Großregion

Hervé Bauduin, Präsident der UIMM Lorraine

"Der Euro- Accelerator muss den grenzüberschreitenden Projekten mehr Kraft und Sichtbarkeit verleihen“

Hervé Bauduin, Industrieführer der Region Grand Est, Präsident der Union des industries métallurgiques et minières de Lorraine und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Claas-Werke in Metz, plädiert für eine öffentlich-private Zusammenarbeit zur Unterstützung der Industrie in der Gross Region.

Hervé Bauduin

Am 13. September haben Sie in Metz an der Eröffnung der French Fab Tour teilgenommen, die in 13 französischen Städten nationale industrielle Spitzenleistungen präsentieren wird. Hätte diese Tournee über die Grenzen hinausgehen können?

Die von der UIMM und bpifrance organisierte French Fab Tour ist naturgemäß auf das französische Staatsgebiet ausgerichtet. Aber auf lokaler Ebene könnten wir uns eine grenzüberschreitende Tour vorstellen, die das Grand Est und seine Nachbarn umfasst. Für sich genommen spielen diese Regionen keine große  Rolle. Zusammen stellen sie ein enormes Gewicht dar: 700.000 industrielle Arbeitsplätze und 12 % des europäischen BIP. In diesem Ausmaß fangen die internationalen Investoren an, aufhorchen zu lassen.

Sie wollen, dass Elon Musk morgen sagen kann: "Ich baue meine nächste Fabrik in Lothringen".  Warum nicht in Luxemburg oder im Saarland?

Verlangen Sie vor allem nicht, dass Branchen und Regionen den Wettbewerb ignorieren! Wenn es um einen Standort geht, hat jeder seine eigenen Argumente: verfügbares Land, qualifizierte Arbeitskräfte, Ausbildungshilfen, nationale Vorschriften... Am besten ist es, wenn das Projekt in unserer Region oder, falls nicht, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft angesiedelt wird. Einige Projekte werden an den Grenzen eingerichtet, um von den Vorteilen auf beiden Seiten zu profitieren. Dies gilt insbesondere für die beiden Fabriken, die das chinesische Unternehmen Svolt im Saarland zu errichten beabsichtigt und die mit Sicherheit französische Arbeitskräfte mobilisieren werden.

Wettbewerb ist für das freie Unternehmertum unverzichtbar, aber wir müssen zusammenarbeiten, um unsere Berufe attraktiver zu machen, anstatt uns wie Lumpensammler über Steuern oder Löhne zu streiten. Damit der Wettbewerb korrekt und fair ausgeübt werden kann, müssen wir ein günstiges Umfeld schaffen und nach dem suchen, was über uns hinausgeht.

Gegenseitige Unkenntnis, unterschiedliche Ausbildungssysteme, unterschiedliche Rechtsvorschriften... Was sind Ihrer Meinung nach die größten Hindernisse für die grenzüberschreitende industrielle Zusammenarbeit?

Zweifellos gegenseitige Unkenntnis. Um zusammenzuarbeiten, muss man einander kennen. Das Grand Est und seine Nachbarn verfügen über Exzellenzlabors wie das IRT M2P in Metz, das Fraunhofer-Institut im Saarland, das List in Luxemburg usw. Die Vernetzung der grenzüberschreitenden wissenschaftlichen Ressourcen wird es uns ermöglichen, weiter zu gehen.

Welchen Zweck verfolgt der im Frühjahr eingerichtete Euro-Accelerator auf der Ebene der Großregion?

Der Euro-Beschleuniger sollte grenzüberschreitenden Projekten mehr Kraft und Sichtbarkeit verleihen. Es geht darum, Kompetenzen und Ressourcen auf der Ebene der Großregion zu finden, die oft weit entfernt gesucht werden. Die Projektbeschleunigungskommission, die sich aus 20 öffentlichen und privaten Partnern aus Frankreich, Deutschland und Luxemburg zusammensetzt, hat bereits fünf Bewerbungen für die Erleichterung von Automobilkomponenten validiert. Es sind die Unternehmer selbst, die über die Nützlichkeit dieses Systems urteilen werden. Wenn die Nutzer zufrieden sind, können wir uns eine intensivere Zusammenarbeit vorstellen, insbesondere im Bereich der Ausbildung.


 

Die zwanzig Partner des Euro-Beschleunigers :

Für die deutsche Seite:

- Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland

- ME SAAR

- Saarland - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr

Für die französische Seite:

- Universität Lothringen

- Institut Jean Lamour

- Labor für Energie und Theoretische und Angewandte Mechanik : LEMTA - UL

- Lothringisches Laboratorium für Forschung in der Informatik und ihren Anwendungen : LORIA - UL

- CEA TECH Grand Est

- ICAR-CM2T

- IRT-M2P

- Pôle emploi Grand Est

- UIMM Lothringen

- C2IME

Für die luxemburgische Seite :

- Luxinnovation

- Fedil

- Handelskammer Luxemburg

- Universität Luxemburg

- Luxemburgisches Institut für Wissenschaft und Technologie (List)

- Adem

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