Lothringen - Luxemburg

Grenzüberschreitendes Bündnis gegen illegalen Abfallverkehr

Seit Anfang 2021 haben französischer und luxemburgischer Zoll 50 Tonnen Abfall abgefangen, die illegal die Grenze überschritten. Die Regierung, EVTZ Alzette-Belval und die Gemeinden organisieren sich, gegen die Missetaten von Unternehmen und Anwohnern zu kämpfen.

Dépôt sauvage

Zwischen Luxemburg und dem Norden Lothringens überschreiten nicht nur Arbeiter die Grenzen. Auch Bauschutt, Glas, Gips und Müllsäcke sind sehr mobil, meist in Richtung Großherzogtum nach Frankreich. Die von Luxemburg auferlegten Steuern auf Gewerbeabfälle und Hausmüll haben verschiedene Arten von Abfallhandel in Richtung Lothringen ausgelöst. Der französische Zoll behandelt diese illegalen Importe genauso wie den Zigaretten- oder Drogenhandel. In Zusammenarbeit mit ihren luxemburgischen und belgischen Kollegen haben die Zollbeamten im laufenden ersten Halbjahr  50 Tonnen Abfälle abgefangen, im Vergleich zu 42 Tonnen im Jahr 2020 - einem Jahr, das von den Lockdowns und der Coronapandemie geprägt war.

Gefühl von Straflosigkeit

Dorothée Habay-Lê

© DR

"Einige Transfer kamen von Privatpersonen, andere, bei denen es um große Abfallmengen geht, erinnern an kriminelle Organisationen. Da die Grenze das Gefühl der Straflosigkeit verstärkt, arbeitet eine französisch-luxemburgische Lenkungsgruppe seit 2018 an einer globalen Strategie gegen diesen Verkehr", erwähnt Dorothée Habay-Lê, Direktorin des EVTZ Alzette-Belval.

Die aus der luxemburgischen Umweltverwaltung, dem französischen Zoll, dem Gemeindeverband Pays-Haut Val d'Alzette und dem EVTZ entstehende Arbeitsgruppe  synchronisiert Initiativen, wie Aufklärungskampagnen und Blitzaktionen auf beiden Seiten der Grenze.

"Die aus Luxemburg stammende Abfälle müssen in Luxemburg entsorgt werden, mit Ausnahme es bestehe keine Möglichkeit der Verwertung oder Entsorgung im Herkunftsland. Eine eventuelle Ablagerung der betreffenden Abfälle in einem Entsorgungszentrum in einem Nachbarland, in den Wäldern, in der Natur oder an einem anderen unzugelassenen Ort wird sowohl in Luxemburg als in den Nachbarländern strafbar", erinnert die luxemburgische Umweltverwaltung, die sich sehr für dieses Thema engagiert.

Gautier Berera

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"Wir wollen die Kontrollen intensivieren, denn eine entstehende Deponie bleibt über Jahre bestehen. Zur Lösung gehören aber auch Aufklärung, Einführung von Nachbarschaftskompostern und eines Null-Abfall-Ziels für das gesamte grenzüberschreitende Einzugsgebiet", meint Gautier Berera, stellvertretender Verantwortlicher für Umwelt und Tierschutz in Audun-le-Tiche.

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