Baden - Oberelsass - Nordschweiz

Trinationale Geschichte im Dreiländermuseum Lörrach

Als einziges Museum Europas, das sich mit der Kultur, der Geschichte und der Geografie von drei Ländern beschäftigt, beleuchtet die Dauerausstellung des Dreiländermuseums Lörrach die Entwicklung der trinationalen Beziehungen zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

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Was verbindet Deutschland, Frankreich und die Schweiz? Wie ist es zur Entstehung dieser einzigartigen Region gekommen? Welche Rolle spielt der Rhein? Das Dreiländermuseum Lörrach widmet sich den Fragen zur trinationalen Geschichte dieser einzigartigen Region und zeichnet die Auswirkungen der Grenzziehung auf die Kultur, die Wirtschaft und den Alltag der Bevölkerung im Dreiländereck nach.

Auf deutscher, französischer und englischer Sprache können sich die Besucher auf rund 1000 Quadratmetern über die Geschichte der Region zwischen Südbaden, dem Oberelsass und der Nordschweiz informieren. Vom Mittelalter über den Ersten Weltkrieg bis zur heutigen Freundschaft – wie es dazu kam, dass aus vielen kleinen Territorien drei getrennte Nationen wurden und wie die Menschen heutzutage mit dieser Geschichte leben, zeigen rund 2000 Exponate auf drei Etagen.

Der Rhein als Grenze und Verbindung

Eine prominente Rolle in der Ausstellung spielt der Rhein. Im ersten Raum findet sich ein begehbares Satellitenbild, das die Region um den Ober- und den Hochrhein aus 10.000 Metern Höhe zeigt. Durch die Vogelperspektive sind die Grenzen kaum erkennbar, doch der 1320 km lange Fluss, der in den Alpen entspringt und in die Nordsee mündet, hat eine lange und von den Interessen der drei Länder geprägte Geschichte.

Michael Wuchner

Michael Wuchner © Annalina Ebert

„Der Rhein war früher ganz anders, er floss in vielen S-Kurven. Um Kulturland zu gewinnen, den Fluss schiffbar zu machen, aber auch um Malaria auszurotten, haben Deutschland und Frankreich gemeinsam beschlossen, den Rhein zu begradigen. Dabei wurde er um 80 Kilometer verkürzt, was 3.000 Inseln verschwinden ließ und die Flora und Fauna maßgeblich veränderte“, erzählt der Museumsführer Michael Wuchner.

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Der Rhein als zentrales Element der Region © Annalina Ebert

Die Rheinbegradigung fand von 1817 bis 1876 nach den Plänen von Johann Gottfried Tulla statt. Während zunächst Straßburg noch der Endpunkt der Großschifffahrt war, erlaubte die Flussbegradigung den Schiffen, flussaufwärts bis nach Basel vorzudringen und somit die Wirtschaftszone zu erweitern.

Ein Rundgang durch die Zeit

Nach den wichtigen Etappen der Entstehung der Dreiländerregion führt der Rundgang des Museums in die Gegenwart. Von der deutsch-französischen Aussöhnung nach dem Krieg und der langsamen Annäherung der beiden Länder bis zu einer echten Freundschaft und Zusammenarbeit ist es ein weiter Weg. Mehrere Räume beschäftigten sich mit der Sprache und Identität, Klischees und Stereotypen und den Auswirkungen der Grenzen auf Politik, Wirtschaft und das Zusammenleben der Bevölkerung.

Die Dachgeschossabteilung rundet die Ausstellung schließlich ab: Hier befindet sich eine riesige Camera Obscura - eine Dunkelkammer mit einer kleinen runden Öffnung, durch die Licht einfällt und das Bild von draußen an die gegenüberliegende Wand projiziert, hier der Blick auf die Lörracher Innenstadt, der die Besucher einlädt, über die Zukunft der Dreiländerregion nachzudenken. Wie wird die gemeinsame Region wohl in 50 Jahren aussehen?

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