Grossregion - Oberrhein

Glamping zieht in die grenzüberschreitenden Wälder ein

Nach der saarländischen Firma Glamping Resorts setzt das Luxemburger Unternehmen Nutchel in den belgischen Ardennen und im Grand Est das Konzept der neuartigen Unterkünfte mitten der Natur um. Siebenunddreißig Luxuskabinen werden im Oktober in den elsässischen Vogesen eröffnet.

Cabane Nutchel

Kennen Sie Glamping?Das Konzept ist eine Kombination aus Glamour und Camping und bezieht sich auf neuartige Unterkünfte in der Natur in kleinen, komfortablen Hütten, eine verbesserte Version des ursprünglichen Campings.  In der grenzüberschreitenden Region zeugen mehrere Beispiele für diesen neuen Trend.

Glamping Sarre

Bungalows von Glamping Resort im Saarland © Glamping Resort

Eingeführt wurde es von der saarländischen Glamping Resorts Gesellschaft ,die 2017 einen ersten Standort in Kleinblittersdorf (Bliesgau) eröffnete. Sie will sich nun an der Umwandlung des ehemaligen Militärflugzeuggebiets Drachenbronn (Bas-Rhin) in eine Touristenattraktion beteiligen, aber ihr Projekt für 60 bis 80 Bungalows wurde nach einem Jahr aufgrund der Coronapandemie erst einmal auf Eis gelegt. Die zuständige Gemeindegemeinschaft Pays de Wissembourg teilt mit, dass die Baugenehmigung erteilt wurde. Gerechnet wird mit der Eröffnung im Jahr 2023, am Fuße der neuen Attraktion des ehemaligen Militärgeländes, dem "Chemin des cimes", einem ungewöhnlichen Waldpfad, der in diesem Frühjahr von der Deutschen Erlebnis Akademie (EAK) eröffnet wurde.

Luxus und Rustikalität

Auch ein Luwemburger Akteur sorgt für ungewöhnliche Unterkünfte auf beiden Seiten der Grenze. Nutchel hat sich 2017 in Luxemburg niedergelassen, "wegen der zentralen geografischen Lage und nicht wegen des Steuersystems", betont die Geschäftsführung. Im vergangenen Jahr eröffnete das Unternehmen mit 30 Mitarbeitern in Martelange in den belgischen Ardennen einen Prototyp unter seinem Markennamen: dreißig vorgefertigte "Hütten" aus Holz, rustikal im Aussehen, ungewöhnlich in ihrer Lage, aber innen großzügig nach städtischen Standards ausgestattet. Das belgische Unternehmen Prefabois fertigt die Hütten in seinen Werkstätten vor und lässt sie dann vor Ort montieren, während Nutchel selbst die Möbel  in seinem Werk in Wincrange in Luxemburg herstellt.

Clémence Rousseau-Dumarcet

© DR

"Wir haben Martelange während der Coronapandemie eröffnet, und diese hat dem Geschäft einen enormen Schub gegeben. Das ist logisch, denn unser Konzept gibt die angepasste Antwort auf das Bedürfnis nach vorübergehender Flucht, nach Abschalten, nach Runterkommen in der Natur im Gegensatz zum Leben in der Stadt. Die Pandemie hat diese Erwartungen verstärkt", betont Clémence Rousseau-Dumarcet, Gründerin und Direktorin von Nutschel.

Tapetenwechsel in zwei Stunden Entfernung

INtérieur cabane Nutchel

© Nutchel

Dieser ersten Investition in Höhe von 2,5 Millionen Euro folgt eine zweite in Höhe von 3,5 Millionen Euro im Elsass . Am Fuße der Vogesen, in Plaine (Bas-Rhin),wird Nutchel am 22. Oktober eine neue Anlage mit 37 Hütten für 2 bis 6 Personen eröffnen : Küche mit kleinem Gasherd, Holzkühltruhe als Kühlschrank, Holzofen, Terrasse und sogar ein nordisches Bad für einige... aber absichtlich kein WLAN-Anschluss, alles ab 90 Euro für zwei Personen bei einem Aufenthalt von mindestens 3 Nächten am Wochenende oder zwei Nächten unter der Woche. Dieses "Walddorf" befindet sich in einem 7 Hektar großen, teilweise renaturierten Anwesen. Es ist das Nachfolgeprojekt eines ehemaligen Feriendorfes, das ganz im Stil der 60er und 70er Jahre errichtet worden war, dann aber verfallen ist. Die Anlage soll ein Symbol für eine neue Art von Öko-Tourismusprojekten sein.

Nutchel Plaine

Endphase der Baustelle für den Standort Plaine im Elsass. © Mathieu Noyer

"Die Kundschaft soll aus einem Umkreis von 200 Kilometern oder zwei Autostunden entfernt stammen. Dazu gehören die Nachbarregionen in  Deutschland, Luxemburg und Belgien. Generell spricht unser Konzept Belgier und Niederländer an, die einen Tapetenwechsel in bergigeren Gegenden suchen", so Clémence Rousseau-Dumarcet weiter.

Nutchel will noch eine Schirtt weitergehen. Das Unternehmen hat unter anderem die Champagne-Ardenne im Blick . Künftige Entwicklungen können auch etwas kleinere Formate in der Größenordnung von 20 bis 25 Hütten im Rahmen von Franchiseverträgen umfassen.

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