Süd-Elsass - Deutschland - Schweiz

"Viele Stellenangebote im Südelsass erfordern die Beherrschung der deutschen Sprache"

Virginie Dietsch, Weiterbildungsberaterin bei Greta Sud-Alsace, ist der Meinung, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, um die deutsche Sprachausbildung wiederzubeleben.

Virginie Dietsch

Ist die Beherrschung der deutschen Sprache auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt im Südelsass noch ein Muss?

Ja. Obwohl Englisch zur Hauptarbeitssprache vieler internationaler Konzerne geworden ist, bleibt Deutsch ein Pluspunkt für die erfolgreiche Integration eines Kandidaten in einem Unternehmen in der Schweiz oder in Deutschland. Mit unseren Partnern (Pôle emploi und dessen grenzüberschreitenden Dienst, Region Grand Est, Netzwerk Eures, Arbeits- und Ausbildungszentrum "Maison de l'emploi et de la formation" Mulhouse-Sud-Alsace usw.) können wir außerdem bestätigen, dass es auch bei der Arbeitssuche diesseits der Grenze ein Vorteil oder sogar eine Voraussetzung ist, denn viele Stellenangebote im Südelsass setzen die Beherrschung der deutschen Sprache voraus!

Ist das erhoffte Ende der Gesundheitskrise ein guter Zeitpunkt, um mit der Ausbildung in Deutsch zu beginnen?

Auf jeden Fall. In dieser Zeit haben Leute sich die Zeit genommen, über ihre  Pläne zur beruflichen Weiterentwicklung oder Neuorientierung nachzudenken. Unsere Unterrichte helfen, konkrete Antworten auf diese Fragen zu geben, indem sie die schriftlichen und mündlichen Fähigkeiten in der Fachsprache erwerben oder verstärken.

Wie sind Ihre Angebote organisiert?

Sie bestehen aus 140 Stundenlang Kursen, Präsenz- und/oder Fernunterricht, durch Einheiten von 20 Stunden, in der Regel über alle Tätigkeitsbereiche, aber wir können auch 20 Stunden an Inhalten einbeziehen, für bestimmte Berufe (Hotel- und Gaststättengewerbe, Tourismus, Transport und Logistik, Industrie, Baugewerbe, Gesundheitswesen, persönliche Dienstleistungen, Handel usw.): Wir wissen, wie Kurse für gezielte Gruppen von wenigen Teilnehmern auszustatten.

Die Ausbildung richtet sich in erster Linie, aber nicht ausschließlich, an Arbeitssuchende. Die Region Grand Est übernimmt die vollen Kosten des Unterrichts für Arbeitssuchende, deren berufliches Vorhaben das Erlernen oder Verbessern einer Fremdsprache erfordert. Für Leute, die den Kriterien dieser regionalen Förderung nicht entsprechen, können die Schulungen über das persönliche Trainingskonto (CPF, Compte personnel de formation) finanziert werden.

Wie viele Teilnehmer zählen sie  ?

Ziel ist das Erreichen der nächsten Leistungsstufe, d.h. von A 1 für einen Anfänger bis C1 für einen Kandidaten mit B2-Niveau. Seit der Einführung im Jahr 2018 wurde die Ausbildung von 700 Auszubildenden absolviert, wobei der Anteil der deutschen Sprache rund 70 % beträgt, der Rest entfällt auf Englisch.

Das Gespräch führte Mathieu Noyer

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