Oberrhein

Gaggenau, die Wiege der Automobilindustrie

Gaggenau, am Eingang des Murgtals, ist seit seinen Anfängen mit der Automobilindustrie verbunden, wobei bereits 1894 ein Fahrzeug produziert wurde. Die Stadt des vielseitigen Unimog-Lastwagens beherbergt seit 2006 ein Museum, das dem Unimog gewidmet ist und in dem man seine außergewöhnlichen Fähigkeiten testen kann.

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Die Oberleitungen über der Bundesstraße B462, die von der A5 über Rastatt nach Gaggenau führt, lassen aufhorchen: Die 30.000 Einwohner große Stadt am Eingang des Murgtals hat eine besondere Beziehung zum Auto. Diese "eWayBW" ist eine der wenigen Pilotstrecken in Deutschland, auf denen LKWs mit Hybrid-, Elektro- oder Wasserstoff/Brennstoffzellenantrieb getestet werden.

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Der U2010, das erste Unimog-Modell, das 1951 auf den Markt kam, wurde in Gaggenau zusammengebaut. © Romain Gascon

Eines der ersten Automobile der Welt

Manche sind der Ansicht, dass das erste Automobil in Gaggenau produziert wurde. Der "Orient-Express" verließ 1894 die Bergmanns Industriewerke. Noch heute überragt das Mercedes-Zeichen das Industriegebiet der Stadt. Auf den Fließbändern der Fabriken werden unter anderem Zahnräder für die LKW der Marke mit dem Stern hergestellt. In der Zwischenzeit wurden im Murgtal bereits vor dem Ersten Weltkrieg Busse, Feuerwehrfahrzeuge und Kleintransporter hergestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg planten Ingenieure und ehemalige Luftwaffenpiloten aus dem ländlichen Raum ein originelles, geländegängiges und vielseitiges Kleinfahrzeug, das hinten und vorne Geräte tragen konnte. Das war die Geburtsstunde des Unimog (für Universal Motor Gerät), eines Lastwagens, der in unzähligen Ausführungen erhältlich war: für die Landwirtschaft, die Straßenpflege, die Schneefräse, das Militär, den Rettungsdienst usw. und in die ganze Welt exportiert wurde. Der erste Prototyp wurde 1946 gebaut. 1951 schlossen sich die Erfinder mit Daimler zusammen, der die Motoren lieferte. Die Montage der Modelle U2010 begann in Gaggenau.

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Der U5023 stellte 2019 in den Anden den Weltrekord für die von einem Fahrzeug mit Motor und Rädern erreichte Höhe auf. © Romain Gascon

Der Lastwagen "Schweizer Messer"

Im Jahr 2000 zog die Unimog-Fertigung nach Wörth um, einer wichtigen Lkw-Produktionsstätte von Daimler, doch die Faszination und Verbundenheit mit dem Schweizer Messer-Lkw sind in der Region bis heute lebendig geblieben. Bereits 2006 wurde am Ortseingang von Gaggenau ein ihm gewidmetes Museum eröffnet. Vom ersten Prototypen bis zum U5023, der 2019 den Weltrekord für die von einem Fahrzeug mit Motor und Rädern erreichte Höhe aufstellte, sind rund 20 Modelle zu sehen, die den Geist, die Innovationen und die technischen Perfektionen des Nutzfahrzeugs zeigen. Derzeit wird ein Erweiterungsbau errichtet, der die Fläche des Museums ab Herbst verdoppeln wird.

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Der Unimog kann Steigungen von 100% erklimmen und hinunterfahren, sowohl vorwärts als auch rückwärts... © Romain Gascon

Wenn Sie in einer Seitenstraße auf jemanden treffen, der Ihnen mit funkelnden Augen einen Kommentar zu dem Modell gibt, für das Sie sich interessieren, haben Sie wahrscheinlich das Glück, einen ehemaligen Unimog-Fahrer zu treffen, der Ihnen seine Version des Abenteuers erzählen möchte. Um das Ganze noch konkreter zu machen, kann man auf einem Spielplatz im Freien die unglaublichen Fähigkeiten des Unimogs testen, der vorwärts und rückwärts bis zu 100 % Steigung (45 Grad) und 38 Grad Gefälle bewältigt.

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