Steinenstadt, Bâle

Austausch, Begegnungen und ein Schlafplatz dank dem Netzwerk BeWelcome

Als nichtkommerzielle und solidarische Alternative zu Airbnb bringt die Online-Community "BeWelcome" Reisende mit neugierigen Gastgebern in Kontakt, die ihnen ihre Türen öffnen - aus der einfachen Freude an der Begegnung. Die Unterkunft wird zu einem Erlebnis an sich, bei dem man den Alltag teilt und die Welt des anderen entdeckt. 

von Vincent Pigeon

Die BeWelcome-Community und ihre Mitglieder

Mit dem Fahrrad von einem Land zum anderen zu fahren, bedeutet für manche, den Gepäckträger mit Campingausrüstung zu beladen, während andere sich lieber ein Hotelzimmer gönnen. Zwischen Abenteuer und Komfort bietet BeWelcome eine originelle Alternative, eine Nacht im Warmen zu verbringen, ohne allzu tief in den Geldbeutel greifen zu müssen und dabei einen ganz besonderen Moment mit Einheimischen zu teilen. In der Dreiländerregion sind knapp 300 Hosts über die BeWelcome-Seite zu finden, die potentiell bereit sind, Reisende für eine oder mehrere Nächte aufzunehmen.

Emmanuel

Emmanuel © Annalina Ebert

"Ursprünglich habe ich die Seite für meine Mutter gefunden, als sie verreisen wollte. Airbnb ist uns nämlich deutlich zu kapitalistisch. Jetzt bin ich es aber vor allen Dingen, der die Seite benutzt", erzählt Emmanuel, Gastgeber in Basel.

BeWelcome ist ein Netzwerk, das 2007 in Frankreich ins Leben gerufen wurde und sich mittlerweile mit über 200.000 Mitgliedern in der ganzen Welt verbreitet. Vor allem diese Jahr hat der gemeinnützige Verein einen starken Aufschwung erlebt. Das Konzept beruht auf Kostenlosigkeit, Transparenz und Demokratie für eine Gemeinschaft von Freiwilligen, die will, dass "Teilen und Begegnungen nicht nur Spaß machen, sondern vor allem auch einfach funktionieren", wie es auf der Internetseite heißt.

Ian

Ian © Annalina Ebert

"Bei BeWelcome mitzumachen heißt für mich, das Gefühl des Reisens zu Hause wiederzufinden, durch Begegnungen neue Denkweisen zu entdecken und aus meiner Komfortzone herauszukommen. In meiner kleinen Wohnung gewöhne ich mich manchmal ein bisschen zu sehr an das Alleinsein", sagt Ian, Gastgeber in Steinenstadt in Deutschland.

un cours de taïko à Bâle

Unerwartete Erfahrung: ein Taiko-Kurs in Basel © Annalina Ebert

Ian teilt seine Ein-Zimmer-Wohnung, in der er drei Betten aufgestellt hat. Normalerweise schlafen hier seine Kinder, aber Gäste zu empfangen erinnert ihn an die Atmosphäre von Hostels in Mexiko, wo er mehrere Jahre gelebt und gearbeitet hat. Er schlägt vor, an einem nahegelegenen See den Sonnenuntergang zu sehen - eine idyllische Umgebung für tiefgründige Gespräche.

Gastgeber zu sein bedeutet, seine Privatsphäre und seinen Alltag zu teilen, mit Erfahrungen, die für den Reisenden manchmal unerwartet kommen. Emmanuel, Gastgeber in Basel, ist Lehrer für japanische Trommeln namens Taiko, sowie für traditionelle japanische Flöte und Tanz. Der Empfang bei ihm beginnt mit einer gemeinsamen Musikstunde, bei der in ausgelassener Stimmung singend oder tanzend Trommeln gespielt werden dürfen. Ein spannender Abend, der den Muskelkater in den Hintergrund rückt und das Abenteuer verlängert, indem man für einen Moment in eine Welt ohne Grenzen eintaucht.

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