ECHO’GR – Erinnerungskultur im Mittelpunkt eines grenzüberschreitenden Projekts

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Legende
ECHO'GR © Maison de la Grande Région
Die Großregion war in den letzten 150 Jahren Schauplatz dreier blutiger Konflikte, Grenzen wurden mehrfach verschoben und die Bevölkerung gehörte mal zum dem einem, mal zu einem anderen Staat.
Nach 1945 wurde genau diese Großregion, dank der festen Überzeugungen von Robert Schumann und anderen Gründervätern Europas, zur Wiege des europäischen Projekts, wodurch wir in Europa bisher in Demokratie, Frieden und Wohlstand leben konnten. Populistische und nationalistische Kräfte stellen jedoch den europäischen Zusammenhalt immer offener in Frage und erschüttern damit die Grundfesten eines starken und geeinten Europas, das in der Lage ist, sich gegen Bedrohungen von außen zu wehren. Vor diesem Hintergrund ist die Erinnerungskultur nicht wegzudenken.
Mit dem Interreg-V-Projekt Land of Memory (2016-2022) konnten 102 Gedenkstätten in der Großregion miteinander vernetzt und ihre touristische Attraktivität gesteigert werden.
Das Projekt ECHO’GR startete im September 2025 im Rahmen des Interreg Programmes Großregion Interreg VI. Mit einer eher pädagogischen Komponente soll es die Erinnerungskultur bei den Menschen in der Großregion verankern und vor allem junge Menschen ermutigen aktiv zu werden. Das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren wird federführend von der belgischen Provinz Luxemburg geleitet und zählt 11 finanzielle und 30 strategische Partner. Es hat ein Gesamtbudget von 2.715.000 €.
Für die konkrete Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen werden ein wissenschaftlicher Ausschuss und ein pädagogisches Laboratorium, bestehend aus Historikern, Soziologinnen, Kulturvermittlern und Fachkräften aus dem Jugendbereich, die historischen und kulturellen Hintergrundinformationen liefern.

In einem zweiten Schritt soll die Besichtigung von Gedenkstätten durch eine gemeinsame Inszenierung um demokratische Fragestellungen erweitert werden. Ergänzende didaktische Konzepte bieten Raum für neue Formen der Wissensvermittlung und Aufklärung: Aufbau eines Akteursnetzwerks zur Entwicklung partizipativer Animationskonzepte, grenzüberschreitende Bürgerbegegnungen, grenzüberschreitender Veranstaltungskalender, Strukturierung und Aufbau eines grenzüberschreitenden Netzwerks von Gedenkwanderwegen, praktischer Reiseführer mit Ausflügen zu Gedenkstätten für Schülerinnen und Schüler.
Die offizielle Auftaktveranstaltung des Projekts fand am 26. Januar in Saarbrücken statt. Zu diesem Anlass konnte auch an einer ergreifenden Besichtigung der Gedenkstätte Neue Bremm, wo sich von 1943 bis 1944 ein Gestapo-Lager befand, teilgenommen werden.
