Der Innovation Park, ein neuer Leuchtturm für die Biotechnologie in Basel
Dieser Campus, der nach und nach entsteht, wird bald mehr als 100.000 qm Büro- und Laborfläche bieten, um die Dynamik der Metropole in den Bereichen Forschung und neue Unternehmen im Gesundheits- und Pharmabereich fortzusetzen. Die Stararchitekten Herzog & de Meuron haben die Entwürfe dafür gezeichnet.

Es ist einer dieser Orte des radikalen Wandels ohne Komplexe, wie sie nur die Schweiz zu bieten hat. Am Stadtrand von Basel wächst ein europäisches Juwel der Biotechnologie in einem von harter Arbeit geprägten Gebiet, neben Unternehmen, die Altmetall zum Recycling zerlegen, und dort wo noch vor kurzem Kleingärten gediehen. Aber jetzt prägen die Forschung und die Gesundheit der Zukunft ostentativ die Landschaft.
Seit 2019 wurden bereits rund 60.000 qm in diesem Komplex namens «Switzerland Innovation Park Basel Area» bebaut. Bis 2030 soll er eine Gesamtfläche von 115.000 qm für Büros und Labors erreichen, wenn die drei ergänzenden Gebäude zum Main Campus und Hortus fertiggestellt sein sollen.
In Erwartung der kleinen Brüder mit vielversprechenden Namen – Hope, Scale und A.L.L. – füllen ca. 40 Strukturen einen Großteil der ersten verfügbaren Flächen, um ein hochkarätiges medizinisch-pharmazeutisches Ökosystem mit 1.200 Mitarbeitern zu bilden. Die Forscher des F&E- Zentrums des multinationalen Unternehmens Johnson & Johnson können dort auf die Teams der renommierten Abteilung für Bioingenieurwesen der Universität Basel, einige andere akademische Forschungseinrichtungen und vor allem eine Vielzahl von Start-ups mit gezielten Aktivitäten treffen, die vielleicht das Schicksal eines der Mieter teilen werden: T3 Pharma, das vom Labor Boehringer Ingelheim zu einem hohen Preis aufgekauft wurde.
Vernetzt mit dem Novartis Campus
An diesem Standort in der angrenzenden Gemeinde Allschwil schlägt somit eines der neuen Herzen des dynamischen Ökosystems der Basler Pharma- und Biotechnologiebranche, das sich um die Konzerne Roche und Novartis herum gebildet hat. Der Innovation Park ist von ihnen in jeder Hinsicht nicht weit entfernt. Er arbeitet mit dem Novartis Campus zusammen, der die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten des multinationalen Unternehmens und der in seinem Gefolge entstehenden Start-ups bündelt, sowie mit dem Campus Jura in Courroux im französischsprachigen Kanton. Zusammen mit den beiden anderen Standorten des «Switzerland Innovation Park Basel Area» umfasst dieser 80 Akteure.
Für diese mehreren tausend Forscherköpfe braucht es ein Arbeitsumfeld für Kreativität. Dafür sorgt die Architektur. Und auch in diesem Bereich spart man in Basel nicht an Mitteln. Rund 600 Millionen Euro wurden oder werden letztlich in Allschwil von einer privaten Schweizer Kapitalbeteiligungsgesellschaft, Senn Resources, bereitgestellt. Diese hat 250 Millionen Schweizer Franken in den 50.000 qm großen Main Campus Gebäude investiert, das 2022 eröffnet wurde, und sie kündigt an, insgesamt 350 Millionen für die vier weiteren Gebäude vorgesehen zu haben, darunter den 10.000 qm großen im Juni 2025 eingeweihten Hortus.
Für die Konzipierung wurden international renommierte Stars hinzugezogen: das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron, das auch für das Olympiastadion in Peking, die Elbphilharmonie in Hamburg oder, näher gelegen, für die Erweiterung des Museums Unterlinden in Colmar (Elsass) und den an die Formen der DNA erinnernden „Roche-Turm” in Basel verantwortlich zeichnet.
Rundum rund
Im Innovation Park Allschwil setzen die Architekten, unterstützt vom Planungsbüro ZPF Ingenieure, erneut auf markante, in diesem Fall kreisförmige Volumen. Eine Reihe von runden Inseln bildet die Innenräume unter freiem Himmel, wo zufällige oder organisierte Begegnungen stattfinden können.

Eine Reihe von runden Inseln bildet die Innenräume unter freiem Himmel. © Mathieu Noyer
„Die Gebäude folgen einem ähnlichen Grundriss mit kreisförmigen Treppen. Sie wurden so konzipiert, dass sie Eleganz und eine gute Erreichbarkeit für die Nutzer, Leichtigkeit und die Einhaltung der Erdbebenstandards vereinen“, beschreibt Ana-Maria Eigenmann, geschäftsführende Partnerin bei ZPF Ingenieure. Die Materialien im Innenbereich wirken warm: Holz ist allgegenwärtig und wird an einigen Stellen mit Lehm kombiniert. Und die Start-ups wachsen inmitten von Grünpflanzen. Die Harmonie mit der ursprünglichen Umgebung dieses Vororts schien unwahrscheinlich, hat sich aber im Laufe der Zeit entwickelt.
Das zweite Gebäude, namens Hortus, wurde Juni 2025 eingeweiht. © Esther Baur