Wallonien – Luxemburg – Frankreich – Deutschland

Industrya bringt großregionale Start-ups an den Start

Der mit 43 Millionen Euro ausgestattete Industrya-Fonds, der vor einem Jahr auf Initiative der John Cokerill Group eingerichtet wurde, hat seine ersten Mittelvergaben bekanntgegeben. Belgische und grenznahe industrielle Start-ups bringen neue Ideen für die große Welt der Technik.

Industrya éolienne

Die ersten beiden von Industrya unterstützten Projekte wurden Ende Oktober vorgestellt. Sie belegen die wechselseitige Ergänzung von der wallonischen Ingenieurgruppe John Cockerill, die von dem Franzosen Bernard Serin geleitet wird, und der spannenden Welt der industriellen Forschung in der Großregion.

Vocsens, eine Ausgründung der Katholischen Universität Leuven, hat 2,5 Mio. € erhalten, um mit der Vermarktung seiner Gasmikrosensoren zu beginnen. Diese kleinen Module funktionieren wie Umweltkameras und sind in der Lage, gefährliche Emissionen an chemischen und petrochemischen Standorten aufzuspüren. Sie können auch Gase, flüchtige organische Verbindungen, Feinstaub und den Feuchtigkeitsgehalt in Städten analysieren.

Überprüfung von Rotorblättern

Unterstützung gibt es auch für das französische Start-up-Unternehmen Supairvision. Es ist in Rosières in der Nähe von Troyes ansässig und entwickelt Technologien zur Überprüfung der Rotorblätter von Windkraftanlagen mit Hilfe von Drohnen. Das System ermöglicht es, ohne menschliches Zutun, Fotos in großer Höhe aufzunehmen, auf denen sogar etwaige Blitzschäden auf den Rotorblättern zu erkennen sind. Das Start-up, das bereits von der Region Grand Est und der Universität Reims gefördert wurde, hat seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf dem Gebiet der Windenergieanlagen an Land begonnen und konnte nun seine Experimente dank der Partnerschaft mit Industrya auf belgischen Seeanlagen fortsetzen.

Industrya Le Séguillon

© DR

"Neben direkter finanzieller Unterstützung bieten wir wallonischen und grenznahen Start-ups Zugang zu Partnern und potenziellen Kunden, die weit über ihren Heimatmarkt hinausgehen", erklärt Thibaud Le Séguillon, CEO von Industrya.

Seit dem Start im Herbst 2020 wurden 120 Anträge zu den Themen Industrie 4.0 (45 %), Energiewende (33 %) und neue Materialien (12 %) eingereicht. Unter den Bewerbern sind 47 belgische, 35 französische, etwa zehn luxemburgische und einige wenige deutsche Bewerber.

Wir planen die gleiche Art von Partnerschaft mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen, wie wir sie mit der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden eingegangen sind“, kündigt Thibaud Le Séguillon an.

Mehr Flexibilität

Mit seinem mehr als 200-jährigen Bestehen, 5.000 Mitarbeitern in 19 Ländern und einem Umsatz von 1,04 Milliarden Euro im Jahr 2020 ist das Unternehmen John Cockerill mit Sitz in Lüttich ein Schwergewicht im globalen Maschinenbau. Die Zusammenarbeit mit Start-ups verschafft dem Unternehmen mehr Flexibilität auf den Märkten für Industrie, Militär und Energie. Mit 52 % des Kapitals ist die Gruppe Mehrheitsaktionär von Industrya. An dem Fonds sind zudem vier öffentliche Investoren aus Belgien beteiligt: der Staat, die Region Wallonien sowie die Provinzen Lüttich und Flämisch-Limburg.

John Cockerill hat zudem Kontakte zu belgischen Gründerzentren und dem Pariser Startup-Entwickler Impulse Partner geknüpft. Industrya hat bisher nur 1 Million Euro ausgezahlt, da die Kapitalbeteiligung an dem Start-up in der Regel bei 33 % liegt, um den Inhabern die Möglichkeit zu geben, ihre Mehrheitsbeteiligung zu behalten. Es wurden jedoch weitere Mittel bereitgestellt, um jedes der ausgewählten Start-ups während seines gesamten Wachstums unterstützen zu können, insbesondere in der besonders kapitalintensiven Industrialisierungsphase.

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