Luxemburg - Lothringen

Sankt Nikolaus wartet auf seinem Esel vor den Toren der Unesco

In Luxemburg haben die Schulkinder bereits ihre Schuhe auf die Türschwelle gestellt und hoffen auf Süßigkeiten. In Lothringen geben Hunderte von Freiwilligen ihren Wagen den letzten Schliff vor den Umzügen an diesem Wochenende. Diese Rituale sind allesamt Beiträge zur grenzüberschreitenden Bewerbung als immaterielles Kulturerbe der Unesco.

Saint nicolas

An diesem Wochenende wird der Heilige Nikolaus mit großem Pomp durch die Straßen der Städte ziehen, deren Bürgermeister ihm symbolisch die Schlüssel anvertrauen - es sei denn, er schaut in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember heimlich in den Häusern vorbei, um den braven Kindern Süßigkeiten zu bringen. Fünfzehn Jahrhunderte nach der Entstehung seiner Legende wird Bischof Nikolaus von Myra, der Schutzpatron der Schiffer, Prostituierten, Gefangenen und Anwälte, vor allem aber der Kinder, von der Schweiz bis nach Russland immer noch gefeiert. Besonders ausgeprägt sind die Feierlichkeiten in Lothringen, dessen Schutzheiliger St. Nikolaus seit 1477 ist, und in Luxemburg, wo der Niklosdag traditionell ein Feiertag für Grundschulkinder ist.

Immaterielle Kulturerbe

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Das alles hätte 2020 zu einer grenzüberschreitenden Kandidatur für das immaterielle Kulturerbe der UNESCO führen können. Die Stadt Nancy hatte 2019 bereits seit fünf Jahren daran gearbeitet hatte, die lokalen Nikolausfeste in das französische Inventar des Kulturerbes aufnehmen zu lassen und plante im vergangenen Jahr, diesen Antrag auf internationale Aufnahme unter Einbeziehung Luxemburgs und sogar Belgiens zu stellen. Die Gesundheitskrise hat diesen Prozess zwar verzögert, aber nicht gestoppt.

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DR

In Fortsetzung der französischen Initiative haben wir den Heiligen Nikolaus in unser eigenes Inventar des nationalen Kulturerbes aufgenommen. Wir sind gerne bereit, gemeinsam mit Nancy und Frankreich die Kandidatur bei der UNESCO einzureichen“, sagt Patrick Dodelinger, leitender Studienbeauftragter für das immaterielle Kulturerbe in Luxemburg.

Jagdhornbläser

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Im Dezember letzten Jahres hatte das Großherzogtum im Rahmen einer multinationalen Bewerbung erreicht, dass seine „Haupeschbléiser“, die Jagdhornbläser, in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes UNESCO aufgenommen wurden. Dieser Erfolg, der gemeinsam mit Frankreich, Belgien und Italien erzielt wurde, kam zehn Jahre nach der Aufnahme einer spezifisch luxemburgischen Praxis, der Tanzprozession von Echternach (Iechternacher Sprangprëssessioun), und 25 Jahre nach der Aufnahme der Altstadt und der Festungsanlagen der Stadt Luxemburg in das Weltkulturerbe zustande.

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