Von Bliesbruck bis Sarreguemines auf der Blies

Besonders in den Sommermonaten ist eine Paddeltour auf dem Grenzfluss Blies zwischen dem Saarland und dem Département Moselle eine erfrischende Abwechslung. In Frage kommt der 18 km lange und auch für Anfänger geeignete Abschnitt von Bliesbruck bis zur Mündung in die Saar bei Sarreguemines.

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Wer gerne sportlich unterwegs ist, dem sei das Bliesgau zwischen Blieskastel und Sarreguemines empfohlen: Zu Fuß auf dem Blieswanderweg, mit dem Fahrrad oder als Highlight mit dem Kajak auf der Blies. Der rund 45 km lange Kleinfluss entspringt im nördlichen Saarland und schlängelt sich gemächlich durch Neunkirchen, Blieskastel und dann als Grenzfluss bis zur Mündung in die Saar. Aus Naturschutzgründen und der Wasserstände kommt ganzjährig nur der Abschnitt ab Bliesbruck in Frage. Außerdem gibt es an diesem Streckenabschnitt geeignete Ein- und Ausstiegsstellen, eine gut ausgebaute Infrastruktur zur Rückholung der Fahrzeuge und einige kulturelle Kleinode zu entdecken.

Römischen Ausgrabungen

Los geht es am Sportplatz in Bliesbruck, wo die Blies mit einer kräftigen Schwelle beginnt und bei den Kanuten sofort für eine angenehme Erfrischung sorgt. Wer genügend Zeit mitbringt, kann zuvor die römischen Ausgrabungen zwischen Reinheim und Bliesbruck besichtigen. Mit leichter Strömung und im Schatten der am Ufer stehenden Bäume geht’s weiter bis zum ersten Wehr in Frauenberg mit einem alten jüdischen Friedhof. Wer sich nicht traut, das rund zwei Meter hohe Wehr runterzurutschen, muss umtragen, dort, wo der Mandelbach in die Blies mündet – im Übrigen auch ein schöner Pausenplatz für das mitgebrachte Picknick an Bord des Kajaks.

Karl Marx am Zoll

Linkes Ufer Frankreich, rechtes Ufer Deutschland – nur vier bis fünf Paddelschläge auseinander, ein grenzenloses Vergnügen in herrlicher Stille. Mit etwas Glück sieht man Eisvögel und Reiher. Nur 500 Meter weiter auf saarländischer Seite in Habkirchen mit geeigneter Anlegestelle befindet sich das Zollmuseum und erinnert an längst vergangene Zeiten. Es dokumentiert die Geschichte der Grenze zwischen beiden Ländern; Dokumente belegen, dass auch Karl Marx diesen Grenzübergang genutzt hat. Nach weiteren vier km geht es in einer unverhofften Linkskurve das Wehr von Bliesmengen-Bolchen runter, weiter zur Urigsmühle, wo es je nach Wasserstand etwas spritziger werden könnte.

Bootsrutsche

Wenn in der Mühle Strom gemacht wird, ist es oftmals zu flach, dann heißt es raus aus dem Boot und ca. 200 Meter treideln. Der Fluss wird langsamer und paddeln ist angesagt, vorbei am Badestrand bis zur Wackenmühle mit angeschlossenem Museum für Keramiktechniken, wo im Sommer reges Treiben im Wasser herrscht. Die Bootsrutsche ganz links garantiert ein kurzes Eintauchen ins kühle Nass und dann noch rund ein km bis zur Mündung entweder am Kanuclub Sarreguemines, am Mündungsparkplatz oder im deutschen Hanweiler. Dann heißt es Austeigen, Boote verladen und Autos zurückholen. Ausklingen lassen kann man die Paddeltour in einem der kleinen Lokale in der Innenstadt oder entlang Blies oder Saar.

Wer das Bliesgau per Kajak – auch mit dem Standup-Paddling ist das möglich – erkunden will, sollte für die beschriebene Tour samt Logistik einen Tag einplanen. Voraussetzungen sind Schwimmen können, das Tragen einer Schwimmweste, Sonnenschutz und Kappe, Wechselkleidung und Turnschuhe, bei Befahren der Wehre ein Helm, Ersatzpaddel, ausreichend Trinkwasser, Ausweis, ein Handy sowie mindestens zwei Kanuten, von denen einer Erfahrung haben sollte (niemals alleine fahren) und vor allem Rücksichtnahme auf die Natur.
Infos zu Museen, Touren etc. unter www.saarpfalz-touristik.de

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