Novasco in Hagondange, Liberty Steel in Dudelange und in Lüttich: drei soziale Katastrophen
In weniger als einem Jahr haben Lothringen, Luxemburg und die Wallonie drei leistungsfähige Stahlwerke verloren, deren Niedergang mehr als tausend qualifizierte Arbeitsplätze gekostet hat. Alle drei sind den Folgen von chaotischen Verkäufen und Übernahmen zum Opfer gefallen. Die Gemeinden und Staaten versuchen nun die Schäden zu begrenzen. Diese drei Schließungen werfen die Frage nach den verlorenen öffentlichen Hilfen auf.
Das Handelsgericht Straßburg wird am kommenden Montag seine Entscheidung über eine mögliche Übernahme des Stahlherstellers Novasco bekannt geben. Doch für die 450 Beschäftigten des Werks in Hagondange (Moselle) ist die Entscheidung bereits getroffen. Im besten Fall werden nur die 150 Arbeitsplätze am Standort Leffrinckoucke bei Dünkirchen erhalten bleiben. Im Département Moselle müssen sich die 450 Beschäftigten darauf einstellen, ihre Kündigungsschreiben noch vor Weihnachten zu erhalten.
„Hier handelt es sich um eine Verschwendung öffentlicher Gelder und ein soziales Drama, wie es das Département Moselle seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat“, wirft Yann Amadoro, CGT-Sekretär (Gewerkschaft, Allgemeiner Gewerkschaftsbund) des zentralen Betriebsrats von Novasco, vor.
Das für die Qualität seiner Stähle bekannte Werk, das 1932 vom Automobilhersteller Renault gegründet wurde, verfiel im Laufe der Jahre durch häufige Eigentümerwechsel und Insolvenzverfahren (vier in zwölf Jahren), bevor es 2024 vom Briten Greybull Capital übernommen wurde. Dieser erhielt 85 Millionen Euro staatliche Hilfen, um vier Standorte zu erhalten: Custines in Meurthe-et-Moselle, Saint-Étienne in der Loire, Leffrinckoucke und Hagondange, insgesamt 1.750 Arbeitsplätze. Novasco investierte im Norden, aber nicht in Hagondange.
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© André Faber