Straßburg-Ortenau

Buslinie Erstein-Lahr gibt Gas

Die seit einem Jahr in Betrieb gegangene Buslinie im Eurodistrikt Straßburg-Ortenau verzeichnet einen stetigen Anstieg der Fahrgastzahlen. Die französischen und deutschen Initiatoren hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt, dank einer stufenweisen Rückkehr zum Leben vor Corona.

Bus Erstein Lahr

Ein Jahr nach dem Start wird der grenzüberschreitende Bus von Erstein nach Lahr allmählich von den Fahrgästen angenommen. Die rund 40 Kilometer lange Strecke wurde 2017 auf Initiative und dank der Finanzierung des Eurodistrikts Straßburg-Ortenau als Test und ausschließlich für Grenzgänger eröffnet, insbesondere auf Anfrage des Onlinehändlers Zalando für sein Lager in Lahr. Die positiven Ergebnisse einer Verkehrsstudie führten dazu, die Buslinie am 1. September 2020 für alle Nutzer zu öffnen. Ein Jahr später wurden insgesamt 6.634 Fahrten registriert (Entwertung der Fahrkarte in eine Richtung, Hin- und Rückfahrt).

Die monatliche statistische Auswertung zeigt eine gewisse Fahrgastzunahme: Während die Zahl der Fahrten bis Februar letzten Jahres zwischen 300 und 430 schwankte, überschritt sie im Juni die 900er-Marke und blieb in den beiden Sommermonaten bei 805 bzw. 740. "Mit der Wiederaufnahme der Kultur- und Freizeitaktivitäten erwarten wir einen Anstieg der Nutzerzahlen", erklärt der Eurodistrikt Straßburg-Ortenau.

Der Eurodistrikt hat den Betrieb der Strecke im September 2020 an die Region Grand Est übergeben. Diese Gebietskörperschaft teilt sich die Kofinanzierung der Strecke mit der Europäischen Gemeinschaft Elsass (Collectivité européenne d’Alsace), dem Gemeindeverband des Kantons Erstein und dem Ortenaukreis auf deutscher Seite, und zwar im Verhältnis zu der in jedem Land zurückgelegten Strecke, d. h. 60 % auf deutscher Seite durch den Ortenaukreis und 40 % auf französischer Seite. Der Gesamtbetrag beläuft sich auf 1,052 Millionen Euro für drei Jahre bis September 2022, wovon 50 % aus europäischen Interreg-Mitteln stammen.

Kompatible Tickets

Die Grenzgänger, für die das Angebot gedacht ist, sind nach wie vor die Hauptzielgruppe. Die Nutzung dieses Busses bleibt in den meisten Fällen ein Gelegenheitsangebot, da nur 18 Monatsabonnements registriert werden.  Das Ticket ist kompatibel, da die 13 Stationen der Linie von zwei verschiedenen Tarifsystemen abgedeckt werden, dem TGO in der Ortenau und dem Fluo67 im Elsass, aber der Preis pro Einheit ist mit 2,50 Euro gleich. Zudem gibt es keine unangenehmen Überraschungen, wenn man ein Ticket auf einer der beiden Seiten kauft, denn das System an Bord ist so ausgestattet, dass es Tickets von beiden Tarifsystemen ausstellen kann.

Scherer président Eurodistrict

© Eurodistrict Strasbourg-Ortenau

« Für den Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau ist der Ausbau des grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehrs daher nach wie vor ein essenzielles Kernthema, um den motorisierten Individualverkehr grenzüberschreitend reduzieren können. Ein deutliches Potential sehen wir da beispielsweise in grenzüberschreitenden Busverbindungen in Gambsheim-Rheinau-Achern oder auch Illkirch-Offenburg. Mit dem Angebot Flex´hop besteht seit dem 29. Juni 2021 eine Anbindung an den ÖPNV im Ortenaukreis am Europäischen Forum am Rhein. Damit ist ein grenzüberschreitendes Mobilitätsangebot etabliert, das wir stetig erweitern möchten », sagt Frank Scherer, Präsident des Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau.

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