Oberrhein

Das Euro-Institut, seit dreißig Jahren freundschaftlich verbunden

Das Euro-Institut in Kehl wurde im Zuge des Schengen-Abkommens gegründet und hat seinen Kompetenzbereich ständig erweitert, um die Akteure im grenzüberschreitenden Bereich auszubilden und anschließend zu begleiten. 

Plénière Région

Das 1993 gegründete und in Kehl ansässige Euro-Institut hat sich im Laufe der Zeit als Referenzstruktur für die Ausbildung von Fachleuten in grenzüberschreitenden Fragen, hauptsächlich aus dem öffentlichen und halböffentlichen Sektor, etabliert. Im Laufe der Zeit kamen das Erstellen von Studien und die Begleitung grenzüberschreitender Projekte zum Arbeitsprogramm des 18-köpfigen Teams dieses grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverbands (GöZ) hinzu. 

Anne Thevenet

© Euro-Institut

"Diese drei Tätigkeitsbereiche machen nun jeweils etwa ein Drittel des Gesamtvolumens aus. Wir stellen eine steigende Nachfrage nach der Projektbegleitung fest, die sich durch zunehmende Komplexität auszeichnet", erklärt Anne Thevenet, stellvertretende Direktorin des Euro-Instituts. 

Kind von Schengen

Die Einrichtung wurde im Zuge der Öffnung der Grenzen und der Schaffung des Binnenmarkts nach der Unterzeichnung des Schengener Abkommens und der Einheitlichen Europäischen Akte in den 80er Jahren gegründet. Damals verfolgte sie vor allem das Ziel, Führungskräfte und andere technische Verantwortliche des öffentlichen Dienstes auf diesem Gebiet zu schulen. Auch heute noch ist diese "Säule der Ausbildung" das Fundament des Euro-Instituts. Der jährlich erneuerte Angebotskatalog bietet Kurse an, die in der Regel einen halben bis zwei Tage dauern und sich beispielsweise mit den politisch-administrativen Systemen der Länder am Oberrhein (Frankreich, Deutschland, Schweiz), der Interkulturalität, der Leitung von grenzüberschreitenden Projekten, den Gesundheitssystemen oder der Kultur- und Schulpolitik befassen. "Dieser Katalog wird durch immer vielfältigere maßgeschneiderte Antworten für die verschiedenen Auftraggeber ergänzt", so Anne Thevenet.
Das Euro-Institut bildet durchschnittlich 3.000 Personen pro Jahr aus, mit insgesamt 120 Unterrichtstagen, ausgenommen Pandemiezeiten.

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© Euro-Institut

Ein zweites Standbein ist die Durchführung von Machbarkeits- oder Diagnosestudien über Gebiete und ihre Politik. So hat das Euro-Institut kürzlich eine Marktanalyse der deutsch-französischen dualen Studiengänge für die Duale Hochschule Baden-Württemberg durchgeführt oder eine Studie zur "Ausarbeitung einer globalen Strategie zur Förderung der Zweisprachigkeit" für die neue Collectivité Européenne d'Alsace ausgeliefert. 

Trägerschaft von Projekten

Was die Kategorie der Projektbegleitung betrifft, so umfasst sie naturgemäß sehr unterschiedliche Inhalte, die mehr oder weniger neu sind. Das Euro-Institut arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren mit der Carsat (Kranken- und Rentenversicherungskasse) von Elsass-Moselle und der Dreets (staatliche Regionaldirektion für Wirtschaft, Beschäftigung und Arbeit) an Fragen der Prävention von Arbeitsunfallrisiken. Oder auch die polizeiliche und juristische Zusammenarbeit. "Der Kinderschutz mobilisiert beispielsweise unser Fachwissen, um Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen dem französischen und dem deutschen System zu ermitteln, in dem es nur einen Familienrichter, aber keinen Kinderrichter gibt", beschreibt Anne Thevenet.
Diese Arbeiten können durch die Trägerschaft von Interreg-Projekten fortgesetzt werden. Dies ist beim Thema Gesundheit der Fall: Das Euro-Institut leitete bis 2019 das Projekt "Trisan" über die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen am Oberrhein und tut dies auch für dessen Nachfolgeprojekt, den trinationalen Aktionsplan für ein grenzüberschreitendes Gesundheitsangebot, bis Mai 2023.
"Unsere Aktionen folgen einem roten Faden: den Akteuren vor Ort zur Seite stehen, wenn sie auf ein Hindernis grenzüberschreitender Natur stoßen... und ihnen helfen, dieses nach Möglichkeit zu beseitigen", fasst Anne Thevenet zusammen.
 

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