Baden

e-Way BW schließt elektrische Lastwagen an

Das Land Baden-Württemberg hat ein sehr innovatives Experiment gestartet, bei dem LKWs während der Fahrt mit Strom versorgt werden. Dieses Projekt Namens e-WAY BW wurde diesen Sommer grenzüberschreitenden Akteuren im Bereich Mobilität vorgestellt.

e-way BW

LKW, die an einer über der Straße verlegten Stromleitung laden, wie es Züge auf ihren Schienen tun würden: Das ist die Innovation, bei der Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle einnehmen will. Unter dem Projektnamen "e-Way BW" gehört das Grenzland neben Hessen und Schleswig-Holstein zu den drei deutschen Bundesländern, die dieses System der Stromversorgung während der Fahrt erproben. Das System wurde im Juli dem grenzüberschreitenden Publikum auf dem Treffen "Nachhaltige Logistik" vorgestellt, das vom Wasserzentrum Hydreos du Grand Est in Freiburg im Breisgau im Rahmen des Interreg-Projekts Climability Design organisiert wurde und sich der Anpassung an den Klimawandel am Oberrhein widmet.

Das Experiment findet ganz in der Nähe vom Elsass statt: Zwei Abschnitte von insgesamt 3,3 km zwischen den Gemeinden Kuppenheim und Bad Rotenfels entlang der Bundesstraße B 462 wurden mit einer dedizierten Oberleitung ausgestattet. Der LKW ist mit Sensoren ausgestattet, die das Vorhandensein dieser speziellen Verbindung registrieren und Abnehmer steuern, die sich mit ihr verbinden und so dem Fahrzeug Strom zuführen. Der Strom wird in Batterien gespeichert, die dem Lkw die nötige Autonomie geben, wenn er die Strecke verlassen hat.

Das Projekt testet auf denselben Strecken auch andere, mehr oder weniger kohlenstofffreie Antriebsarten wie einen Diesel-Elektro-Hybrid oder Wasserstoff.

Hermann ministre transports BW

© Sebastian Berger

"Diese Vielfalt an Experimenten ist wertvoll, um die Lösungen der Zukunft zu vergleichen. Was hier beginnt, ist weltweit einmalig", so der Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Heinrich Herrmann.

Starker Güterverkehr

Die Strecke wurde aufgrund der Häufigkeit und Regelmäßigkeit des Frachtverkehrs ausgewählt: Sie wird von LKW befahren, die drei Papierfabriken mit ihrem Logistikzentrum in Kuppenheim verbinden - insgesamt 128 Pendelfahrten pro Tag, die das ganze Jahr über im Einsatz sind, um 510.000 Tonnen Papier zu transportieren. Das Experiment startete im September 2021 und läuft bis 2024, um die technische Machbarkeit und den wirtschaftlichen Nutzen zu bestätigen. Der Aufbau des Systems erforderte eine Investition von 28 Millionen Euro, die fast vollständig vom Bundesministerium für Verkehr übernommen wurde. Das System wurde von einem Konsortium unter der Leitung von Siemens Mobility entwickelt. Etwa zehn private Transportunternehmen sind an dem Projekt beteiligt.

atelier climability

© Climability Design

Der Juli-Workshop Nachhaltige Logistik von Climability Design bot Gelegenheit zu einem vielfältigen Überblick über Lösungen für die Dekarbonisierung des Güterverkehrs. So stellte das Fraunhofer-Institut, das ebenfalls an e-Way BW beteiligt ist, ein laufendes Projekt zur Integration von Photovoltaikmodulen auf dem Dach von Elektro-Lkw vor. 

Das Fuel Cell Cluster des Landes Baden-Württemberg arbeitet an der Entwicklung von LKW, die mit Brennstoffzellen angetrieben werden. Der Hersteller Iveco kündigte die Serienproduktion solcher Fahrzeuge für das nächste Jahr an. Weitere Präsentationen befassten sich mit der Versickerung und Rückgewinnung von Abwasser auf Logistikgeländen, ein Angebot des Unternehmens Mall aus Donaueschingen (Baden-Württemberg), sowie mit den Lösungen des elsässischen Unternehmens Soprema zur Begrünung von Lagerhallendächern.

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