Elsass

Das grenzenlose Mosaik des Musée Unterlinden

Das in Bergheim (Haut-Rhin) ausgegrabene und in Trier aufbereitete, außergewöhnliche Kunstwerk ist in Colmar ausgestellt. Es ist Zeuge einer Epoche, in der die beiden -heute französischen und deutschen- Städte zum selben römischen Gebiet gehörten.

Mosaïque Bergheim
© Colmar, musée Unterlinden

Ab dem 16. Januar wird das Mosaik aus Bergheim im Rahmen der Entdeckungstouren „Meisterwerke“ im Museum Unterlinden in Colmar zu sehen sein. Auf seine Weise hat das Mosaik so zum grenzüberschreitenden Austausch beigetragen. Es zeugt von einer Zeit, in der die Kunst sich in einem Raum bewegte, der heute durch nationale Grenzen begrenzt ist, damals jedoch offen war: Das im Elsass entdeckte gallo-römische Werk wurde im 3. Jahrhundert n. Chr. in Trier, im heutigen Rheinland-Pfalz, angefertigt.

"Die Trierer Werkstätten genossen zu dieser Zeit einen außergewöhnlich guten Ruf auch über weitere Distanzen hinweg. Daher ist es nicht erstaunlich, dass sich die Einwohner von Bergheim an sie wandten: Die Werkstätten waren das bekannteste Kunstzentrum in diesem Teil des gallo-römischen Raums, sie waren nicht allzu weit gelegen und mit ihnen hatten sie die größte Affinität", beschreibt Pantxika de Paepe, Chefkonservatorin des Musée Unterlinden.

Gründungswerk des Museums

Mehrere Indizien führten dazu, dass das Mosaik den Trierer Werkstätten zugeordnet werden konnte. "Es weist verschiedene Merkmale auf, wie die Größe und Dichte der Mosaiksteine und die vorwiegend ockerfarbene und graue Farbe", ergänzt Pantxika de Paepe.

Das aus Marmor und Stein gefertigte polychrome Werk folgt strengen und komplexen geometrischen Formen. Neun in Quadrate eingelassene Kreise wechseln sich mit acht Quadraten in gewölbten Vierecken und achtzehn kleinen Quadraten mit konkaven Seiten ab. 1848 wurde es zufällig bei einer archäologischen Ausgrabung entdeckt, bei der eine außergewöhnliche gallo-römische Villa im Elsass freigelegt wurde. Diese Entdeckung war einer der wesentlichen Faktoren, die zur Gründung des Musée Unterlinden führte. Ein Jahr nach dem Fund wurde beschlossen, das Werk in dem Kloster Unterlinden aufzustellen, das 1853 in ein Museum umgewandelt wurde. Von dem ursprünglich 80 Quadratmeter großen Mosaik konnte rund ein Achtel gerettet und rekonstruiert werden, was einer Fläche von rund 18 Quadratmetern entspricht. 

Die Entdeckungstouren der Meisterwerke (Isenheimer Altar, Melancholie von Cranach, Werke von Picasso...) und der neuen Architektur des Museums finden am 16. und 30. Januar sowie am 13. und 27. Februar statt, jeweils um 11 Uhr. Dauer: 1,5 Stunden. Ticketverkauf online (https://musee-unterlinden.tickeasy.com/de-DE/accueil) oder bei der Abteilung für Reservierungen. Montag bis Freitag unter +33 (0)3 89 20 22 79 - reservations@musee-unterlinden.com / am Wochenende unter +33 (0)3 89 20 15 58 - billetterie@musee-unterlinden.com

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