Oberrhein - Pfalz

KM0-Projekt in Mulhouse, wo Tradition und Innovation grenzüberschreitend zusammenkommen

Am neuen Treffpunkt von Industrie und digitaler Welt siedeln ein deutscher und ein Schweizer Softwarehersteller an.

KM0 bâtiment

Das KM0-Projekt in Mulhouse startet durch, auch was seine grenzüberschreitende Dimension angeht. 2018 hatten fünf wagemutige lokale Unternehmer, Akademiker und ein Architekt die Idee entwickelt, eine Werkstatt  aus dem 19. Jahrhundert in einen Standort für Tradition und Innovation des 21. Jahrhundert umzuwandeln.

Das Gebäude auf dem Reviergelände im ehemaligen Fonderie-Viertel in Mulhouse wurde umbenannt in KM0 in Anlehnung an den "Kilometer Null", den Startpunkt der ersten grenzüberschreitende Eisenbahnlinie Frankreichs zwischen Mühlhausen und Basel (Schweiz). Drei Jahre nach Lieferung des renovierten Gebäudes für die Trägergesellschaft KM0 - mit Beteiligung der öffentlichen-rechtlichen Finanzstruktur Caisse des dépôts und der Bank Crédit agricole Alsace-Vosges - hat das Projekt seine ursprünglichen Ziele übertroffen. Der Ort bietet Platz für 830 Personen : Beschäftigte (Unternehmer, Angestellte) und Studenten aus fast 50 Unternehmen, Ausbildungsschulen, Gründerzentren für junge Unternehmen usw. Das Projekt hat rund einhundert neue Arbeitsplätze geschaffen, die es zuvor in diesem Großraum nicht gab. Darüber hinaus werden in den nächsten drei Jahren 450 zusätzliche Studenten erwartet, da sich Anfang 2022 die Ausbildungsstätte für Computer und Digitaltechnik « Ecole42 » dort niederlässt.

Rein Cohen

© Mathieu Noyer

"Der Bezug auf die alte Bahnlinie spiegelte auch unseren Wunsch wider, KM0 von Anfang an als ein grenzüberschreitendes Projekt zu positionieren. KM0 sollte von dem Ökosystem Industrie 4.0 und Web Creation der Regionen Baden und Basel profitieren. Und das ist Realität geworden", betonen zwei Mitbegründer, Unternehmer Patrick Rein (links) und Akademiker Gérald Cohen.

 

Vernetzung

ProAlpha software

ProAlpha stellt Software für die Industrie her. © ProAlpha

Der Austausch mit den Nachbarländern nimmt zu. Die ersten beiden deutschen und schweizerischen Unternehmen, ProAlpha und Actricity, haben den Schritt gewagt und ihre jeweilige französische Tochtergesellschaft bei KM0 gegründet.

Sechs Jahre nach der Gründung im pfälzischen Weilerbach verlagerte ProAlpha 1998 seine französische Gesellschaft von Straßburg an diesen Standort. Für das gesunde Unternehmen mit 1.550 Mitarbeitern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Mitteleuropa und Frankreich (172 Millionen Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2020/2021), das sich auf Management-Softwarepakete für alle Branchen außer Chemie-Pharma, Kosmetik und Lebensmittelverarbeitung spezialisiert hat, ergab sich 2014 mit der Übernahme des Schweizer Geschäftspartners die Möglichkeit, sich im Großraum Mulhouse anzusiedeln.

ProAlpha Aron

© ProAlpha

"Die Gründung 2018 von KM0 hat uns veranlasst, dort hinzuziehen, und die von uns angenommenen Vorteile haben sich bestätigt. Es gibt einen Netzwerkeffekt und wir treffen hier andere Mitstreiter mit komplementären Aktivitäten. Das ermöglicht uns, gemeinsame Angebote in Betracht zu ziehen. Viele Industrielle kommen hierher, was uns den Austausch mit neuen potenziellen Kunden erlaubt. Da wir Mitarbeiter einstellen, sind wir ebenso an der Präsenz von Ausbildungseinrichtungen in der Software-Entwicklung interessiert", betont Jean Aron, Operationsverantwortlicher von ProAlpha Consulting France.

ProAlpha siège

Hauptsitz von ProAlpha in Weilerbech (Pfalz) © ProAlpha

Die Tochtergesellschaft von ProAlpha beschäftigt 15 Mitarbeiter in Mulhouse, also die Hälfte ihrer französischen Arbeitsnehmer. Der Netzwerkeffekt ist umso wertvoller, da ProAlpha Consulting France seit April französische Kunden direkt anspricht.

"Unser Büro in Mulhouse arbeitet auch mit unserer neuen Niederlassung in Biel für den französischsprachigen Teil der Schweiz zusammen. Dieser Standort befindet sich in einem Innovationszentrum, dessen Profil dem des KM0 sehr ähnlich ist", so Jean Aron weiter.

Für Actricity ist KM0 fast in unmittelbarer Nachbarschaft: Das in Allschwil ansässige Unternehmen für Business-Software gehört zu den ersten Mietern des Gebäudes im Jahr 2019. Am Standort Mühlhausen sind fünf der 15 Mitarbeiter des Schweizer Unternehmens beschäftigt, das sich auf Software-Dienstleistungen, Handel und Wartung spezialisiert hat.

Actricity Knuchel

© Actricity

"Wir waren auf der Suche nach einem Ort, an dem wir unser Geschäft in Frankreich und im französischsprachigen Raum der Schweiz ausbauen können. Die Nähe zur Region um Mulhouse und der im KM0 vorherrschende Stimmung im besonderen haben uns schnell überzeugt. Hier haben wir eine sehr befruchtende Business-Atmosphäre", so David Knuchel, verantwortlich für das Frankreich-Geschäft bei Actricity.

Die Initiatoren von KM0 hoffen, weitere grenzüberschreitende Interessenten zu gewinnen und anzusiedeln.  Ihre Überzeugung scheint gerechtfertigt zu sein.

 

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