Oberrhein

Rando de l'amitié franco-allemande gedenkt des 1. Weltkriegs

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Elysée-Vertrags findet das jährliche sportliche und gesellige Treffen am Samstag, den 10. Juni, auf dem Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs statt.

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Die Rando de l'amitié franco-allemande findet abwechselnd von einem Jahr zum anderen in Baden-Württemberg und im Elsass statt. Im letzten Jahr wurde sie in Waldkirch organisiert. © Wolfgang Zillgith / Schwarzwaldverein Waldkirch

Seit Anfang der 2000er Jahre organisieren der elsässische Vogesenclub und sein badisches Pendant, der Schwartzwaldverein, jedes Jahr einen deutsch-französischen Freundschaftsweg (Rando de l'amitié franco-allemande). An diesem 10. Juni 2023, dem 60. Jahrestag des Elysée-Vertrags, bildet das ehemalige Schlachtfeld am Hartmannswillerkopf, auch Vieil-Armand genannt, wo im Ersten Weltkrieg 30.000 Soldaten aus beiden Ländern fielen, den besonderen Rahmen für das Treffen. Es werden etwa 250 Personen erwartet.

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Jean Klinkert. DR

"Die Wanderung ist normalerweise ein Moment des Austauschs und der deutsch-französischen Geselligkeit. Durch die 60 Jahre des Elysée-Vertrags hat die Veranstaltung auch eine eher institutionelle Erinnerungsdimension", betont Jean Klinkert, Präsident des Komitees des Nationaldenkmals Hartmannswillerkopf, das die Veranstaltung zusammen mit den beiden Cousinenvereinen organisiert.

Natur, Erinnerung und Wein

Drei thematische Wanderungen mit Gedenk- oder Naturthemen stehen allen offen und werden in beiden Sprachen kommentiert. Vor den Wanderungen findet eine Gedenkfeier statt, an der auch die französische Abgeordnete und Ko-Präsidentin der deutsch-französischen parlamentarischen Versammlung Brigitte Klinkert teilnimmt. "Die beiden Vereinsföderationen wollten einen Kranz in den deutsch-französischen Farben, der die Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern symbolisiert", merkt ihr Bruder Jean Klinkert an. Ein Freundschaftswein, der von einem badischen und elsässischen Winzerduo hergestellt wird, rundet den Tag ab.

Die Rando hat ihren Ursprung in der Eurorando, die 2021 stattfand. Damals waren Wanderer aus ganz Europa aus zehn verschiedenen Richtungen nach Straßburg zusammengelaufen. "Wir hatten die Idee, jedes zweite Jahr eine Wanderung in Deutschland und Frankreich zu organisieren", erklärt Jean Klinkert. Im letzten Jahr trafen sich die Wanderer in Baden, in Waldkirch. In diesem Jahr steuert das Land Baden-Württemberg über seine Unterstützung des Schwartzwaldvereins 5.000 Euro bei, mit denen den Teilnehmern der Eintritt in das deutsch-französische Historial auf dem Hartmannswillerkopf sowie die geselligen Momente ermöglicht werden. Das Komitee des Nationaldenkmals Hartmannswillerkopf stellt sein Personal zur Verfügung.

Jean Klinkert, ehemaliger Präsident des Departementsverbands des Club Vosgien du Haut Rhin, erinnert sich: "Der Club Vosgien wurde vor 150 Jahren, ganz zu Beginn der Annexion des Elsass und der Mosel, von einem deutschen Magistrat, der in Saverne tätig war, gegründet". Die Vorsitzenden der beiden Verbände treffen sich einmal im Jahr mit ihren Kollegen vom Schwäbischen Albverein und vom Pfälzerwald-Verein, um aktuelle Themen und die Kontinuität der Markierung von Wanderwegen zu besprechen, die den Rhein überqueren, wie der Jakobsweg oder der Dreiländerpfad in der Region der drei Grenzen.

Mehr Besuche in Viel Armand

Der Hartmannswillerkopf ist ein wichtiges Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs an der Westfront. Deutsche und französische Soldaten kämpften hier um die strategisch wichtige Position auf fast 1.000 m Höhe über der elsässischen Ebene. 1922 wurde dort eine Nekropole errichtet, 1932 ein Nationaldenkmal errichtet. 2017 wurde das deutsch-französische Historial du Hartmannswillerkopf eingeweiht. "Man ist von der Pilgerfahrt zum Gedenktourismus übergegangen", stellt Jean Klinkert, Präsident des Komitees für das Nationaldenkmal Hartmannswillerkopf, fest.

Mit einem Anstieg der Besucherzahlen um 17,6 % seit der Eröffnung der Saison im April dieses Jahres ist die Stätte auf dem besten Weg, die Besucherzahlen von vor Covid, rund 100.000 Besucher pro Jahr, wieder zu erreichen. "Es gibt eine bedeutende Erholung. Die Familien kommen zurück und die Zahl der Klassenfahrten steigt. Insbesondere ist ein starker Anstieg der Besuche von Schweizer Schulen zu verzeichnen", betont der Präsident, der den Krieg in der Ukraine als Grund für diesen Trend anführt. Von den 10.000 Schulklassen, die die Stätte jedes Jahr besuchen, sind die meisten Franzosen und ein Drittel kommt aus Baden-Württemberg. Die Verteilung ist ungefähr ähnlich wie bei den restlichen 90.000 Besuchern: 55% sind Franzosen, 25% Deutsche, 10% Schweizer, dann kommen die Vertreter der Benelux-Staaten.

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