Saarland - Mosel - Luxemburg

Intelligente Autos könnten Netzprobleme an den Grenzen lösen

Ende Oktober wurde eine kleine Straße zwischen Spicheren und Saarbrücken für drei Tage zu einem Freiluftlabor für das europäische Projekt 5GCroCO. Ein halbes Dutzend Fahrzeuge, mit Sensoren ausgestattet, testeten die Interoperabilität grenzüberschreitender Telekommunikationsnetze in Bezug auf vernetzte oder autonome Fahrzeuge.

5gcroco2

Für die Bewohner der Grenzregionen, die jahrzehntelang durch die schlechte Verbindung der Telekommunikationsnetze von einem Land zum anderen benachteiligt waren, könnten diese Probleme mit der Einführung von 5G beim Autofahren wohl bald verschwinden. Das Projekt 5GCroCo (Fifth Generation Cross-Border Control), das Teil des EU-Programms Horizont 2020 ist und derzeit kurz vor dem Abschluss steht, hat 17 Millionen Euro und 24 Partner - Universitäten, Betreiber, Hersteller und Zulieferer - aus sieben verschiedenen Ländern mobilisiert, um die Technologien zu harmonisieren, die es vernetzten Autofahrern und später autonomen Fahrzeugen ermöglichen werden, nahtlos von einem Land ins andere zu fahren.

coulet

5GCroCo

"Für jede neue Mobilfunk-Generation müssen wir uns die Probleme ansehen, die bei der vorherigen Generation aufgetreten sind, um sie zu beheben. Die Region Saar-Lothringen-Luxemburg mit ihren drei Grenzen auf kleinem Raum eignet sich besonders gut für Versuche zur grenzüberschreitenden Interoperabilität", erklärt Fabien Coulet, Forscher an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) des Saarlandes.

Der Weg zu 5G

Nach fast einjähriger Vorbereitung unter der Federführung des Centre Tecnològic de Telecomunicacions de Catalunya verwandelte der Barcelona-Pilot von 5GCroCO, Orange, den Herstellern Stellantis und Renault sowie der HTW die kleine Kreisstraße 32C zwischen Spicheren und Saarbrücken für drei Tage in ein Freiluftlabor. Die Fahrzeuge, die mit elektronischen Sensoren ausgestattet waren, haben drei Alltagsszenarien nachgestellt: verlangsamten Verkehr durch ein liegengebliebenes Fahrzeug, das Einparken auf einem Parkplatz und Stau durch eine Baustelle.

Das Netflix der Straßenkarten

Hinter dem einfachen Erscheinungsbild dieser Manöver verbirgt sich die Einrichtung eines 5G-Netzes auf einer Länge von rund 20 Kilometern auf der französisch-luxemburgischen Autobahn A13/A8 und am französisch-schweizerischen Autobahnkreuz A6/A320. Das Experiment Acca (Anticipated cooperative Collision Avoidance) hat es ermöglicht, den Verkehrsfluss vor einem Unfall oder einer Panne zu beruhigen. HD Mapping wird als "das Netflix der Straßenkarten" bezeichnet und lädt Vektorkarten herunter, um Echtzeit-Feedback über Topologieänderungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen im Zusammenhang mit Straßenarbeiten zu liefern. Die ToD-Parkversuche umfassten das fahrerlose Einparken von Fahrzeugen auf einem Parkplatz in der luxemburgischen Stadt Schengen in der Nähe von Saarbrücken.

Die Tests liefen glatt, was den Weg für weitere Perfektionierungen ebnet. Bis Juni 2022 wird das 5GCroCO-Konsortium die Verbindung der verschiedenen Systeme, die denselben Normen entsprechen müssen, weiter ausbessern.

Attention

Beim Besuch unserer Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu, um Ihnen Inhalte und Dienste anzubieten, die genau auf Ihre Interessen abgestimmt sind.