Saarland-Mosel

Der Regionalverband Saarbrücken setzt auf Kunst als Vektor der Versöhnung

Die Kommune lädt bildende Künstler aus dem Eurodistrikt Saar-Mosel zu einem grenzüberschreitenden Wettbewerb ein.  "Grenze / Frontière 2021" soll die Gräben entschärfen, die durch die Gesundheitskrise wieder aufgetaucht sind.

kunstprojekt

Noch nie zuvor hat sich der Regionalverband Saarbrücken (1) als Projekt-Träger einer grenzüberschreitenden Kulturveranstaltung engagiert. Die Wechselfälle der Gesundheitskrise, das Trauma der Familien, die sich nicht mehr vorstellen konnten, durch die Grenze getrennt zu werden, und die Feindseligkeit einiger Saarländer gegenüber den Grenzarbeitern veranlassten sie, den Schritt zu wagen.

Peter Gillo

© Pascale Braun

"Wir hatten eine sehr schwierige Zeit während der ersten Welle im Frühjahr 2021, aber auch in diesem Frühjahr, wegen der unterschiedlichen Gesundheitsvorschriften. Diese Situation hat zu Spannungen geführt, die wir abbauen müssen, um wieder Vertrauen aufzubauen", sagt Peter Gillo, Direktor des Regionalverbands Saarbrücken.

Aufruf zu den Künsten

Die Institution hat deshalb den Wettbewerb "Grenze / Frontière 2021" ins Leben gerufen, der bildende Künstler - Maler, Bildhauer oder Fotografen - einlädt, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie die vergangenen 18 Monate die Wahrnehmung der Grenze in der Region verändert haben. Der Wettbewerb, an dem Künstler aus dem Eurodistrikt Saar-Mosel teilnehmen können, ist mit 2.000 Euro für den ersten Preis, 1.000 Euro für den zweiten Preis und 500 Euro für den dritten Preis dotiert. Eine vom Regionalverband zugelassene Jury aus französischen und deutschen Fachleuten wird über die bis zum 1. September per Post eingereichten Arbeiten entscheiden (2). Die saarländische Einrichtung setzt auf französische Staffeln, um Bewerbungen aus dem Osten der Mosel zu fördern.

"Aufgrund ihrer Sensibilität waren die Künstler von der Schließung der Grenzen zweifellos besonders betroffen. Selbst wenn sie nicht die Versuchung teilten, sich nach innen zu wenden, wurden sie in ihrer Arbeit, in ihrem Austausch und in ihrer Ausbildung behindert", sagt Peter Gillo.

Ein Pantomime an der Grenze

Jomi

© HelWin Goetzinger

Die ausgewählten Arbeiten werden im letzten Quartal des Jahres in der Stadt ausgestellt. In der Zwischenzeit konnten die Bewohner des Grenzgebiets eine Live-Show entdecken, die mit der deutsch-französischen Freundschaft verbunden ist. Der saarländische Pantomime Josef Michael Kreutzer, alias Pantomime Jomi, tritt mit seiner neuen Show am 14. Juli um 11 Uhr auf der Freundschaftsbrücke in Kleinbittersdorf auf, anschließend um 15 und 17 Uhr im Deutsch-Französischen Garten. Der "Dichter des Schweigens" wird den langen Weg zwischen dem Begriff des Erbfeindes und dem Prinzip der deutsch-französischen Aussöhnung zurückverfolgen, den ein bösartiger Virus heimtückisch befallen hat.

 

  1. Dieser saarländische Landkreis hat 330 000 Einwohner, die sich auf zehn Gemeinden verteilen, darunter Saarbrücken, Völklingen, Püttlingen, Sulzbach und Friedrichsthal, also ein Drittel der Bevölkerung des Saarlandes.
  2. Regionalverband Saarbrücken, Entwicklungs- und Raumplanung, Grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Katharina Smola, Schlossplatz 1-15, D 66119 Saarbrücken

 

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