Mosel - Saarpfalz-Kreis

In Bliesbrück-Rheinheim wird die gallo-romanische Stätte noch deutsch-französischer

Die am Donnerstag, dem 15. September, hinterlegte Satzung des Vereins Vita Futura bestätigt eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die in Europa ihresgleichen sucht.  Die saarländisch-moselländische archäologische Stätte wird zum ersten Freiluftlabor des Aachener Vertrags.

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Der archäologische Park Bliesbrück-Rheinheim, der seit 30 Jahren unter dem Conseil départemental de Moselle und des Saarpfalz-Kreises verwaltet wird, hat seine Verwaltung erweitert und ist zu einem Modell für die grenzüberschreitende deutsch-französische Zusammenarbeit geworden, die im Aachener Vertrag gefordert wird. Die Satzung von Vita Futura, einer Vereinigung nach dem Recht von 1908, die am Donnerstag, den 15. September beim Tribunal de grande instance in Saargemünd hinterlegt wurde, bestätigt die Schaffung einer einheitlichen Verwaltungsstruktur, an der die französischen und deutschen Zuständigkeitsebenen gleichberechtigt beteiligt sind. Das Eurodepartement Moselle, das Saarland, der Saapfalz-Kreis, die Communauté d'agglomération Sarreguemines Confluences, die Gemeinden Bliesbrück und Rheinheim sowie die Tourismus- und Entwicklungsbüros Moselle attractivité und Saarpfalz-Touristik haben ihre Mittel und Kompetenzen zusammengelegt, um gemeinsam die Geschicke der zweitausendjährigen Stätte zu lenken.

Einen Einfluss ohne Grenzen

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Patrick Weiten, Präsident des Eurodepartements Moselle. © Arnaud Hussenot .

"Die Hauptschwierigkeiten bestanden darin, Subventionen aus beiden Ländern zusammenzubringen und in der Satzung gewählte Vertreter deutscher und französischer öffentlicher Institutionen anzugeben. Diese ungewöhnlichen Bestimmungen stehen in der Kontinuität des Aachener Vertrags", erklärt Patrick Weiten, Präsident des Eurodepartements Moselle und erster Präsident von Vita Futura.

Mit einem Budget von 26.000 Euro bis Ende des Jahres wird der Verein nicht mehr einen zweigeteilten Park verwalten, sondern ein gemeinsames Gebiet, dessen Einfluss über die Grenzen hinausreicht. Die gemeinsame Verwaltung wird es unter anderem ermöglichen, Begegnungen zwischen Jugendlichen der Partnerschulen aus Moselle und dem Saarland zu organisieren, Delegationen von Archäologen zu empfangen oder die August-Feierlichkeiten von Vita Futura, die bisher vom Département Moselle auf der französischen Seite des Parks organisiert wurden, auf das gesamte Gelände auszudehnen.

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David Lindenmann, Leiter der Staatskanzlei des Saarlandes. © Oliver Dietze

"Wir sind stolz darauf, etwas geschaffen zu haben, dass es noch nicht gab. Der Standort Bliesbrück wird exemplarisch auf europäischer Ebene und für Frankreichstrategie im Saarland", betont David Lindenmann, Leiter der Staatskanzlei des Saarlandes und Bevollmächtigter für europäische Angelegenheiten des Landes.

David Lindenmann und Patrick Weiten werden jeweils ein Schreiben an den Bundeskanzler und den französischen Staatspräsidenten richten, um auf dieses neue Modell der integrierten Verwaltung hinzuweisen.

Ein zweitausendjähriger Wiederaufstieg

Die Stadtmauer von Bliesbrück-Rheinheim, die nacheinander keltischer Fürstenpol, römische Siedlung und antikes Thermalbad war, wurde während des 30-jährigen Krieges verwüstet und verschwand nach und nach aus dem kollektiven Gedächtnis. Die seltsamen Münzen, die die Landwirte manchmal fanden, waren die einzigen Wiederauferstehungen einer versunkenen Vergangenheit. Die archäologischen Funde - Überreste eines römischen Thermalbads, merowingische Gräber und Schmuck - führten 1989 zur Gründung des Europäischen Archäologieparks, der jedes Jahr 40.000 Besucher empfängt. In seiner neuen Form als Verein wird das Gelände wieder zu dem grenzenlosen Raum, den seine Anwohner vor mehr als 2.000 Jahren kannten.

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