Oberrhein

Krankenhäuse : Ungleichheiten zwischen den Gebieten aufgezeigt

Mit der Vergrößerung der Gesundheitsinfrastrukturen und -dienstleistungen in den drei Komponenten des Oberrheins weist das Stadtplanungsamt der Region Mulhouse darauf hin, dass es auf der französischen Seite ein dichteres Angebot an Gesundheitsversorgung gibt, aber mehr Personal in Südbaden und Basel. Ein gemeinsamer Nenner ist die Überalterung des Gesundheitspersonals.

Universitaetsspital Basel

Die Agence d'urbanisme de la région mulhousienne (AURM) hat einen umfassenden Bericht über französische, schweizerische und deutsche Gesundheitsinfrastrukturen erstellt, der sich auf die südliche Grenzregion am Oberrhein fokusiert. Anzahl und Dichte der Infrastrukturen, Verteilung der Arbeitsplätze, Vergleich der Krankenversicherungssysteme, Bevölkerungsprofile und Verteilung der Gesundheitsdienstleistungen zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor werden im Detail untersucht. Die Unterlage zeigt einen deutlichen Kontrast auf beiden Seiten des Rheins.

  "Ein dichteres Angebot im Gesundheitswesen auf französischer Seite, mehr Arbeitsplätze auf deutscher und schweizischen Seite", fasst Pierre-Maël Anezo, Redakteur der Studie im AURM, zusammen.

Altkirch Walheim hôpital

© AURM

2017, Referenzjahr für die Studie, gab es im Haut-Rhin 7,7 Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner, verglichen mit 5,5 in der Region Basel und 4,8 in Südbaden. Auch die Dichte der Intensivpflegeplätze zeigt einen Unterschied, der allerdings durch eine breitere Definition des Begriffs in Frankreich relativiert werden muss: 33 pro 100.000 Einwohner, also 5 mehr als auf deutscher Seite und dreimal mehr als in der Nordwestschweiz. Die Umstrukturierung, von der in Frankreich oft die Rede ist, wurde auf der anderen Seite der Grenze bereits durchgeführt, stellt die Studie fest. Bei der Anzahl der Krankenhäuser übertrifft die Schweizer Seite ihre Nachbarn jedoch deutlich mit 118, gegenüber 76 am Oberrhein und 26 in Südbaden. Diese hohe Konzentration ist auf die führende Position Basels in der gesundheitlichen und biomedizinischen Ausbildung und Forschung zurückzuführen.

Pierre-Maël Anezo

© AURM

"Generell muss man die Unterschiede zwischen den Regionen klar in Betracht nehmen : Freiburg und Basel gehören zu den reichsten Regionen von ihrem jeweiligen Bundesstaat und sogar europaweit. Sie haben eine höhere Bevölkerungsdichte als das eher ländlich geprägte Gebiet Haut-Rhin, das dazu um das Revier-Ballungsraum Mulhouse, organisiert ist", betont Pierre-Maël Anezo.

Basel, am besten mit Personal ausgestattet

Bei den Arbeitsplätzen wird das Verhältnis umgekehrt: Pro Krankenhausbett werden in der Nordwestschweiz vier Vollzeitstellen für Krankenhauspersonal registriert, in Südbaden sind es 3,3 und am Oberrhein 1,7. Es gibt auch mehr Stadtärzte, sowohl Allgemeinmediziner als auch Fachärzte, auf der Schweizer Seite (213 pro 100.000 Einwohner, mit einem Spitzenwert von 426 in der Stadt Basel), d.h. 15% bzw. 20% mehr als auf der deutschen und französischen Seite.

Die medizinische Demographie ist ein gemeinsamer Nenner.

"Die drei Teile des südlichen Oberrheins haben das gleiche Problem: die Überalterung des medizinischen Personals", bemerkt Pierre-Maël Anezo.

Die verschiedenen Daten liefern wertvolle Sachinformationen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen: Sie verdeutlichen z.B., dass das Bettenangebot auf deutscher und schweizerischer Seite bei weitem nicht überlastet ist, so dass die Notverlegung von Patienten auf französischer Seite zur Bewältigung einer Gesundheitskrise nur begrentz durchgesetzt werden kann.

Auf der Ebene des Oberrheins versucht das Kompetenzzentrum Trisan, den Zugang zur Gesundheitsversorgung und die Ausbildung von Gesundheitspersonal zu koordinieren. Seinerseits startet  Eurodistrikt Pamina (PAlatinat sud- MIttlerer Oberrhein - Nord Alsace)  ein  Interreg-Projekt für grenzüberschreitendes Gesundheitsnetzwerk aus Krankenhaus und Gemeinschaftsmedizin.

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