Sarreland

Die Europäische Akademie Otzenhausen wird 70 Jahre alt und denkt immer noch groß

Anlässlich des Internationalen Tages der Demokratie am Sonntag, den 15. September, feiert die Europäische Akademie Otzenhausen, die in einem besonderen Kontext entstanden ist, ihr 70-jähriges Bestehen in Form eines Tages der offenen Tür.

EAO
Das Hauptgebäude dieses im Saarland gelegenen Bildungszentrums © Europäische Akademie Otzenhausen

Die Europäische Akademie ist es gewohnt, Besucher aus aller Welt in ihrer 4,7 Hektar großen Grünanlage zu empfangen. 10.000 waren bereits in Otzenhausen, dem saarländischen Dorf, das seit 70 Jahren dieses Bildungszentrum beherbergt, das allen offen steht, vom Studenten bis zum Rentner. Ein Jubiläum, das am Sonntag, den 15. September gefeiert wird, und eine weitere Gelegenheit, diesen Ort, seine Geschichte, seine Vision von Europa und seine Funktionsweise (wieder) zu entdecken, dank eines Tages der offenen Tür.

Die 17 Seminarräume und das Hotelangebot der Europäischen Akademie sollen eine immersive Erfahrung garantieren, die den Austausch und die Begegnung fördert, wie sie 1954 von ihrem Gründer, Arno Krause (1930-2018), einem humanistischen und pro-europäischen Saarländer, erdacht wurde.
Zu dieser Zeit bereiteten sich die Deutschen darauf vor, in einem Referendum über den Entwurf eines europäischen Status für das Saarland abzustimmen, da die Pariser Verträge das Ende der französischen Besatzung besiegelten. Das Europahaus wurde als Treffpunkt für die Jugend und als Ort der Diskussion über die Zukunft der deutsch-französischen Beziehungen konzipiert. 70 Jahre später ist die Europäische Akademie Otzenhausen eine gemeinnützige GmbH, die zu 75% von jungen Menschen zwischen 16 und 35 Jahren besucht wird.

„Unser Handeln ist Bildung“

Stéphanie Bruel

Stéphanie Bruel ist die pädagogische Leiterin des Zentrums. © Europäische Akademie Otzenhausen

Wenn wir so viele Menschen wie möglich zur Demokratie erziehen, wird sie stabilisiert. Wir streben nach dem Zusammenleben. Für uns ist das die Zukunft“, betont Stéphanie Bruel, die pädagogische Leiterin des Zentrums.

Das Wort Akademie hat vor allem auf französischer Seite eine sehr feierliche Konnotation. Mit diesem Tag der offenen Tür möchte das Team zeigen, dass es nicht in einem Elfenbeinturm arbeitet, sondern sich mit den aktuellen Ereignissen weiterentwickelt und sich an die Sorgen der Europäer anpasst. Zu ihren populärsten Programmen gehören Fairness und soziale Gerechtigkeit.

Europa entsteht durch Begegnung. Unsere Pädagogik ist folgende: Die Menschen müssen sich in einem ruhigen Rahmen zu bestimmten Themen treffen, um voneinander zu lernen“, betont Stéphanie Bruel. Vor kurzem haben Schülerinnen und Schüler aus französischen, luxemburgischen und deutschen Landwirtschaftsschulen in praktischen Workshops und Rollenspielen ihre Ansichten über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ausgetauscht. Um ihre Offenheit zu fördern, wurden auch Besuche in landwirtschaftlichen Betrieben organisiert.

Nähe ist Trumpf

Die Europäische Akademie Otzenhausen ist nicht der operative Arm der Europäischen Union. Sie finanziert sich durch öffentliche und private Zuschüsse sowie durch Eigenmittel und betont ihre politische und religiöse Unabhängigkeit. Ähnliche Akademien gibt es in Deutschland, doch die Akademie in Otzenhausen unterscheidet sich durch den Kontext ihrer Gründung und ihre geografische Lage. Im Herzen der Region Saar-Lor-Lux gelegen, hat die Akademie den zusätzlichen Vorteil, den Bürgern ihre europäischen Institutionen näher zu bringen: Im Rahmen ihrer Seminare werden den Teilnehmern regelmäßig thematische Besuche in Straßburg, Luxemburg und Brüssel angeboten.

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