Das DFKI gibt der KI einen europäischen Schwung
Das deutsche Institut für künstliche Intelligenz DFKI mit Sitz in Saarbrücken hat das Centre for European Research in Trusted AI (CERTAIN) initiiert, das die Vertrauenswürdigkeit dieser Technologie auf europäischer Ebene stärken soll. Das an der Universität des Saarlandes angesiedelte Zentrum setzt ein fest verankertes grenzüberschreitendes Engagement fort.

Das Deutsche Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI) mit Sitz in Saarbrücken ist die europäische Referenz für Künstliche Intelligenz und hat auf dem Campus der Universität des Saarlandes das Centre for European Research in Trusted AI (CERTAIN) eröffnet, das sich auf die Zuverlässigkeit und den Datenschutz von KI-Lösungen konzentriert.

Philipp Slusallek, wissenschaftlicher Direktor des DKFI. © DFKI.
"Das KI-Software reibungslos funktioniert ist von entscheidender Bedeutung. Nur auf der Grundlage von Garantien können wir sinnvoll über ihre Ethik diskutieren", sagte Professor Philipp Slusallek, wissenschaftlicher Direktor des DKFI bei der Eröffnung des Zentrums am 19. September.
CERTAIN strebt an, ein europäisches Kompetenzzentrum für vertrauenswürdige KI zu werden, das eng mit Forschung, Industrie und Gesellschaft verbunden ist. Als deutsches Pendant zum französischen Forschungsprogramm confiance.ia hat sich CERTAIN bereits mit Triathlon, dem Ökosystem für Entrepreneurship, Innovation und Transfer an der Universität des Saarlandes, zusammengeschlossen. Ziel ist es, deutschen KI-Start-ups dabei zu helfen, sich auf dem französischen Markt zu etablieren.
Ein europäischer Impuls in der KI-Forschung
Diese deutsch-französische Zusammenarbeit wird durch die Europäische Union gestärkt. Doch nach dem Aufschwung der KI, vor allem bei der Nutzung in Unternehmen, mussten klare rechtliche Schranken etabliert werden. Im Juni hat das Europäische Parlament den AI Act verabschiedet, eine Verordnung, die KI sicher, transparent, nachvollziehbar, nicht diskriminierend und umweltfreundlich machen soll.
"In Bezug auf Datenschutz besteht durch die DSGVO Handlungssicherheit für alle EU-Länder. Schwieriger wird es hingegen bei den nationalen Fördertöpfen. Hier sind die Ziele, Prioritäten und Strukturen durchaus unterschiedlich", erklärt das DFKI in einer gemeinsamen Antwort auf die Fragen von Voisins-Nachbarn.
Partner von Inria
Im Zuge des Aachener Vertrags hat das DKFI eine Zusammenarbeit mit dem in Nancy ansässigen nationalen Forschungsinstitut für digitale Wissenschaften und Technologien (INRIA) gestartet. Seit 2020 gibt es vier deutsch-französische Projekte, die sich mit Anwendungsfeldern befassen. Das MePheSTO-Team versucht, eine medizinische KI zu entwickeln, die die Diagnose von Patienten mit psychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen verfeinern kann, während das IMPRESS-Projekt hofft, das Text- und Sprachverständnis ihrer KI zu verbessern, das bei vielen aktuellen KI-Softwareprodukten als unbefriedigend gilt.
Anfang September koordinierten das DFKI und INRIA nach zwei erfolgreichen Ausgaben in den Jahren 2021 und 2022 ihre dritte europäische Sommerschule mit dem Namen IDESSAI 2023. Rund 100 Teilnehmer, hauptsächlich KI-Studenten, nahmen an Kursen und Vorlesungen zu den Themen "Simulation und KI" und "KI für Landwirtschaft und Umwelt" teil.
KI in der Großregion
Das Forschungszentrum in Saarbrücken hat es seinen Forschern ermöglicht, nicht nur Partner, sondern auch Anwendungen im grenzüberschreitenden Raum zu finden. In Luxemburg arbeitet das DFKI mit dem Luxembourg Institute of Health zusammen, um den Einsatz von KI am Universitätsklinikum des Saarlandes zu verbessern. Die Forschung reicht von der Präzisionsmedizin bis hin zur KI-gestützten Diagnose. Neben den wissenschaftlichen Anwendungen kann die virtuelle Intelligenz auch im Alltag der Menschen im Grenzraum von Nutzen sein:
"KI ermöglicht es beispielsweise, verschiedene Verwaltungsprozesse sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite der Grenze nahtlos abzubilden. So kann sie Bauunternehmen oder Architekten dabei helfen, Genehmigungen im Nachbarland einzuholen. Darüber hinaus können mehrsprachige KI-basierte Chatbots und virtuelle Assistenten Formulare ausfüllen", erklärt das DFKI.
© Andre Faber