Großregion

Frédéric Krier

Mitglied des Vorstands des Unabhängigen Gewerkschaftsbunds Luxemburg (OGBL)

Frédéric Krier
Frédéric Krier

© OGBL

"Das Steuerproblem bleibt ein großes Hindernis für grenzüberschreitende Telearbeit", Frédéric Krier, Mitglied des Vorstands des Unabhängigen Gewerkschaftsbunds Luxemburg (OGBL).

Der Zentralsekretär für den Hochschul- und Forschungssektor der luxemburgischen Gewerkschaft, Frédéric Krier, vertrat den OGBL im vergangenen Februar bei der Überarbeitung der großherzoglichen Vereinbarung zur Telearbeit.

Die Überarbeitung der Telearbeitsvereinbarung ist das Ergebnis einer Stellungnahme des luxemburgischen Wirtschafts- und Sozialrats. Dies ist das erste Mal, dass eine Vereinbarung auf diese Weise ausgehandelt wurde.  Die beiden Gewerkschaften des Landes, OGBL und der Christliche Gewerkschaftsbund Luxemburg (LCGB), unterzeichneten denselben Text. Arbeitgeber und Arbeitnehmer waren sich einig, dass die alte Vereinbarung aus dem Jahr 2006 nicht mehr funktioniert. Sie definierte Telearbeit entweder als einen quasi permanenten Status oder als eine Möglichkeit, sich gelegentlich an Verkehrsschwierigkeiten und schlechtes Wetter anzupassen. Mit 11 Prozent der Beschäftigten, die bereits Telearbeit genutzt haben, lag Luxemburg vor vielen anderen europäischen Ländern, dennoch blieb diese Arbeitsform begrenzt.

Die Pandemie hat die Dinge über Nacht verändert. In den 15 Monaten der Gesundheitskrise richteten die Arbeitgeber Telekonferenz-Plattformen ein und rüsteten ihre Mitarbeiter aus. Der Finanzsektor, der einen Mangel an Vertraulichkeit/Datenschutz befürchtete, konnte sich Verbindungen sichern. Personalverantwortliche, die sich vor einem Geschäftsrückgang fürchteten, der durch unkontrolliertes Arbeiten entstehen könnte, haben festgestellt, dass ihre Mitarbeiter nun eher mehr arbeiten. Die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen immer mehr und das Recht, offline zu sein, muss verteidigt werden. Heute fordern die Mitarbeiter mehr Flexibilität, aber die Telearbeit hat ihre Grenzen aufgezeigt, wie etwa die Schwierigkeit, im Team zu arbeiten und die Gefahr der Isolation.

Das Steuerproblem bleibt ein großes Hindernis für die grenzüberschreitende Telearbeit. Bei mehr als 25 Prozent Telearbeit riskieren die Grenzgänger eine Doppelbesteuerung. Die bilateralen Steuerabkommen mit Frankreich und Belgien verlängern die Steuerbefreiungen bis zum nächsten September. Bereits 2019 hat sich unser Kongress für eine Vereinheitlichung der verschiedenen Steuerabkommen in Bezug auf Telearbeit eingesetzt. Wir sind für neue Verhandlungen, die die maximale Dauer der Telearbeit auf 25 % der Arbeitszeit erhöhen würden. Wir sind aber nicht davon überzeugt, dass ein neues Gesetz notwendig ist. Einige Parteien fordern einen Tag Telearbeit pro Woche, aber mehr als die Hälfte der Berufe können nicht in Telearbeit ausgeführt werden, und es ist nicht schlüssig, für Rechte zu kämpfen, die nicht für alle gelten

Die Interviews/Gespräche führte Voisins-Nachbarn

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