Stadtplanungsagentur von Straßburg macht sich am Oberrhein einen Namen.
Das Ende Februar verabschiedete Projekt der Agentur enstpricht ihrem Willen, auf der Ebene des grenzüberschreitenden Ballungsraum tätig zu werden. Zum Ausdruck bringt sie es in einer Namensänderung und bald auch in einem Umzug in die Nähe des Rheins.

Die Straßburger Stadtplanungsagentur nimmt eine grenzüberschreitende Ausrichtung vor, die sie so weitreichend gestalten möchte, dass sie dies bereits in ihrem Namen verankert. Der Ausdruck "Adeus", der für Agence de développement et d'urbanisme de l'agglomération strasbourgeoise (Agentur für Entwicklung und Stadtplanung des Ballungsraums Straßburg) gilt, wird nun Agence d'urbanisme de Strasbourg Rhin supérieur bedeuten. Diese Entwicklung wurde auf der Generalversammlung Ende Februar bekannt gegeben, auf der das "Projekt der Agentur" für die nächsten Jahre verabschiedet wurde.

© Jean Isenmann - Adeus
"Wir wollen eine Veränderung der Dimension und des Stellenwerts der Agentur bekräftigen, da die großen Herausforderungen, die uns die öffentlichen Körperschaften anvertrauen, mehr denn je den Rhein überqueren: Bewältigung des Klimawandels, Entstehung von CO2-freien Gebieten, Aufbau ihrer Widerstandsfähigkeit, Berücksichtigung des Mangels an Grundstücke, gute Kenntnissname der Lebensweisen und der Nutzung der Stadt usw.", erklärt Pierre Laplane, Generaldirektor der Adeus.
Zur Symbolisierung von dieser neuen Positionierung wird Adeus in anderthalb Jahren den Standort wechseln: Sie wird ihre Büros im Rathaus im Zentrum von Straßburg verlassen und sich in der Nähe des Rheins im neuen Stadtteil Deux-Rives niederlassen, genauer gesagt im Sektor "Coop" und dem legendären Gebäude des ehemaligen Weinkellers der ehemaligen elsässischen Vertriebsgenossenschaft.

v.l.n.r : Pierre Laplane, Generaldirektor Françoise Schaetzel Präsidentin und Yves Gendron stellv. Direktor der Adeus. © Jean Isenmann - Adeus
"Die grenzüberschreitende Dimension drängt sich auch bei der Ausübung unserer traditionellen Aufgaben auf, wie der Erstellung von Observatorien (zu Wohnraum, Grundstücken, Gewerbegebieten, Verkehr...) oder der Begleitung der Ausarbeitung neuer Stadtplanungsdokumente. Der grenzüberschreitende Aspekt ist zu einem festen Bestandteil der Agentur geworden", unterstützt Yves Gendron, stellvertretender Direktor von Adeus.
"Leichte Signale"
Auf der Ebene der konkreten Themen muss er sich jedoch noch seinen Platz erkämpfen. Im Moment sind die von den deutschen Gebietskörperschaften geäußerten Erwartungen eher "leichte Signale", räumt Pierre Laplane ein, insbesondere in Form eines Austauschs mit den beiden Regionalverbänden Mittlerer Oberrhein mit Sitz in Karlsruhe und Südlicher Oberrhein in Freiburg im Breisgau. Die Adeus war jedoch bereits federführend bei der Bildung eines Metropolpols Straßburg-Karlsruhe seit 2019, der die Herausforderungen in den Bereichen Forschung-Hochschulbildung, Gesundheit, Wirtschaft, Nahverkehr und Raumplanung auf der Ebene dieses Ballungsraums mit 3 Millionen Einwohnern ermittelt hat. Sie hat ihm eine Datengrundlage in Form des im Juni 2021 veröffentlichten Dokuments "Quels enjeux et perspectives pour un espace métropolitain Strasbourg-Karlsruhe" (Welche Herausforderungen und Perspektiven für einen Metropolraum Straßburg-Karlsruhe) gegeben.
Darüber hinaus spielt Adeus eine führende Rolle in zwei bereits fortgeschrittenen Oberrheinprojekten: MoRo ("Modellvorhaben für Raumordnung") lädt bis Ende dieses Jahres dazu ein, die Beziehungen zwischen Gewerbegebieten auf beiden Seiten des Flusses anders zu überdenken als in Bezug auf den steuerlichen und rechtlichen Wettbewerb oder die Verfügbarkeit von Grundstücken; Titan-E (Interreg-Finanzierung) konzipiert eine grenzüberschreitende Wirtschaftsüberwachung und vernetzt bis Mitte 2023 die Unternehmen und die Wissenschaft am Oberrhein. Die Agentur beteiligt sich auch an der Ausarbeitung der jeweiligen Rahmenunterlagen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Eurometropole Straßburg und der neuen Europäischen Körperschaft Elsass (Collectivité européenne d'Alsace).
Der ehemalige Weinkeller Strassburgs wird zum zukünftigen Sitz vom Adeus im 2-Ufer-Viertel. © Jean Isenmann - Adeus