Grand Est - Deutschland

Die Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy ermöglichen Bürgerbeteiligung für einen modernen Wandel

Die vierte Ausgabe der Deutsch-Französischen Gespräche von Nancy (Entretiens franco-allemands de Nancy, Efan) brachte Ende November im Rathaus am Stanislas-Platz Vertreter aus der Forschung, der Zivilgesellschaft und politische Akteure aus dem Grenzgebiet zusammen. Der zweitägige Austausch ermöglichte es, Umwelt- und Klimaherausforderungen aus einer binationalen Perspektive heraus zu betrachten.

Efan 2021

Die deutsch-französischen Gespräche von Nancy stehen seit ihrer Gründung unter der Schirmherrschaft des französischen Staatspräsidenten. In ihrer vierten Ausgabe am 26. und 27. November ging es um altbekannte Problematiken mit einem Fokus auf neuen Perspektiven und Ansätzen. Die Universität Lothringen, das Goethe-Institut, das Deutsch-Französische Jugendwerk, Science Po Nancy und der Regionalrat des Grand Est trugen als langjährige Partner der Efan zu einem hochkarätigen Treffen von Wissenschaftlern und Politikern bei. Die Themen waren weniger eklektisch als in den vergangenen Ausgaben, sie konzentrierten sich auf den Energie- und Klimawandel.

Laurent Watrin

@ Ville de Nancy

"Der Wandel ist noch in weiter Ferne und verpflichtet uns. Wir müssen unbedingt die Exzellenzlabore, Experten, Vertreter der Zivilgesellschaft und die Bürger einbeziehen, denn wir können es uns nicht leisten, nichts zu tun", meinte Laurent Watrin, stellvertretender Bürgermeister von Nancy und Mitglied des Metropolitanrats für europäische Finanzierungen.

Diskutieren, um zu handeln

Bei den Efan wurden dabei nicht nur direkte Grenzregionen miteinbezogen. Zu Akademikern und Abgeordneten aus dem Saarland, aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kamen auch Vertreter aus Nordrhein-Westfalen und Hessen hinzu. Ursprünglich auf die Beziehungen zwischen Städten ausgerichtet, organisiert sich der Austausch nun zwischen den Metropolen Nancy, Straßburg, Karslruhe, Köln oder Rhein-Neckar, wobei einige Beiträge auch aus Paris und Berlin stammen.

Wasserstoff im Fokus

Etudiants Efan

@ Khaled Frikha

Als Ort der Annäherung zwischen Politikern und Forschern, die ihre Entscheidungen erläutern wollen, räumten die Efan 2021 dem Wasserstoff einen wichtigen Platz ein. Vertreter des Instituts Jean Lamour, des Projekts ULHyS (Université de Lorraine Hydrogène sciences et technologies), des Kit (Karlsruher Institut für Technologie), des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg und des Bundesforschungszentrums für Energie Julich (Nordrhein-Westfalen) gaben Einblicke in die französische und deutsche Regionalpolitik.

Die eher auf die breite Öffentlichkeit ausgerichtete Konferenz über den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt auf lange Zeit, die von der Paläoklimatologin Valérie Masson-Delmotte aus Nancy, Forschungsdirektorin am Commissariat pour l'énergie atomique und Co-Vorsitzende des IPCC, präsentiert wurde, wurde von rund 1.000 Gästen online verfolgt.

Junge Menschen aus Frankreich und Deutschland betraten zum ersten Mal die Bühne und unterstrichen auf direktere Weise als üblich die Dringlichkeit des Klimaschutzes.

Was folgt nun?

Die bislang auf einen jährlichen Austausch beschränkten Treffen könnten zu einer dauerhafteren Zusammenarbeit führen.

"Wir brauchen das ganze Jahr lang eine gemeinsame Sicht und gemeinsame Erfahrungen, um unsere jeweilige Umweltpolitik erfolgreich umsetzen zu können. Bei den ersten Nachbesprechungen zeigten sich mehrere Partner sehr interessiert an Workshops zu Co-Konstruktion, um langfristige Kooperationen aufzubauen", so Laurent Watrin.

Die Metropole Grand Nancy, die ein Budget von 100.000 Euro für die Efan bereitgestellt hat, will den Outcome analysieren und die konkreten Projekte, die im Zuge der Efan initiiert wurden, erfassen. Die Veranstaltung, bei der zwei Tage lang deutsche Persönlichkeiten in Nancy empfangen wurden, trägt nebenbei auch zum Ansehen der französischen Metropole bei.

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