Saarland Frankreich

Spaziergang durch Saarlouis, die von einem französischen Marschall erbaute Stadt im Saarland

Saarlouis verdankt Ludwig XIV. nicht nur seinen Namen, sondern auch einen großen Teil seines kulturellen und historischen Erbes. Die von Thomas de Choisy positionierte und von Vauban erbaute Stadt - in der 1769 auch der Marschall Ney geboren wurde - bekennt sich stolz zu ihrem französischen Erbe.

Saarlouis

Im Jahr 1679 verlangte der "Sonnenkönig" Ludwig XIV. den Bau eines neuen Militärstützpunkts im heutigen Saarland, das nach dem Vertrag von Nimwegen frisch zum französischen Königreich gehörte. Der König beauftragt Thomas de Choisy, einen Militäringenieur, der sich durch seine Beteiligung an den Baustellen von Longwy und Charleroi einen Namen gemacht hat, und Sébastien Le Prestre de Vauban, den Marschall von Frankreich, der sich unter den beiden im kollektiven Gedächtnis durchgesetzt hat, mit dem Auftrag. Ludwig XIV. gefiel der strategische Vorschlag von De Choisy, eine befestigte Stadt aus dem Nichts entlang der Saar zu bauen. So begannen 1680 die Arbeiten zum Bau der heutigen Stadt Saarlouis.

Grosser Markt Sarrelouis

Der Grosser Markt in Saarlouis, das Zentrum des Stadtlebens. © Wikimedia

Ludwig der Allgegenwärtige

Der Ausflug beginnt im Hyperzentrum von Saarlouis, am "Großen Markt". Der große zentrale Platz ist heute zum Mittelpunkt des Saarlouiser Handels geworden. Der ursprüngliche, von Vauban entworfene, barock inspirierte "Place d'Armes" diente den Soldaten als Paradeort. Fast alle Gebäude auf dem Platz stammen aus dem 20. Jahrhundert, da die Bauten von Vauban im Laufe der Zeit zerstört wurden. Nur Teile der Ludwigskirche (der Name des Königs ist in der Stadt allgegenwärtig) wurden noch nach den Plänen des Baumeisters errichtet. In einer Wand dieser Kirche ist übrigens das Herz von De Choisy eingemauert, das nach seinem Tod auf seinen Wunsch entnommen wurde. Nur wenige Meter vom Großen Markt entfernt befinden sich die Kasematten, gefolgt vom Deutschen Tor. Diese stammen nicht von Vauban, sondern sind das Ergebnis der Renovierung durch die Preußen Anfang des 19. Jahrhunderts.

Schleusenbrücke

Die Schleusenbrücke konnte die Kanäle überschwemmen, damit eventuelle Angreifer nicht in die Stadt gelingen. © Stadt Sarrelouis

Eine Überschwemmungsfestung

Den Kasematten entlang gelangt man zur Saar, wo man die Schleusenbrücke erblickt. Dieses Bauwerk spielt eine der zentralen Rollen in Vaubans Stadtplanung Ende des 17. Jahrhunderts. Wie es der Name schon verräten lässt, staute die Brücke das Wasser der Saar, um die normalerweise trockenen Kanäle um die Stadt herum zu überfluten und so feindliche Offensivversuche zu unterbinden. Vauban entwarf Saarlouis somit als "Überschwemmungsfestung". Die Originalbrücke war zu stark beschädigt und musste 1777 ersetzt werden. Auf der anderen Seite der Saar sind Vaubans Festungsanlagen besser erhalten. Im grünen Park des Stadtgartens spazieren die Bürger neben den Festungsmauern, die zum Teil in gutem Zustand sind, obwohl sie mit Moos bewachsen sind.

Die Bastionen werden kulturell

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Eine Kanone auf der Vauban-Insel. Die Insel diente dazu, die Schleusenbrücke zu verteidigen. © Fabian Gomond

Bastion 6

Ein griechiesches Restaurant befindet sich heutzutage im Bastion VI. © Fabian Gomond

Auf dem Weg aus dem Park in Richtung des historischen Kaufhauses Pieper enthüllt sich die Vauban-Insel, ein Bauwerk, das zum Schutz der Schleusenbrücke bestimmt war und ein Eckpfeiler der Verteidigungsstrategie des archaischen Saarlouis war. Die Vauban-Insel wurde kürzlich saniert und es finden dort regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Sie grenzt an die Bastion VI, eine fast sechs Meter hohe und sehr gut erhaltene Verteidigungsanlage. Ein griechisches Restaurant hat sich dort niedergelassen. Geschäfte und Kultur haben sich die meisten Festungsanlagen wieder zu eigen gemacht.

Eine von Kriegen geschädigte Militärstadt

Saarlouis blieb etwa 100 Jahre lang eine Militärstadt. Metz löste Saarlouis nach und nach in seiner Rolle als Verteidigungsbastion der Region ab. Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm die Stadt, die sich nach und nach um die Festungsanlagen herum entwickelte, die Oberhand über ihre rein militärische Aufgabe. Saarlouis hat im Laufe seiner Geschichte enorm unter den Schlachten gelitten. Viele Festungsanlagen wurden zerstört und kaum eines von Vaubans Werken ist perfekt erhalten. Es gibt wenig Hoffnung, dass die Stadt in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wird.

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