SaarMoselle

In Forbach deutet der Gesundheitstag einen grenzüberschreitenden Gesundheitskorridor an

Der Gesundheitstag, der am Mittwoch, den 14. September in Forbach eröffnet wird, gibt den Fortschritt der Arbeiten des Eurodistrikts SaarMoselle wieder, der das Interreg-Projekt Geko leitet, und eröffnet gleichzeitig dauerhafte Perspektiven. Bis Ende des Jahres soll eine Schnittstelle alle Akteure des saarländisch-moselländischen Gesundheitswesens zusammenführen und ein neuartiges Experiment eines grenzüberschreitenden Gesundheitskorridors untermauern.

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Am Mittwoch, den 14. September, findet im Zentrum Burghof in Forbach der zweite "Gesundheitstag" des Eurodistrikts SaarMoselle statt, der gleichzeitig eines der letzten "deliverables" des Geko-Projekts darstellen wird. Der Begriff, der gemäß der europäischen Terminologie "ein messbares, greifbares und überprüfbares Ergebnis, das sich aus dem Abschluss einer Aktion des Projekts ergibt" bezeichnet, entspricht in diesem Fall einem geduldigen Stricken grenzüberschreitender Kooperationen, die durch die Gesundheitskrise hätten zerrissen werden können.

Der Korridor fällt aus dem Rahmen

Das seit 2020 vom Eurodistrikt SaarMoselle gesteuerte Geko-Projekt ("Gesundheitskooperation") hat zwölf strategische Partner zusammengebracht und im Rahmen des Programms Interreg VA Großregion 1 Millionen Euro mobilisiert. Auf beiden Seiten der Grenze hat das Projekt die Akteure in den Krankenhäusern, die Krankenkassen und die gewählten Volksvertreter zusammengebracht. Es ist sogar über seinen ursprünglichen Rahmen hinausgegangen, um die Idee eines grenzüberschreitenden Gesundheitskorridors voranzutreiben, der den 600.000 Einwohnern des Eurodistrikts einen Gesundheitsraum ohne administrative oder finanzielle Einschränkungen eröffnen würde.

Gilbert Schuh

Gilbert Schuh, Präsident des Eurodistrikts. DR

"Unser Grenzraum hat den Herausforderungen der Corona-Pandemie standgehalten und unser Beispiel könnte für andere Grenzräume künftig richtungweisend sein", betont der Präsident des Eurodistrikts, Gilbert Schuh.
 

Im saarländisch-moselländischen Raum konzentrieren sich die laufenden Annäherungen auf die Aktualisierung einer medizinischen Nothilfe, die 2008 abgeschlossen wurde, um die Rückführung von Herzinfarktpatienten aus dem Moseldepartement in die Herzklinik im grenznahen Völklingen zu ermöglichen. Das Mosar-Abkommen, das 2019 ratifiziert wurde, soll die Mobilität und den Zugang zur Gesundheitsversorgung im grenzüberschreitenden Raum erleichtern. Die Partner haben außerdem ein Portal eingerichtet, das den Austausch zwischen den Krankenhäusern in Völklingen und Forbach und der CPAM administrativ vereinfacht. Das System, das die Aufnahme der Patienten erleichtert, wäre leicht auf andere saarländisch-moselländische Einrichtungen übertragbar. Die nuklearmedizinischen Einrichtungen des Krankenhauses von Sarreguemines oder das Angebot der Nachsorge und Rehabilitation in Freyming-Merlebach könnten sich so für deutsche Patienten öffnen.

Um diese Errungenschaften zu sichern und diese Arbeiten fortzusetzen, ohne von neuen Interreg-Projekten abhängig zu sein, will der Eurodistrikt bis Ende des Jahres eine Struktur formalisieren, die der Abstimmung und der Belebung des deutsch-französischen Gesundheitsnetzwerks gewidmet ist.

Europäische Vorreiter

Parallel dazu unterstützen das Saarland, die Region Grand Est und das Eurodepartement Moselle einen Antrag auf ein Experiment, das einen grenzüberschreitenden Korridor eröffnen würde.

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Pierre Bonati, verantwortlich für grenzüberschreitende Gesundheitsprojekte bei der Mutuelle MGEN. DR

"Diese globale Lösung würde einen Schritt weiter gehen als die Politik der kleinen Schritte und den Bürgern die Möglichkeit eröffnen, das Gesundheitsangebot beider Länder ohne administrative und finanzielle Zwänge zu nutzen", erklärt Pierre Bonati, verantwortlich für grenzüberschreitende Gesundheitsprojekte bei der Mutuelle MGEN und Berater des Eurodistrikts.

SaarMoselle würde sich damit als Vorreiter in Europa positionieren, von denen einige ihre Errungenschaften am Mittwochmorgen in Forbach vorstellen werden. Die Universitätskliniken von Tourcoing (Hauts-de-France) und Mouscron (Wallonien) haben eine französisch-belgische Abteilung gegründet. Niederösterreich ist es gelungen, die grenzüberschreitenden Gesundheitsdienste zusammenzulegen. In Cerdagne (Katalonien) wurde ein französisch-spanisches Krankenhaus gegründet. Der saarländisch-moselländische Korridor würde mehrere Krankenhäuser umfassen und könnte sogar für die ambulante Medizin geöffnet werden.

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