Mosel

Moselle Déracinée erinnert an Evakuierte und Vertriebene

Von Donnerstag, 28. Oktober, bis Sonntag, 31. Oktober, organisiert das Departement Moselle vier Tage lang Gedenkveranstaltungen mit historischem Akzent. Die Reihe "Moselle Déracinée", die unter der Schirmherrschaft des französischen Präsidenten, zeichnet die Geschichte der Evakuierten und Vertriebenen nach und würdigt die Überlebenden dieses wenig bekannten Kapitel der Vergangenheit.

Moselle déracinée

An dieses Ereignis, das in den Geschichtsbüchern kaum erwähnt wird, gedenkt der Rat des Departements Moselle und die Vertreter der 48 Departements, die die Flüchtlinge aufgenommen haben, noch bis Sonntag, 31. Oktober, mit großem Respekt und Mitgefühl. Von den 300.000 Menschen aus dem Departement Moselle, die im Herbst 1939 evakuiert wurden und zu denen sich 1940 noch 100.000 in den Augen der Nazi-Besatzer „Unerwünschte“ gesellten, ist eine schmerzhafte Erinnerung, ja eine Demütigung geblieben.

Ginette Magras

Im Laufe der Zeit wurde es dringend notwendig, die Erinnerungen von Menschen zu sammeln, die zur Zeit der Ereignisse zwischen 2 und 11 Jahre alt waren und oft ein erstaunliches Gedächtnis haben“, sagt Ginette Magras, Vizepräsidentin der Abteilung für nationale Geschichte von Moselle Déracinée.

Die Ursprünge der Veranstaltungsreihe gehen auf das Jahr 2019 zurück, als Bruno Belin, Präsident des Departementsrats von Vienne (Neu-Aquitanien), seinen Amtskollegen Patrick Weiten aus dem Departement Moselle einlud, um die Rolle seiner Gemeinde bei der Aufnahme von Flüchtlingen im Departement Moselle zu würdigen. Die lothringische Delegation versprach, diese Einladung nicht nur zu erwidern, sondern sie auch auf die 47 anderen Departements auszudehnen, die die Opfer des Exodus aufgenommen haben.

So entstand ein Programm von Besuchen, Begegnungen und Aufführungen, das – nachdem es wegen der Gesundheitskrise um ein Jahr verschoben wurde – Ende der Woche seinen Höhepunkt erreichen wird. Die Gast-Delegationen der 48 Departements werden symbolträchtige Stätten besuchen: das Haus von Robert Schuman, dem damaligen Unterstaatssekretär für Flüchtlinge, in Scy-Chazelles sowie das Bergarbeitermuseum in Petite-Rosselle und das Kriegsmuseum von 1870 in Gravelotte. Für das breite Publikum findet der Höhepunkt am Samstag, 30. Oktober, im Galaxy in Amnéville statt, mit der von Jacky Locks und Damien Blanchot initiierten Ausstellung "1939, soudain, nous sommes partis" (1939, plötzlich sind wir weg). Am nächsten Tag sendet Moselle TV um 17 Uhr das Doku-Drama "Journal d'un exil" von Patrick Basso.

Moselle déracinée collège

Moselle déracinée, präsentiert in der Hochschule von Audun-le-Tiche. © CD 57

Ein zeitgemäßes Thema

Künftig soll es entsprechendes Unterrichtsmaterial für die 92 weiterführenden Schulen des Departements Moselle geben, um diese Ereignisse für Schüler erfahrbar zu machen. Mehrere Ausstellungen und öffentliche Lesungen ergänzen das Programm.

Auf nationaler Ebene ist eine umfangreiche Arbeit zwischen den Departementsarchiven im Gange, um die beiden historischen Ereignisse zu rekonstruieren. Das Departement Moselle plant ein grenzüberschreitendes Kolloquium, das die Geschichte der Massenflucht der belgischen, luxemburgischen und saarländischen Bevölkerung im Jahr 1940 nachzeichnen soll. All diese Arbeiten sollten zu einer zeitgemäßen Reflexion über Aufnahmebereitschaft und Solidarität beitragen, die für alle, die ihre Heimat verlassen müssen sind, so notwendig sind.

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