Saar-Lothringen

Nachwuchswissenschaftler untersuchen die öffentlichen Finanzen nach der Pandemie

  • Das Forschungszentrum für öffentliches Recht der Universität Lorraine Irénée und der Universität des Saarlandes organisierten Ende Juni den ersten deutsch-französischen Kongress junger Forscher im Bereich der öffentlichen Finanzen.
Affiche

Was können wir aus der Kovid-Krise über die französischen und deutschen Staatsfinanzen lernen? Das zur Universität Lothringen gehörende öffentlich-rechtliche Forschungszentrum Irénée und die Universität des Saarlandes brachten vom 23. bis 25. Juni rund dreißig junge deutsch- und französischsprachige Forscher zusammen, um zur wissenschaftlichen Debatte über eine mögliche Lockerung der Maastricht-Kriterien beizutragen.

Jérôme Germain

© DR

"Selbst in hochtechnischen Haushaltsfragen gibt es noch große kulturelle Unterschiede zwischen dem traditionell etatistischen und dirigistischen Frankreich und dem liberaleren Deutschland, das mehr auf Haushaltseinsparungen bedacht ist und weniger zur Verschuldung neigt", bemerkt Jérôme Germain, Dozent für öffentliches Recht an der Universität Lothringen und Co-Direktor des Masterstudiengangs für angewandte Verfahren und Steuern an der juristischen Fakultät in Metz.

Trotz dieser Unterschiede sind Frankreich und Deutschland über dieselbe Schwierigkeit gestolpert: Die Gesundheitskrise hat Investitionsmängel offenbart, die unter anderem zu Mängeln im Gesundheitssystem und zu Verzögerungen bei der Einführung von Impfungen geführt haben.

Finanzen und Diversität

Die mit finanzieller Unterstützung der Deutsch-Französischen Hochschule und mit Hilfe der Französischen Gesellschaft für öffentliche Finanzen und der Revue de l'euro, einer Publikation der Universität Luxemburg, organisierte Online-Konferenz bot Doktoranden und Doktorandinnen, die ihre Dissertation vor weniger als fünf Jahren verteidigt haben, die Möglichkeit, komplexe Themen zu diskutieren. Ein Dutzend Workshops beschäftigte sich mit der haushalts- und fiskalpolitischen Reaktion der Europäischen Union auf die Gesundheitskrise, dem Zollrecht während der Pandemie und dem Einsatz von Steuersenkungen als Schockabsorber in der Krise.

Die Konferenz war sehr international, mit Referenten aus Kamerun, Deutschland, Frankreich, Marokko, den Niederlanden, Österreich, Slowenien und der Schweiz.  Interdisziplinäre Experten - Juristen, Ökonomen, Historiker, Philosophen, Politologen usw. - ergänzten die Vielfalt der Ansätze. Das informelle Netzwerk deutsch-französischer Forscher, das bereits die Auswirkungen der Finanzkrise 2008 oder die Explosion der griechischen Staatsverschuldung 2011 untersucht hatte, ist der Meinung, dass die europäische Fiskalpolitik den Aufschwung getötet hat. Der nächste Kongress der jungen Forscher, der in zwei Jahren stattfindet, wird sich mit der Streichung der Staatsschulden durch die Europäische Zentralbank beschäftigen.

Attention

Beim Besuch unserer Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu, um Ihnen Inhalte und Dienste anzubieten, die genau auf Ihre Interessen abgestimmt sind.