Oberrhein

Diese Personal-Agenturen blicken über den Rhein

Die Personalvermittlungsagenturen Probono, A/M/E und Personal 4U nahmen an der Jobmesse "Warum nicht!" am 22. September teil. Das zeigt einmal mehr, dass die Arbeitgeber aus der deutschen Grenzregion noch mehr als früher nach Mitarbeitern aus dem benachbarten Südelsass suchen. 

Salon Warum nicht

Die Jobmesse "Warum nicht!", die am 22. September in Mulhouse stattfand, verdeutlichte die Anzeichen einer Erholung des Arbeitsmarktes auf der deutschen Seite des Rheins: mehr als 600 Besucher und damit fast so viele wie vor der Corona-Krise 2019, die konstante Besucherzahl des grenzüberschreitenden Vermittlungsdienstes von Pôle Emploi sowie die Teilnahme mehrerer Personalvermittlungsagenturen aus Freiburg im Breisgau und Umgebung, die Bewerber aus dem Südelsass suchen.
Im Folgenden finden Sie von dreien ein Kurzporträt und eine Zusammenfassung ihrer Vision vom Arbeitsmarkt.

Probono mit Sitz in Freiburg und einer Niederlassung in Ludwigsburg (sechs feste Mitarbeiter und ein Netz von rund hundert Partnern) hat sich auf Zeitarbeit spezialisiert und vermittelt seit einigen Jahren französische Grenzgänger.

Probono tandem

© Mathieu Noyer

"Wir haben ein Netz von Beziehungen zu Akteuren wie der Ausbildungsorganisation Afpa, Pôle Emploi und Infobest (Information für Grenzgänger) aufgebaut", betonen Daniel Braun, Niederlassungsleiter in Freiburg (rechts) und Personaldisponent Dimitry Dejn.

Das Unternehmen ist in den meisten Bereichen tätig (Industrie, Handwerk, Gesundheitswesen, Handel, Logistik und Vertrieb usw.). "Der Gesundheitssektor ist derzeit der größte Bereich, in dem Bedarf besteht. Es ist aber auch einer der Bereiche, in denen die wichtigsten Qualifikationen verlangt werden: Dieses Kriterium ist für die Auswahl am wichtigsten, mehr noch als die Beherrschung der deutschen Sprache. Unter diesen Bedingungen befinden sich die französischen Bewerber aufgrund ihrer ausgezeichneten Ausbildung in einer günstigen Position gegenüber anderen Bewerbern, insbesondere aus anderen Ländern", analysiert Daniel Braun.

"Wo sind die Leuten ?"

Mit 600 Mitarbeitern ist A/M/E eines der größten Zeitarbeitsunternehmen in Baden-Württemberg. Das Familienunternehmen operiert von seinem Hauptsitz in Freiburg im Breisgau aus und seinen Niederlassungen in Karlsruhe, Villingen und Worms in Rheinland-Pfalz. Neben der Vermittlung von Bewerbern sondiert das Unternehmen auch den Arbeitsmarkt eines Geschäftsbereichs, für den der Arbeitgeber eine Einstellung plant. A/M/E ist in allen Wirtschaftszweigen tätig und spricht auf der deutschen Seite des Rheins vom Arbeitskräftemangel, insbesondere in der Industrie, im Handwerk, im Gesundheitswesen und in der Verkehrslogistik.

Sabine Ortleb cabinet A/M/E

© Mathieu Noyer

"Das Phänomen ist nicht neu, aber es erreicht eine Intensität, wie wir sie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr erlebt haben. Bei der Kandidatensuche stellen wir uns die Frage: Wo sind die Leute?", so Personalberaterin Sabine Ortlieb.

Besser als 2019

Mit acht Mitarbeitern setzt Personal 4U auf "Flexibilität und Schnelligkeit" eines kleinen Unternehmens, um auf dem Personalvermittlungsmarkt zu expandieren, sowohl für Zeitarbeit als auch für Festanstellungen. Die Teams sind auf Freiburg und Müllheim verteilt. Als zwei der attraktivsten Bereiche für Neueinstellungen auf der deutschen Seite des Oberrheins werden derzeit die Medizintechnik und pharmazeutische Industrie genannt, vereinzelt auch die Logistik.

Jehmlich Personal 4U

© Mathieu Noyer

"Der Arbeitsmarkt ist im August 2021 immer noch dynamischer als im Jahr 2019, er hat sich also von der Gesundheitskrise mehr als erholt. Allerdings sind die Arbeitgeber immer noch vorsichtig, was dazu führen kann, dass sie zunächst befristet einstellen, bevor sie zu unbefristeten Verträgen übergehen", sagt Nico Jehmlich, Leiter des Freiburger Büros.

Von Müllheim aus beobachtet das Unternehmen auch den Markt im französischen und deutschen Grenzgebiet um Basel. Derzeit lässt sich feststellen, dass unter den Arbeitssuchenden "Franzosen über 50, die in Basel ihren Arbeitsplatz verlieren, vor allem in die Industrie" zurückkehren, so Nico Jehmlich.

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