Oberrhein

Aux jardins des frontières : Hommage an Martin Graff

Martin Graff, der deutsch-französische Autor aus dem Elsass, hat etwa 300 Magazine, Glossen, Reportagen, Dokumentationen, Fernsehfilme und Hörspiele verfasst; mehr als 30 Bücher erschienen im Dienst der Völkerverständigung, mit dem Schwerpunkt auf Frankreich-Deutschland-Europa.

Martin Graff livres

Martin war in drei Sprachen unterwegs. Seine Muttersprache war das Elsässische (Alemannisch), geschrieben hat er auf Deutsch und auf Französisch. Für die Mehrzahl seiner Bücher gibt es je eine deutsche und eine französische Ausgabe, die allerdings nicht identisch sind: es handelt sich um kulturelle Übersetzungen, die Originalversion wird quasi „weiter geschrieben“. Ein neues Buch entsteht auf der Grundlage des vorausgegangenen.
 

Martin Graff

© Eva Mendgen

Die Antwort auf die Frage, was er unter „Heimat“ verstehe, spiegelt die gelebte Bikulturalität des Terrains und die Überlegungen, die sich von hier aus in Bezug auf andere „jardins des frontières“ ergeben:
„Die Saarländer haben ihre Heimat-Utopie mit Deutschland verbunden. Die Franzosen, die das Gegenteil erwarteten, habe sich eben geirrt, weil sie die Geschichte nicht kannten.
‚Aucun peuple ne connait l’origine de son histoire’, Ernst Robert Curtius.
‘La tyrannie de la mémoire (trop ou pas assez),’ Paul Ricœur.
Die Elsässer haben, im Gegensatz zu den Saarländern, ihre sprachliche Heimat gewechselt. Mutation. Von einer germanischen Kultur zu einer romanischen. Dabei schaffen sie es nicht, mit beiden zu spielen.

‚Penser avec la mentalité de plusieurs peuples’, Claudio Magris, Donaupoet, dixit. (1)

 

Il renvoyait également à des citations :

 «  Aucun peuple ne connait l’origine  de son histoire » , Ernst Robert Curtius .

 «  La tyrannie de la mémoire (trop ou pas assez) »,  Paul Ricoeur.

 «  Penser avec la mentalité de plusieurs peuples », Claudio Maris dans Danube.

Nach dem Studium der evangelischen Theologie, der Romanistik und der Philosophie an der Universität in Straßburg arbeitete Martin Graff bis 1972 als Pfarrer und Lehrer.
Als junger evangelischer Pfarrer in Saargemünd / Sarreguemines entdeckte er die Grenzregion SaarLorLux, „le Bermudadreieck des relations franco-allemandes. Une planète die sich sur elle-même dreht en touchant la langue de Molière et celle de Goethe".

Martin vertrat als freier Autor, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller eine „poetische Form des Journalistenberufs“. Er beherrschte das Jonglieren mit Sprachen wie kein zweiter. Warum? „Der Gedankenschmuggel permet de penser avec la mentalité de plusieurs peuples um die Kopfgrenzen zu sprengen. L’Europe entsteht in den Grenzregionen de l’Esprit comme la Heimat utopique des contrebandiers d’idées, die ihre Wurzeln an die Luft hängen pour mieux voir la terre.“ (2)

Für Martin war Europa so gut, wie die Bereitschaft jedes Einzelnen, zu seinem Gelingen beizutragen.
1944 wurde Martin Graff im deutsch besetzten Sulzeren im elsässischen Münsterland, damals « Elsass-Lothringen », geboren. Anfang August 2021 ist er im französischen Soultzeren im Alter von 77 Jahren unerwartet gestorben.
Er, der Sprachakrobat und Leistungssportler in Sachen Völkerverständigung, hat das Staffelholz an uns weitergegeben.

(1) Auszug aus einem Interview mit Martin im März 2021 zwischen dem Elsass und dem Saarland

(2) Martin Graff, « Accroche tes racines au ciel, Excursus », in : Im Reich der Mitte – Le berceau de la civilisation européenne – Savoir-faire – Savoir-vivre, Konstanz-Saarbrücken (regiofactum-edition), 2007, S.96

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