Grossregion - Oberrhein

« Yes : no, perhaps » - die Macht von Algorithmen über Grenzen hinweg in Fragegestellt

Das Werk des belgischen Kollektivs LABau, das aus zwei großen Spiegeln besteht, schreibt das binäre On/Off-Prinzip um und zeigt dessen Grenzen bei der Erzeugung einer verständlichen Sprache auf. Es wurde für die Hager Elektrogruppe produziert und wird am Hauptsitz des Unternehmens im Saarland ausgestellt. Erklärungen mit dem deutschen Künstler des Kollektivs, Manuel Abendroth.

Yes No Perhaps

Manuel Abendroth hatte alle Qualitäten, um der grenzüberschreitende Künstler der Ausgabe 2021 von L'Industrie Magnifique in Straßburg zu sein. 

Der in Belgien lebende Deutsche, der perfekt Französisch spricht, hat sein Talent der Initiative zur Verbindung von Kunst und Industrie auf den großen Plätzen der elsässischen Hauptstadt zur Verfügung gestellt. Dort stellte er die Arbeiten der Hager Gruppe aus, die von dem Kollektiv "LAb(au)" geschaffen wurden, das Abendroth seit 1997 in Brüssel zusammen mit Jérôme Decock und Els Vermang bildet.

Oeuvre Palais Rohan

Das Werk wurde während der Veranstaltung "L'industrie magnifique" auf der Terrasse des Palais Rohan in Strassburg ausgestellt. © LABau

Das Werk "Yes:no, perhaps", das während der « Industrie Magnifique » im vergangenen Juni auf der Terrasse des Palais Rohan gegenüber den Kais des Stadtzentrums ausgestellt wurde, ist nun dauerhaft in den Hauptsitz des deutsch-französischen Elektro-Konzerns in Blieskastel (Saarland) umgezogen.

Er besteht aus zwei großen Einwegspiegeln, die jeweils 7 m lang und fast 3 m hoch sind und mit Hilfe der Kunst das binäre Prinzip des "Ja"- und "Nein"-Schalters nachbilden.

Manuel Abendroth

© Adèle Boterf

"Aber wir fügen das Wort 'vielleicht' hinzu. Als Synonym für Ungewissheit lädt uns dieses zusätzliche Wort ein, über den Platz und den Status der Künstlichen Intelligenz in unserer Gesellschaft nachzudenken: Wird sie alle unsere Probleme lösen? Besteht dadurch nicht die Gefahr einer Standardisierung?", fragt Manuel Abendroth.

Miroirs

Beide Spiegeln schaffen verständliche oder unverständliche Wörter. © LABau

Buchstaben, dann Wörter, dann Sätze

Diese Macht und die gleichzeitigen Grenzen der Künstlichen Intelligenz und der Algorithmen bilden das eigentliche Wesen von "Yes: no, perhaps", das die Prinzipien der Elektrizität und der 0-1-Sequenz des Rechnens neu erfindet. Der erste Spiegel besteht aus Tausenden von alphanumerischen Anzeigen, die in 512 Sätzen von 16 Segmenten unterteilt sind, die nach dem Zufallsprinzip aufleuchten und einen Buchstaben und dann andere bilden. Wenn diese Buchstaben aufeinander folgen, ergeben sie ein Wort, das je nach Zufall verständlich ist oder nicht. Der zweite Spiegel verbindet diese Wörter zu Sätzen.

Dieser doppelte Spiegel, der die Stadt im Hintergrund abbildet, erzeugt somit zufällige Kombinationen, die nach Ansicht des Kollektivs hinterfragt werden müssen: "Ein Text wird im öffentlichen Raum sichtbar gemacht, ohne dass es einen assoziierten Autor oder eine direkte Absicht gibt als Ergebnis einer reinen Logik", betont er. Manuel Abendroth sieht in der Zusammenarbeit mit Hager die Möglichkeit, das Ausdrucksfeld des Kollektivs LAB(au) zu erneuern, das auf der Beziehung zwischen Kunst und Sprache basiert.

Collectif avec Hager

© Adèle Boterf

"Unser Prämisse ist, dass Kunst ein Vokabular schafft. Normalerweise drücken wir sie durch Formen, Farben usw. aus. Die Anwendung dieses Ansatzes auf das Hager-Universum war nicht von Vornherein selbstverständlich. Die vielen Begegnungen mit dem Unternehmen in all seinen Bestandteilen haben dies ermöglicht: Wir haben die Produktionsstätten besucht, die Arbeit der Entwicklungsabteilung, der Konstruktionsteams usw. ausführlich kennengelernt", erzählt Manuel Abendroth.

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