Saar-Mosel

SaarMoselle stellt die Weichen für einen grenzüberschreitenden Gesundheitskorridor

Zur Halbzeit ist es GeKo, dem Leuchtturmprojekt des Eurodistrikts SaarMoselle, gelungen, die Digitalisierung von grenzüberschreitenden medizinischer Daten voranzutreiben und das Netzwerk der Krankenhauspartner auszubauen. Das eigentliche Ziel, die Schaffung eines experimentellen grenzüberschreitenden Gesundheitskorridors, ist jedoch noch nicht in Sicht.

GeKo

Am 22. September fand im Kommunikationszentrum Inéos (ehemals Smartville) in Sarreguemines der „Gesundheitstag SaarMoselle“ statt. Dabei zogen die rund sechzig Teilnehmer eine Bilanz von GeKo, dem Vorzeigeprojekt des Eurodistrikts. Es wurde im Januar 2020, kurz vor der Corona-Pandemie, ins Leben gerufen und mit 1 Million Euro aus dem Programm Interreg VA Großregion gefördert. Das Ziel: die grenzüberschreitende Gesundheitskooperation in der Region, in der rund 600 000 Menschen leben, zu strukturieren und auszubauen. Nach der Hälfte der Laufzeit des Projekts konnten Fortschritte bei der Digitalisierung der grenzüberschreitenden Gesundheitsdaten erzielt und die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern ausgeweitet werden. Zudem wurden die Grundlagen für die saarländisch-lothringische Koordinierung des Notfallmanagements gelegt.

Pilotprojekt auf dem Prüfstand

Der Eurodistrict hat deutsche und Pariser Anwaltskanzleien mit der Durchführung einer noch vertraulichen Prüfung des Pilotprojekts GeKo beauftragt. Sie soll es den finanziellen und strategischen Partnern (1) ermöglichen, bis Ende des Jahres einen dauerhaften Rechtsstatus zu erlangen, um langfristiges Engagement zu ermöglichen. Ein neuer Akteur, der deutsch-französische Ausschuss für grenzüberschreitende Zusammenarbeit (AGZ), der sich unmittelbar aus dem 2019 unterzeichneten Aachener Vertrag ergibt, wird die Partner bei den Aufsichtsbehörden unterstützen, um die Schaffung dieser Struktur zu erleichtern.

Arnaud de Sousa et Cathrin Gräber

Arnaud de Sousa et Cathrin Gräber © DR

"Der Aachener Vertrag, der das Recht auf solche Projektversuche vorsieht, könnte uns theoretisch sehr helfen. Die Grenzgebiete fordern unterschiedliche Lösungen, insbesondere im Bereich der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Aber die Entscheidungen, die getroffen werden, hängen weiterhin von der nationalen Politik ab", betont Arnaud de Souza, grenzüberschreitender Projektkoordinator für den Eurodistrikt. Cathrin Gräber, die deutsche Generalsekretärin, und Vincent Muller, der französische Generalsekretär des CTT, haben versprochen, die Zusammenarbeit, die nach wie vor mit Schwierigkeiten behaftet ist, so gut wie möglich vorzubereiten.

Geko 2

© SaarMoselle

Fortschritte bei der Digitalisierung

Die Sprachbarriere und besonders die sehr unterschiedlichen Managementmethoden erschweren die grenzüberschreitende Gesundheitskooperation zwischen dem Saarland und dem Departement Moselle. Während es in Frankreich nur eine einzige Aufsichtsbehörde, die regionale Gesundheitsbehörde (l’Agence régionale de santé), und einen einzigen Kostenträger, die Primärkasse der Krankenversicherung (la caisse primaire d’assurance maladie), gibt, sind es in Deutschland Dutzende, wenn nicht Hunderte von Entscheidungs- und Kostenträger im Gesundheitssektor.

Umso erfreulicher sind die Fortschritte, die die Pioniere der saar-moselländischen Zusammenarbeit, das Marie-Madeleine-Krankenhaus in Forbach (Mosel) und eine auf die Behandlung von Herzerkrankungen spezialisierte saarländische Klinik, das HerzZentrum in Völklingen, erzielt haben.

Patienten aus dem Departement Moselle, die in diese Einrichtung eingewiesen werden, können nun ihre Versichertenkarte (carte Vitale) in der saarländischen Klinik verwenden. Eine telefonische Verbindung mit dem Krankenhaus in Forbach hilft bei eventuellen Schwierigkeiten. Auch die Rechnungsstellung, die bisher per Post erfolgte, wird digitalisiert.

Nach ihrer Validierung könnte diese Form der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit neuen Partnern umgesetzt werden: mit der nuklearmedizinischen Abteilung des Krankenhauses von Sarreguemines und dem Nachsorgezentrum Freyming-Merlebach.

Was die Notfallversorgung betrifft, so wurden die Schwierigkeiten zwar erkannt, aber noch nicht endgültig gelöst. In Frankreich wird die Rettungsleitstelle von einem Arzt koordiniert, während sie in Deutschland einem technischen und einem medizinischen Leiter unterstellt ist. Auch dieses Hindernis muss überwunden werden, damit die GeKo ihr Ziel erreichen kann: die Einrichtung eines 30 Kilometer langen Korridors beiderseits der Grenze, in dem die Einwohner von einer doppelten deutsch-französischen Krankenversicherung profitieren und so einen leichteren Zugang zu einer grenzüberschreitenden Versorgung erhalten.


(1) Finanzielle Partner: die SHG Völklingen, das MGEN, das Ministerium für Gesundheit des Saarlandes und die ARS Grand Est. Strategische Partner: Klinikum Saarbrücken, CHIC Unisanté+ Forbach, Hôpital Filieris de Freyming-Merlebach, CH Sarreguemines, CPAM 57 und 67, AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) Landesvertretung Saarland, das Gesundheitsamt des Regionalverbandes Saarbrücken, der Service Départemental d'Incendie et de Secours de la Moselle (SDIS 57) und der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar, die Universität Lothringen, das Universitätsklinikum des Saarlandes und das Département de la Moselle

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