Oberrhein

Ernstes Spiel über Gewerbefläche

Ein Jahr lang werden Sachvertändigen durch ein Spiel über Gewerbegebiete entlang der Oberrheingrenze überlegen.

Monopoly

Dem deutschen Konzept  "Modellvorhaben für Raumordnung" (MoRo) nach sollen diese mehr oder weniger freundschaftlichen Begegnungen Wege zum Abbau von technischen, rechtlichen und finanziellen Hindernissen für die grenzüberschreitende Wirtschaftsentwicklung finden.

Felder für Unternehmensniederlassung. Dieses Thema ist eminent ernst und sogar umstrittensvoll. Deshalb haben es die Partner am Oberrhein vorgezogen, es auf spielerischer Weise zu behandeln durch das "Moro/Hochrhein" Projekt. Es stellt die erste Anwendung des Konzepts "Modellvorhaben für Raumordnung" (kurz MoRo) außerhalb Deutschlands dar, in dem die Themen Wirtschaftsförderung und Raumplanung in Form eines "Planspiels" bearbeitet werden.

Die Teilnehmer – hier : Region Grand Est, Collectivité européenne d'Alsace, Eurométropole de Strasbourg und beide Regionalverbände Mittlerer- und Südlicher-Oberrhein - sind auf dieser "Spielwiese" durch echte Leute vertreten,  werden aber abstrakte Gremien (Lenkungsausschuss, Gebietsversammlung, Fachgruppen) darstellen. Jeder wird Argumente vorbringen und sich an der Erarbeitung einer gemeinsamen Lösung beteiligen, umso leichter, als es sich nur um Hypothesen handelt. Die Vorschläge sind nicht dazu bestimmt, sich rein in der Realität zu verwicklichen.

Fortführung des Aachener Vertrages

MoRo/Oberrhein deckt das Gebiet des mittleren und nördlichen Elsass und dessen germanisches Pendant von Freiburg im Breisgau bis Karlsruhe ab.  Seine Einführer haben sich an den Aufruf zu Experimenten des Aachener Vertrages angeschlossen.  Da sie eingeladen waren, einen Fachgebiet für ihr "Planspiel"auszuwählen, entschieden sie sich für Gewerfläche. Das Thema ist jedoch aus technischer, gesetzlicher und steuerlicher Sicht komplex. Politisch ist es brisant, denn sie kann unheilvollen Wettbewerb und Neid wecken, Erinnerungen an Misserfolge (Stichwort : Eurozone) wachrufen und Ressentiments neu entfachen.

"Aber Zweck von MoRo ist es ja gerade, Komplexität zu überwinden, schon allein dank seiner Strukturierung", betont Hélène Bernard, leitende Forscherin für grenzüberschreitende Fragen bei Adeus, der Stadtplanungsagentur des Großraums Straßburg.

Um die Idee eines Gewerbefläche „Pool“  zu treiben, haben Adeus und sein deutscher Partner, das Planungsbüro AGL, das Planspiel in mehreren Runden organisiert. Durche  Vorspiele vorbereitet, werden die beide ersten im kommenden September und November stattfinden, mir der Perspektuve, das Verfahren bis Herbst 2022 fortzusetzen. Diese Überlegungen sollen ermöglichen, mehrere Gebiete auf beiden Seiten der Grenze zu vernetzen, um Flächen, Steuermittel und ökologische Ausgleichsmassnahmen zu bündeln. Die spielerische Dimension soll Hintergedanken betrf. Verteilung der wirtschaftlichen und finanziellen Vorteile ausweichen.

Pierre Laplane

© DR

"Dieses Gewerbeflächenpool Konzept ist in Deutschland weit verbreitet. Es entspricht der deutschen Vision von Metropolen, die eher als flexiblen Vernetzungsstandorten als durch strenge geographischen Grenzen definierte Einheit betrachtet werden", erläutert Pierre Laplane, Generaldirektor von Adeus.

AuchSaar-Mosel

Das Planspiel wird Umsetzung in städtebaulichen Unterlagen, juristiche Fragen sowie die Möglichkeiten von  europäischen Mitfinanzierung behandlen.  Vielleicht werden einige seiner Hypothesen eines Tages Realität werden. Das Konzept hat bereits den Eurodistrikt Saar-Mosel angelockt, der damit einen besser integrierten grenzüberschreitenden Ballungsraum aufbauen will. Leiter wird erneut AGL, diesmal mit der Partnerschaft des Stadtplanungsamts der Region Metz, Aguram.

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