Elsass - Wallonien

Momix, das internationale Festival aus dem Elsass mit Schwerpunkt "Wallonien"

Die 33. Ausgabe des internationalen Theaterfestivals für junges Publikum Momix beleuchtet vom 1. bis 11. Februar im ganzen Elsass das reiche wallonische Schaffen.

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In der Aufführung Macht wehrt sich die Marionette von Une tribu collectif. © Une tribu collectif/Céline Chariot

Es ist nicht der erste "Fokus", den Momix einer regionalen oder ausländischen Szene widmet. Seit seinen Anfängen hat das internationale Theaterfestival für junges Publikum in Kingersheim im Elsass wallonische Theatergruppen willkommen geheißen. Momix 2024, das im Rahmen des im letzten Sommer zwischen der Föderation Wallonien-Brüssel und der Region Grand Est unterzeichneten Abkommens über kulturelle Zusammenarbeit unterstützt wird, zeigt vom 1. bis 11. Februar 10 der 44 geplanten Aufführungen aus Wallonien.

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Nicolas Jeanniard, Kommunikationsverantwortlicher und stellvertretender künstlerischer Leiter des Vereins Créa und von Momix. © Créa/Momix

"Wir haben starke Verbindungen zu Belgien aufgebaut, wo die Theaterlandschaft für junges Publikum sehr kreativ ist. Mit einigen Künstlern haben wir sogar Freundschagt entwickelt. Der Fokus 2024 ist eine tolle Gelegenheit um die wallonische Szene zu zeigen und stellt eine Anerkennung unserer Arbeit dar", freut sich Nicolas Jeanniard, Kommunikationsverantwortlicher und stellvertretender künstlerischer Leiter des Vereins Créa und von Momix.

Von Odysseus zu sozialen Netzwerken

Momix hat als künstlerische Linie die Vielfalt gewählt. Formal sind alle Genres vertreten: Objekttheater, Zirkus, Tanz... Inhaltlich koexistiert der Humor mit den ernsthaftesten gesellschaftlichen und philosophischen Themen. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit der Agence culturelle du Grand Est entwickelt, und die wallonischen Theatergruppen wurden gemeinsam mit der Fédération Wallonie-Bruxelles ausgewählt. Dazu gehört das Agora Theater, eine vom elsässischen Festival bekannte Truppe, mit dem Theaterstück L'Etrange et incroyable histoire de Télémaque (Die seltsame und unglaubliche Geschichte des Telemachos), lanciert auf den Spuren seines Vaters Odysseus. "Une tribu collectif" wird mit dem Aufstand seiner Marionette konfrontiert, die danach strebt, die Pouvoir (Macht), den Titel des Stücks, zu übernehmen. Die Künstler der belgisch-italienischen Kompanie Piergiorgio Milano stürmen in White out - La Conquête de l'inutile (White out - Die Eroberung des Nutzlosen), in dem sich Zirkus, Tanz und Theater vermischen, einen hohen Berg in einem Schneesturm. Zu den weiteren Stücken auf dem Programm gehört K von Théâtre à cru (Frankreich), das Theater, Musik und Animationsfilm zusammenbringt, um über Autismus zu sprechen. Die Norweger von Martijn Joling bieten in Tribute to me eine One-Woman-Show mit Tanz, Gesang und einer Abstraktion der Anziehungskraft sozialer Netzwerke.

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Die Künstler der belgisch-italienischen Kompanie Piergiorgio Milano stürmen in White out - Die Eroberung des Nutzlosen, in dem sich Zirkus, Tanz und Theater vermischen, einen hohen Berg in einem Schneesturm. © Piergiorgio Milano

Weit entfernt von "one shot"

Das von der kleinen Gemeinde in einem Vorort von Mulhouse organisierte Festival spricht ein breites Publikum an. Im Jahr 2023 zogen die 177 Aufführungen, die über das ganze Elsass verteilt waren, 18.000 Zuschauer an. Mit zahlreichen Uraufführungen und Premieren sowie einer reichen Auswahl an internationalen Aufführungen hat sich Momix als Treffpunkt für zahlreiche französische und ausländische Künstler und Programmgestalter etabliert.

Davon profitieren auch die im Rahmen des Focus ausgewählten Kompanien. "Wir laden Festivals und Künstler ein, 200 Fachleute treffen sich in Momix und tauschen sich aus", sagt Nicolas Jeanniard. In diesem Jahr werden am 3. und 10. Februar mehrere wallonische Kompanien und kreative Projekte in den Vordergrund gestellt. Eine belgische Kompanie wird das "Feedback"-Protokoll vorstellen, das sie als Denkanstoß während ihrer künstlerischen Schaffensprozesse verwendet. Eine Fortbildung über die poetische Sprache des Objekttheaters wird außerdem von der Plattform für junge deutsch-französische Kunst und dem DFJW (Deutsch-Französisches Jugendwerk) für rund 20 junge Künstler aus Deutschland und Frankreich angeboten.

Das Festival wird seine Liebesgeschichte mit der erstaunlichen belgischen Szene auch nach der Ausgabe 2024 weiterspinnen. "Ein Fokus ist kein One-Shot, und die neue künstlerische Leiterin von Momix, Marie Normand, möchte die Verbindungen zu Belgien, Deutschland, Luxemburg und der Schweiz weiter ausbauen", betont Nicolas Jeanniard. Letzteres Land hatte bereits 2020 von einem Fokus profitiert. Es könnte in einer sehr baldigen Ausgabe erneut beleuchtet werden.

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© Créa/Momix

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