Kleine Erfolge und große Ambitionen zum Jahresbeginn
Im Jahr 2026 könnten die Wasserstoffnetze und die Raumfahrtforschung womöglich schneller vorankommen als die politischen Einigungen über die Förderung der Elektromobilität oder über steuer- und sozialrechtliche Abkommen.

Raumfahrt: Die Großregion hält Kurs
Im Raumfahrtsektor lässt die Großregion nicht nach. In Belgien wurde Ende November schließlich eine Haushaltsvereinbarung erzielt, mit der der Beitrag zum Budget der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) für den Zeitraum 2026–2028 auf über 900 Millionen Euro erhöht wird, rund 10 % mehr. Das Königreich ist der fünftgrößte Beitragszahler der ESA (von 23 Mitgliedstaaten), hinter Deutschland auf Platz eins und Frankreich auf Platz zwei. Der industrielle und wissenschaftliche Raumfahrtsektor spielt in Wallonien eine strategische Rolle.
In Luxemburg kündigte die Regierung im Rahmen der Fortführung ihrer Raumfahrtstrategie Investitionen in Höhe von 265 Millionen Euro für den Zeitraum 2026–2029 an. Diese ebenfalls gestiegene Summe verteilt sich auf die ESA (149,3 Millionen Euro) und das nationale Programm LuxImpulse (115,8 Millionen Euro), das mit Unterstützung der europäischen Agentur verwaltet wird.
Grenzüberschreitender Wasserstoff stärkt sein Netz
Das Jahr 2026 verheißt gute Aussichten für die grenzüberschreitenden Wasserstofftransportnetze. Die Mosahyc-Schleife, die den Osten des Moselgebiets mit dem Saarland verbindet und später bis nach Luxemburg verlängert werden soll, hat ihre Relevanz durch den Liefervertrag zwischen dem französischen Unternehmen Verso Energy und dem saarländischen Stahlhersteller Saarstahl unter Beweis gestellt. Im Dezember 2025 als europäisches Projekt von gemeinsamem Interesse anerkannt, wird „HY4Link“ einen Korridor zwischen Luxemburg, Frankreich, Belgien und Deutschland schaffen.
Am Oberrhein setzt die Verbindung RHYn ihre Studien zur Realisierung der 100 Kilometer fort, während die zugehörige Kooperationsgruppe 3H2 auf die im Dezember vom Land Baden-Württemberg gewährte Unterstützung für zwei Elektrolyseure im deutschen Teil des Gebiets zurückgreifen kann, in Achern und Kehl.
Frankreich-Luxemburg: ein Sieg für grenzüberschreitende Familien
Ende Dezember gab der Gerichtshof der Europäischen Union den Grenzgängern Recht, die in Luxemburg arbeiten und bislang von den Familienleistungen ausgeschlossen waren, wenn sie für „für Stiefkinder sorgten. Der Rechtsstreit bestand seit 2016 zwischen der luxemburgischen Familienkasse (Caisse pour l’avenir des enfants, CAE) und den Interessenvertretungen der Grenzgänger. Der Europäische Gerichtshof bekräftigte endgültig den Grundsatz der Gleichbehandlung zwischen Grenzgängern und Einwohnern.

© Afal.
Grenzgänger, die im Rahmen einer Patchworkfamilie für Kinder aufkommen, haben somit Anspruch auf Leistungen der CAE, werden jedoch in zwei Kategorien unterteilt. Familien, die das Verfahren bis zur Kassation weiterverfolgt haben, können Leistungen für die Zukunft sowie rückwirkend beantragen. Die übrigen können bei der CAE einen Antrag stellen, der ein Jahr rückwirkende Leistungen sowie die Eröffnung der Ansprüche umfasst. Die Association des Français au Luxembourg (Afal) bietet ihren Mitgliedern und Unterstützern Beratung an.
Die Dauer des grenzüberschreitenden Homeoffice könnte sich ändern
Durch die Gesundheitskrise populär geworden, stagniert das grenzüberschreitende Homeoffice seit dem Steuerabkommen vom 1. Januar 2023. Dieses erlaubt es französischen, belgischen und deutschen Arbeitnehmern, die in Luxemburg tätig sind, bis zu 34 Tage pro Jahr von ihrem Wohnsitzland aus zu arbeiten, ohne dort besteuert zu werden.

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Seitdem setzen sich luxemburgische Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften dafür ein, um diese Grenze auf 50 Tage pro Jahr anzuheben, sowohl zur Stärkung der Attraktivität Luxemburgs als auch zur Erleichterung des Alltags der Grenzgänger. Frankreich jedoch zögert, und die jüngste französisch-luxemburgische Regierungskonferenz brachte keinen Fortschritt. Die 120.000 Franzosen, die in Luxemburg arbeiten, müssen auf die nächste französisch-luxemburgische Regierungskonferenz warten, die für das zweite Halbjahr 2026 angekündigt ist, um möglicherweise ein Abkommen zu ratifizieren, das ihnen einen Homeoffice-Tag pro Woche ohne steuerliche Auswirkungen ermöglichen würde.
Die Krise der Automobilindustrie belastet die Zusammenarbeit
Die grenzüberschreitenden Automobilregionen wollen ihre gemeinsamen Aktivitäten zur Förderung der Elektromobilität und zur Reduzierung der CO₂-Emissionen der Produktion fortsetzen, insbesondere im Rahmen des Interreg-Programms PAE e-Green (2024–2027) in der Großregion.

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Diese Kooperationen finden jedoch in einem angespannten Klima statt, das durch die Umstrukturierungen in der Automobilindustrie geprägt ist, von denen zahlreiche Standorte in der Großregion und am Oberrhein betroffen sind: 7.500 Stellenabbau beim Zulieferer ZF, dessen Werk in Saarbrücken bereits 2024 einen Sozialplan erlebt hat, sowie 5.000 Stellenstreichungen in der Lkw-Branche von Daimler, mit Sitz in Stuttgart. Auch im Stellantis-Werk in Mulhouse im Elsass herrscht Besorgnis; dort wird die Produktion ab Januar um ein Drittel gesenkt.
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