Die Universitäten unterstützen ihre Start-ups
Im Juni dieses Jahres stellte die saarländische Regierung 10 Millionen Euro für einen neuen universitären Inkubator „The Bridge Incubator GmbH“ bereit. Die luxemburgische Universität steht dem in nichts nach und entfaltet eine ganze Bandbreite an Hilfen für das studentische Unternehmertum.

Die Universitäten setzen viel Überzeugungsarbeit ein, um ihre Studenten für das Unternehmertum zu begeistern, von traditionellen Entrepreneurship-Programmen über Coachings in frei zugänglichen Räumen bis hin zu Crash-Workshops und Seminaren. Das Saarland sieht in der Unterstützung von studentischen Start-ups die Möglichkeit, seine IT-Kompetenzen bundesweit oder sogar international bekannt zu machen. Luxemburg wiederum hofft, junge Unternehmensgründer im Land zu halten, die seinen Vorsprung in den Bereichen künstliche Intelligenz oder FinTech weiter ausbauen.
Der Saar-Inkubator als Vorreiter der Innovation
Im Saarland hat sich die Struktur zur Förderung des Unternehmertums IT-Inkubator, die unter der Schirmherrschaft der Universität des Saarlandes (UdS) rund 20 Projekte unterstützt hat, diesen Sommer in The Bridge Incubator GmbH umgewandelt. Die neue Struktur will die Bemühungen und Mittel des Bundeswirtschaftsministeriums und der UdS zusammenführen.

Jürgen Barke ©MWIDE / Oliver Dietze
„Mit unserem Projekt „Saar-Inkubator“ setzen wir gezielt auf die Förderung von Gründungsaktivitäten und den Transfer von Forschungswissen in eine wirtschaftliche Verwertung. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung unserer Innovationsstrategie und stärken die Innovationskraft im Land. Mit seinem innovativen und originellen Charakter stellt das neue Projekt ein zielgerichtetes Instrument dar, um die Transformation der Wirtschaft und den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten,“ erklärt der saarländische Wirtschafts- und Innovationsminister Jürgen Barke.
Das Bundesland, die UdS und die Europäische Union setzen auch auf die Ausstrahlung von zwei weiteren Gründerzentren - The Bridge in Saarbrücken und Triathlon im Saarland -, um die Fortschritte des Landes in den Bereichen Innovation und Klimaneutralität zu untermauern.
Start Your Own Business, das neue luxemburgische Motto
In Luxemburg löste der Covid eine Wandlung des Inkubationsmechanismus aus. Das Modul Start Your Own Business (SYOB) wurde 2020 eingeführt, um die Praktika zu ersetzen, die aufgrund der Pandemie abgesagt worden waren. Management, Benchmarking oder B2B und B2C bieten einer wachsenden Zahl von Studierenden neue Werkzeuge. Seitdem begleitet die Uni.lu ihre Studierenden auf drei zusätzliche Arten: den Accelerator, den Venture Mentoring Service (VMS) und das Ideation Camp.
Das von Sivakumar Bactavatchalou geleitete Modul Start Your Own Business lässt die Teilnehmer im Laufe des akademischen Jahres unter realen Bedingungen in die Welt des Unternehmertums eintauchen. Dieses Programm stellt eine Art Schleuse zwischen dem theoretischen Lernen und der Arbeitswelt dar. Das Ziel besteht darin, das Start-up nach zwei Semestern betriebsbereit zu machen. Dieses Modul ist heute für alle Studierenden zugänglich, unabhängig von ihrem Studienfach.
Der Accelerator, der Venture Mentoring Service (VMS) und das Ideation Camp sind ihrerseits Programme außerhalb des Lehrplans, die ab 2017 eingeführt wurden.
Von der Wissenschaft zum Business
Das Büro für Doktorandenstudien und der Inkubator der Universität bieten außerdem acht Workshops für Doktoranden der Naturwissenschaften und Informatik an, in denen sie ihre ursprünglich wissenschaftlichen Projekte in ein marktfähiges Produkt umwandeln können. Dies ist auch ein Weg, um den Mehrwert von Experten in Spitzenbereichen wie künstliche Intelligenz, Financial Technology (FinTech) oder Sozialwissenschaften (Lowtech) zu erhalten.

Sivakumar Bactavatchalou ©Université du Luxembourg
„Das Wichtigste für die Universität Luxemburg ist die Vermittlung von unternehmerischen und transversalen Kompetenzen. Viele der Studierenden der Universität Luxemburg werden innerhalb von zwei Jahren Führungspositionen übernehmen. Einige Programmdirektoren sind sich dessen bewusst und haben uns gebeten, ihre Studierenden zu betreuen. Wir möchten auch Doktoranden dabei helfen, ihr Fachwissen in Bereichen wie FinTech, künstliche Intelligenz oder Geisteswissenschaften aufzuwerten“, berichtet Sivakumar Bactavatchalou, Leiter des Entrepreneurship-Programms der Universität Luxemburg.
Die Unterstützung der Universität Luxemburg für das Unternehmertum wird durch drei weitere Initiativen ergänzt. Das Ideation Camp richtet sich an Gruppen von Studierenden, die nicht unbedingt ein Unternehmensprojekt haben, und führt sie an vier Abenden in die Herausforderungen eines Start-ups und die Schritte zu seiner Gründung ein. Vierzig bis fünfzig ehrenamtliche Mentoren stellen den Studenten ihre Netzwerke zur Verfügung und das Gewinnerteam dieser Veranstaltung gewinnt 10.000 €, die es in sein Projekt reinvestieren kann.
Die nächste Stufe, der Venture Mentoring Service (VMS), bietet den Studierenden die Begleitung durch Fachleute, um ihr Projekt zukunftssicher zu machen. In der Endphase bietet der Accelerator den Teilnehmern Reisen in die USA, nach San Francisco, North Carolina oder New York und Boston. Ziel dieses Programms ist es, das Netzwerk der Preisträger auf internationaler Ebene auszubauen und sich gleichzeitig weiterzubilden.
Siehe auch:
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Lumena macht Startups auf grenzüberschreitender Ebene
© André Faber