Basel, Saint-Louis

Von der Kiesgrube zum Begegnungspark

Zwischen Basel und Saint-Louis entsteht ein 300 Hektar großer Landschaftspark – auf dem Boden von abgebauten und zugeschütteten Kiesgruben. Nach einer 10-jährigen Planungsphase haben nun die Bauarbeiten begonnen. Eine gute Nachricht für die rund 40.000 Anwohner aus Frankreich und der Schweiz, denn der Park soll auch ein Ort der Begegnung und des Austauschs werden.

Parc des Carrières
Parc des Carrières

Die ersten Bäume wurden gepflanzt. © Association Parc des Carrières

Im Großraum Basel wird an rund 50 Orten Kies abgebaut. Doch was passiert nach dem Abbau? Viele ausgeschöpfte Kiesgruben liegen brach, ohne Nutzen für Land und Leute. Für das 300 Hektar große Gebiet zwischen Basel, Allschwil, Hégenheim und Saint-Louis hat die IBA Basel jedoch eine ökologische Lösung gefunden: ein Natur- und Erholungspark, der französische und schweizerische Anwohner zusammenbringen soll.

Ein langer Weg

Schon beim Eintritt in das symbolische „Grüne Tor“ zwischen Frankreich und der Schweiz lässt einen eine ganze Reihe zarte Jungbäume erahnen, wie grün das Tor in ein paar Jahren tatsächlich sein wird. 700 einheimische Bäume und Sträucher sollen in den nächsten Jahren im Parc des carrières, dem „Kiesgrubenpark“ (vom französischen carrières de gravier) gepflanzt werden. Bis 2028 soll das Kiesabbaugebiet Schritt für Schritt renaturiert werden, der Spatenstich fiel Anfang dieses Jahres. Doch der Weg bis zur Baustelle war kein einfacher. 2011 wurde die Idee vom Basler Büro Courvoisier Stadtentwicklung ins Leben gerufen, es folgten unter Leitung der IBA Basel 10 Jahre der Verhandlung zwischen öffentlichen und privaten Partnern und mehrere Umsetzungsstudien. Nun kommt die Aufschüttung der Kiesgruben jedoch gut voran, wie die Projektleiterin Mélissa Chibko erzählt.

Mélissa Chibko – Projektleiterin

Mélissa Chibko – Projektleiterin © Trinationaler Eurodistrict Basel

„Mittlerweile wurden schon zwei Wege gebaut, einer nach Basel und einer nach Allschwill. Mit den Wegen, die es vorher schon gab, sind jetzt alle vier Gemeinden mit dem Park und dadurch auch miteinander verbunden. Seit kurzem ist jetzt auch der Spielplatz in der Mitte des Parks fertig und die erste Parzelle wird auch bald aufgefüllt.“

Kiesgrube

Die Kiesgruben werden zugeschüttet und bepflanzt. © Annalina Ebert

Wiederverwertung der Materialien

Drei Parzellen mit einer Größe von insgesamt 12 Hektar bilden den Mittelpunkt des Parks. Das Besondere an dem rund 2,11 Mio. Euro schweren Projekt: Während die erste, bereits abgebaute Kiesparzelle noch dieses Jahr mit sauberer Erde aufgefüllt und bepflanzt wird, geht der Kiesabbau auf anderen Flächen noch weiter. Somit werden die Ressourcen vollständig ausgenutzt und der Kies kann zudem als Baumaterial direkt für den Park verwendet werden.

Bei der Bepflanzung wird darauf geachtet, diverse und einheimische Arten zu verwenden, sodass statt Monokulturen hier komplexe natürliche Lebensräume entstehen.

„Es soll wirklich ein Landschaftspark und kein Stadtpark sein. Es wird Heuwiesen, Trocken- und Feuchtwiesen geben, aber auch Gehölze und Schattenplätze für Fauna und Flora. Die Natur, die einmal verdrängt wurde, soll wieder hierhin zurückkommen.“ (Mélissa Chibko)

Plan

© Association Parc des Carrières

Doch es ist nicht nur der ökologische Mehrwert, der den Park so besonders macht. Er verbindet auch die rund 40.000 Anwohner, Franzosen wie Schweizer, und schafft einen Ort der Begegnung, des Austauschs und der Erholung. Kurzum: Er wertet die lange Zeit unzugängliche Grenzregion auf und macht sie zu einem öffentlichen Raum, der die französisch-schweizerische Nachbarschaft bereichert.

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