Pfalz

Das Technikmuseum in Speyer, ein fröhliches Sammelsurium

In einer bewusst unordentlichen Szenografie bietet das Gelände nahe vom Flugplatzes von Speyer einen Einblick in die Welt des 20. Jahrhunderts der Autos, Motorräder, Raumschiffe, Boote, Flugzeuge usw. für zivile und noch mehr für militärische Zwecke.

Musée technique Spire Liller Halle

Die Silhouette der Boeing 747, die sich weit am Horizont erhebt, gibt den Ton an: Das Technikmuseum in Speyer steht für Spektakuläres und XXL-Dimensionen. Auf 200.000 Quadratmetern unternimmt der Besucher eine Reise durch Zeit und Raum in alle Richtungen: auf der Erde, in der Luft und sogar auf und unter dem Meer, natürlich im Simulationsmodus. Die Formel kommt an: 700.000 Menschen strömen im Durchschnitt jedes Jahr herbei, um mit mehr oder weniger großer Aufmerksamkeit die technischen Details der verschiedenen ausgestellten Maschinen zu bewundern, dank der erklärenden Schilder auf Deutsch, Englisch, aber trotz der geografischen Nähe nicht auf Französisch.

Musée Spire avions

© Mathieu Noyer

Weit entfernt von einer karikaturalen germanischen Strenge, ist es eher ein Sammelsurium, an das die Anordnung der rund 6.000 Exemplare erinnert. Es ist ein bisschen so, als hätte man in Mulhouse das Automobilmuseum, das Eisenbahnmuseum, das Feuerwehrmuseum, als es in der elsässischen Stadt untergebracht war, und vieles mehr in denselben Räumlichkeiten vereint.

Im Technikmuseum wird ein Motorrad neben einer Landmaschine, ein Rolls Royce neben einem Flugzeugmotor oder einer alten Dampfmaschine usw. stehen. Selbst in der Halle, die dem Weltraumabenteuer gewidmet ist, teilen sich eine alte Sojus-Kapsel und das Space Lab die Hauptrolle mit Autos.

Der Geruch von Motorenfett

Diese Mischung erreicht in der Liller-Halle ihren Höhepunkt. Am Anfang des XX. Jahrhunderts von der französischen Firma Thomson-Houston in der Region Lille errichtet, 1915 abgebaut und in Speyer wieder aufgebaut, um Flugzeuge für die deutsche oder die französische Armee herzustellen, konzentriert sie den Großteil der Exponate, indem sie nahtlos von einem Transportmittel zum anderen übergeht, eventuell zu den Klängen einer mechanischen Orgel. Insgesamt gibt es viele Anspielungen auf die industriellen Traditionen der Pfalz und Badens. Der Geruch von Motorenfett, der durch die Liller-Halle zieht, lässt einen die Vorliebe für Vintage spüren.

musée spire extérieur

© Mathieu Noyer

Draußen trifft der Besucher in einem ebenso fröhlichen Durcheinander auf Jagdflugzeuge, Hubschrauber, zum Teil stark verrostete Lokomotiven oder ein Schiff. Zwischen Mig-, Dornier- und Lockheed-Jagdflugzeugen taucht ein ganzes Stück des Kalten Krieges auf, der für Rheinland-Pfalz noch heute prägend ist, zum Beispiel durch die Ansiedlung der großen amerikanischen Luftwaffenbasis in Ramstein.

Ein U-Boot auf dem Land

musée spire entrée

© Mathieu Noyer

Fast hätten wir es vergessen: Der Abstecher führt auch in ein Marinemuseum, das aus echten Einschiffungen und einer außergewöhnlichen Sammlung von 280 Schiffsmodellen besteht. Die Sequenz "Eintauchen" wechselt zwischen dem Virtuellen mit Animationsfilmen auf dem neuesten Stand der Videotechnologie im Imax Dome Kino und dem Realen: Freier Zutritt ist möglich, um in die verlassene Boeing zu steigen oder in ein U-Boot der deutschen Armee aus dem Jahr 1967, das seit 1993 aus dem Kriegdienst entlassen ist und in dem sich Kabel aus einer anderen Zeit verflechten. Oder in einem sowjetischen Militärflugzeug vom Typ Antonow, dessen Cockpit völlig heruntergekommen ist und aussieht, als wäre es gerade abgestürzt. Kurzum, der Besucher bekommt von unten bis oben viel zu sehen und ab und zu auch etwas zu hören.

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