetMap, was Fragen zur wissenschaftlichen Validität aufwerfen kann. Forscher Dr. Benoit Ribon rechtfertigt die Wahl: „OpenStreetMap zeigt sich bei bestimmten Themen reichhaltiger und aktualisierter als offizielle Daten ... und inhaltlich ist es ziemlich zuverlässig. Wir sehen dies als eine neue Chance für die Herstellung von geografischen Ressourcen.

Die durch Karto-Distrikt erstellten Karten stehen nun den Entscheidungsträgern im Eurodistrikt zur Verfügung, um sie bei der Ausrichtung ihrer Politik zu unterstützen. Und alle Bürger können einen anderen Blick auf ihren gemeinsamen grenzüberschreitenden Lebensraum entdecken.

(1) 66.000 Euro, CNRS (LIVE-ZAEU), Hochschule Kehl, Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau, Wirtschaftsregion Ortenau, Ecole nationale supérieure d'architecture de Strasbourg (ENSAS) Association de prospective rhénane (APR)

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