Baden-Württemberg - Straßburg

Strasbourg erhält Wärme von Kehl

Durch eine grenzüberschreitende "Wärmepipeline" sollen ab 2025 mehr als 5.000 Wohnungen in Straßburg von Kehl aus beheizt werden. Das Projekt war seit 20 Jahren im Entstehen.

BSW

Durch eine grenzüberschreitende "Wärmepipeline" sollen ab 2025 mehr als 5.000 Wohnungen in Straßburg von Kehl aus beheizt werden. Das Projekt war seit 20 Jahren im Entstehen.

Das Projekt, Straßburg vom Stahlwerk Kehl auf der gegenüberliegende Rheinufer zu beheizen, wird konkret. Die Trägerstruktur, die Gesellschaft "Calorie Kehl" nach französischem Recht, wird in der zweiten Jahreshälfte 2021 errichtet. Sie gehört französischen und deutschen Aktionären: Eurometropole Straßburg, Region Grand Est, Caisse des dépôts, Stadt Kehl und dem Land Baden-Württemberg. Die Investition beläuft sich auf 25,5 Millionen Euro. Sie soll Zuschüsse zu mehr als einem Drittel bekommen von der französischen Umwelt- und Energiewendeagentur Ademe und derem deutschen Pendant, Deutschen Energie Agentur (Dena). Der größte Teil der Investition soll den Bau einer Pipeline unter dem Rhein ermöglichen, einer 5,5 Kilometer langen "Wärmeleitung", die den Energiesender und -empfänger verbinden soll: das Stahlwerk der Badischen Stahlwerke (BSW) für die überschüssige und unbenutzte Wärme seines Prozesses und das Straßburger Nahwärmenetz, das die Stadtviertel Esplanade und Elsau versorgt. BSW wird sich an der Investition durch die Bereitstellung von Wärmekoppelungsanlagen beteiligen.

Bauarbeiten sollen Mitte 2022 starten und die Inbetriebenahme wird drei Jahre später, im Sommer 2025, vorgesehen. Diese Initiative ermöglicht, in dieser ersten Phase 55 Gigawattstunden (Gwh) pro Jahr zu produzieren, und damit 5.500 Haushalte zu beheizen. Hochrechnungen gehen von einem langfristigen Potenzial von mehr als dem Doppelten aus, etwa 135 Gwh/Jahr. 

Catherine Trautmann

© DR

"Mit der Gründung von Calorie Kehl verwiklicht sich einen 20-Jahrenlang geplanten Projekt, von denen man uns versprach, es sei zum Scheitern verurteilt, weil es  zu teuer, zu kompliziert wäre und an rechtlichen Hemmnissen stossen würde", erinnert  Catherine Trautmann, ehemalige Bürgermeisterin (1989-1997 und 2000-2001) von Strasbourg und bis amletzten Sommer Vizepräsidentin der Eurometropole für Wirtschaftsförderung und Klimawende.

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